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Steuern

Wohin die Steuern fliessen

22. Februar 2020 von

Bern und Zürich im Steuervergleich.

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Online seit
22. Februar 2020

Printausgabe vom
27. Februar 2020
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Dass die Steuern sich von Kanton zu Kanton stark unterscheiden, ist Allgemeinwissen und dass niemand so richtig gerne Abgaben zahlt, ein Allgemeinplatz. Doch vielleicht fällt es leichter, wenn man weiss, dass man in Zürich eigentlich recht günstig davonkommt.

Wenn Anfang Jahr die Steuererklärung ins Haus flattert und wenig später bereits die provisorische Rechnung für das laufende Jahr, fühlt die eine oder der andere manchmal schon einen gewissen Widerstand in sich aufkeimen. So viel Geld, meist mehr als ein Monatslohn, soll einfach abgedrückt werden? Vielleicht fällt es leichter, den «Zehnten» zu überweisen, wenn man weiss, wofür das Geld überhaupt eingesetzt wird.
Vor rund einem Jahr hat das Schweizer Radio und Fernsehen auf ihrer Online-Plattform ein interaktives Tool aufgeschaltet, mit dem man auf spielerische Weise berechnen kann, wie viel Steuern man zahlt und wo diese Gelder hinfliessen. Ganz exakt ist diese Wissenschaft nicht, denn sie basiert auf dem Bruttoeinkommen, und jede Person macht andere Abzüge geltend, wodurch sich das steuerbare Einkommen erheblich unterscheiden kann. Aber lustig ist es allemal und so hat der «Höngger» zwei Situationen durchgespielt.

Steuern in Bern deutlich höher

Gemäss Amt für Statistik betrug der Median bei den steuerbaren Einkommen in Höngg im Jahr 2015 für eine unverheiratete Person 47’200 Franken. Der Median der verheirateten Paare lag bei 94’850 Franken. Beim Median handelt es sich nicht um den Durchschnitt, sondern um die Zahl, die von allen erhobenen Werten genau in der Mitte liegt. Oder anders gesagt: 50 Prozent der Bevölkerung hatten ein höheres steuerbares Einkommen und 50 Prozent ein tieferes. Nun sagt das steuerbare Einkommen nicht viel aus über das Bruttoeinkommen, das dahintersteckt, denn die Abzüge können, wie erwähnt, sehr individuell ausfallen. Bekanntlich werden in der Schweiz in jedem Kanton unterschiedlich hohe Steuern erhoben, und auch der Zivilstand und die Anzahl Kinder beeinflusst, wie hoch die Steuerbelastung ist. Für die Beispiele in diesem Artikel wurden einerseits sämtliche Abzüge berücksichtigt, die ohne Nachweis vorgenommen werden können, und andererseits der nachweispflichtige Abzug für Versicherungsbeiträge. Das heisst, beim Einzelhaushalt wurde durch Addition der Sozialabgaben (AHV/IV/EO, Pensionskasse, ALV), der Abzüge für Berufsauslagen (mindestens 2000 Franken) und der Abzüge für Beträge an die Personenversicherung sowie Zinsen von Sparkapitalien ein theoretisches Bruttoeinkommen eruiert. Beim Beispiel des verheirateten Paares mit zwei Kindern wurden ausserdem Kinderzulagen in der Höhe von 18000 Franken berücksichtigt. So ergab sich für eine ledige Person ein Bruttoeinkommen von 58863 Franken, während ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern über 138158 Franken Haushaltseinkommen verfügte. Wie viel Steuern für diese beiden unterschiedlichen Lebensmodelle anfallen und wie sie sich auf die verschiedenen Bereiche verteilen, ist der nachfolgenden Grafik zu entnehmen. Mit dem Tool des SRF lassen sich auch Gemeinden miteinander vergleichen. Im Vergleich mit der Hauptstadt der Schweiz kommen die Steuerzahler*innen in Zürich um einiges besser weg, zumindest in diesem Lohnsegment: Während die Steuerbelastung auf ein Bruttoeinkommen von 60000 Franken für einen Single in Zürich bei 7,63 Prozent liegt (darin enthalten sind Kantons- und Gemeindesteuern sowie die Kirchensteuer), müssen die Stadtberner*innen 12,61 Prozent ihres Gehalts abgeben.

Andere Gemeinden im Vergleich

Eine ledige Person ohne Kinder mit einem Bruttoeinkommen von 60000 Franken, zahlt in Zug am wenigsten Steuern, nämlich 2535 Franken, im Vergleich dazu liegen die Steuern für Personen, die in Zürich angemeldet sind bei 4808 Franken. Den grössten Betrag holt sich der Fiskus in der Stadt Neuenburg: Satte 8591 Franken zahlt der oder die Steuerzahler*in an die Seegemeinde.

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