Weltkatzentag: Ein Hoch auf den Stubentiger?

Am 8. August wird der internationale Tag der Katzen begangen. Klingt absurd? Vielleicht. Doch es geht um weit mehr als um süsse Bilder und herzerwärmende Videos. Denn Katzen verursachen auch Probleme, die politisch angegangen werden müssen. Auch darauf soll der Tag aufmerksam machen.

Gestatten: die Katze «Baron». Das Foto wurde im «Höngger» vom 20 August 1999 veröffentlicht. (Foto: zvg)

Unzählige Internationale Feier- und Gedenktage gibt es über das Jahr verteilt. Alleine die Vereinten Nationen kommen auf rund 200 verschiedene Tage. Die einen, wie etwa der internationale Frauentag am 8. März, der Tag der Arbeit (1. Mai) oder der Tag der Menschenrechte (10. Dezember) sind weitherum bekannt und werden feierlich begangen.

Andere dagegen frönen eher ein Schattendasein und wirken vielleicht gar etwas skurril. Zu letzteren gehört etwa der Weltkatzentag, der exakt heute, am 8. August, begangen wird.

Katzen streicheln und Katzenvideos anschauen könne man doch das ganze Jahr über, könnte man dagegen argumentieren. Doch der Katzentag geht über den reinen Jööh-Effekt hinaus: Er wurde 2002 ins Leben gerufen und soll nicht nur das beliebte Haustier zelebrieren, sondern auch, so erklärt Wikipedia, auf Themen wie Tierschutz und Qualzucht aufmerksam machen. Auch Wild- und Grosskatzen stehen an diesem Tag im Fokus des Interesses.

Auch in der Schweiz sind streunende Katzen ein Problem

Und tatsächlich ist das Problem des Tierschutzes in Bezug auf Katzen nicht nur ein Problem südlicherer Länder, wo Streunerkatzen allgegenwärtig sind, sondern auch in der Schweiz präsent. Erst vor drei Tagen ging der «Tages Anzeiger» in einem Artikel zum Thema von über 225’000 wildlebenden oder verwilderten Katzen in der Schweiz aus. Dabei bezog er sich auf eine Studie der Universität Bern.

Eine grosse Zahl – mit wachsender Tendenz: Verwilderte Katzen vermehren sich unkontrolliert und fleissig. So könnten laut «Tages Anzeiger» aus nur vier Katzen innerhalb von fünf Jahren bis zu 20’000 Katzen werden. Und dies ist nicht nur für die einzelnen Katzen, sondern auch für die Biodiversität ein Problem. Denn streunende Katzen ernähren sich natürlich von dem, was sie so erwischen – Vögel, Kleinsäuger und Reptilien.

Politisch ist guter Rat teuer

Politisch wird daher schon länger versucht, das Problem zu lösen. So hatte der Bundesrat im Februar 2025 eine Chippflicht für Katzen gefordert (der «Höngger» berichtete). Dies könnte nicht nur helfen, Besitzer*innen entlaufener Katzen aufzufinden und einen Überblick über den aktuellen Bestand zu erlangen, sondern würde auch das Kastrieren nicht registrierter Katzen erleichtern.

Doch der Nationalrat war anderer Meinung und lehnte den Vorschlag ab. Auch der Zürcher Regierungsrat entschied sich im Oktober vergangenen Jahres gegen ein Postulat, welches eine Chip- und Kastrationspflicht für Katzen gefordert hatte. 

Begründet wurde dies damit, dass sich eine Kontrolle der Registrierung als sehr aufwendig erweisen würde, ein Alleingang des Kantons Zürich keinen Sinn machen würde – und sich der Bund ja bereits gegen die Registrierung ausgesprochen habe. Zudem sei eine Kastrationspflicht ein grosser Eingriff in die Rechte und Autonomie der Katzenhaltenden (auch hierzu berichtete der «Höngger»).

Jüngst lehnte Ende Juni schliesslich auch der Kantonsrat das Postulat ab. Stattdessen, so der «Tages Anzeiger», habe der Rat sich jedoch mittels abweichender Stellungnahme dafür ausgesprochen, eine verstärkte Aufklärung durch das kantonale Veterinäramt zu fördern und die Sensibilisierung für die Problematik voranzutreiben. Zu diesem Zweck solle sich das Amt mit Tierarztpraxen, Tierheimen, Züchtenden und Tierschutzorganisationen koordinieren.

Mit dieser Stellungnahme folgt der Kantonsrat im Kern zwar der Argumentation des Regierungsrats, fordert aber dennoch dazu auf, weitere Massnahmen zu ergreifen, um Katzenleid und eine Gefährdung der Biodiversität durch die Stubentiger zu verringern.

Gelöst ist das Problem also noch lange nicht. Der Tag der Katzen heute wäre eine gute Gelegenheit, sich nochmals mit dem Thema und einer möglichen Lösung auseinanderzusetzen.

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