Tierisch heiss – so helfen Sie Hund, Katze & Co.

Die aktuelle Hitzewelle belastet nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tierwelt. Was lässt sich tun, um ihnen die heissen Tagen etwas erträglicher zu gestalten?

Hundstage. (Foto: Dagmar Schräder)

Die Temperaturen gehen über das Wohlfühlklima doch schon etwas hinaus. Denn die aktuell vorherrschenden 35 Grad stellen nicht nur viele Menschen vor gesundheitliche Probleme, sondern auch die Tiere. Doch während sich unsereins sich vor den Ventilator setzen oder in die Badi hüpfen kann, sind unsere Haustüre zur problemlosen Bewältigung der Hitzewelle auf unsere Unterstützung angewiesen. Der «Höngger» hat einige Tipps zusammengetragen, wie Tierhaltende bei ihren vierbeinigen Freunden für Abkühlung sorgen können.

Hundstage sind nichts für Hunde

Da wäre zum Beispiel des Menschen allerbester Freund, der Hund. Seine Art zählt nicht unbedingt zu den Sonnenanbeter. Hunden behagen nämlich moderate Temperaturen zwischen 14 und 20 Grad deutlich besser als hochsommerliche Hitzewellen. Denn die Vierbeiner können ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren.

Abgesehen von einigen wenigen Schweissdrüsen an den Pfoten fehlen ihnen diese nämlich. Unter dem meist dichten Fell würden diese zur Kühlung der Körpertemperatur auch nicht viel Sinn machen. Um sich Kühlung zu verschaffen, müssen sie hecheln. Der Luftstrom des Hechelns sorgt dafür, dass auf dem Schleimhäuten mehr Feuchtigkeit verdunstet, was die Körpertemperatur senkt.

Die 7-Sekunden-Regel

Um die Hunde dabei unterstützen zu können, können Herrchen und Frauchen einiges unternehmen. Auf der Webseite des Hundetrainers Martin Rütter etwa finden sich zudem einige Tipps für besorgte Hundehalter*innen. Wichtigster Punkt hierbei: Viel Trinkwasser zur Verfügung stellen. Denn wer viel hechelt, benötigt viel Flüssigkeit.

Auch das Anbieten von kühlen und schattigen Plätzchen ist eine Selbstverständlichkeit. In punkto Aktivität sollten die Hundehaltenden ihre Ansprüche an sich und ihre besten Freunde einen Gang runterschrauben. Spaziergänge seien am besten in die frühen Morgenstunden und späten Abendstunden zu verlagern, wenn sich die Temperaturen in einem erträglichen Rahmen bewegen.

Auch der Ort des Spaziergangs ist entscheidend: Das Laufen auf heissen Asphaltböden kann für die Vierbeiner zu einer echten Qual und für Verbrennungen sorgen. Denn bei 35 Grad Lufttemperatur, wie sie momentan herrschen, erhitzt sich der Asphalt auf bis zu 65 Grad und mehr.

Wer sich unsicher ist, ob der Asphaltboden für die Hundepfoten noch zumutbar ist, könne, so empfiehlt die Tierschutzorganisation «4 Pfoten», die 7-Sekunden-Regel anwenden: Hand für sieben Sekunden auf den Asphalt legen. Wenn der Boden zu heiss dafür ist, ist er es auch für die Hundepfoten.

Ein erfrischendes Bad, ein feines Glacé

Doch natürlich hat der Sommer auch einige Freuden zu bieten. Für uns Menschen sind es wohl insbesondere Badi-Besuche und der Konsum von Glacé, die den Inbegriff von Summerfeeling verkörpern.

Beides kann auch Hundegemüter erfreuen: Glacés für Hunde finden sich mitlerweile nicht mehr nur in Zoofachhandlungen, sondern auch so manche Eisdiele bietet eigene Glacés für Vierbeiner an.

Im Internet sind zudem unzählige Rezepte für Hundeerfrischungen zu finden – vom Leberwursteis bis zum Joghurt-Eiswürfel.
Das Baden im See oder Fluss oder die kurze Abkühlung im Brunnen oder einer Pfütze ist für viele Hunde ein Highlight im Sommer.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten, insbesondere in stehenden Gewässern: Je länger die Hitzewelle, desto höher die Gefahr für Blaualgen im Wasser. Diese können für Hunde sehr gefährlich werden, wenn sie vom befallenen Wasser trinken beziehungsweise ihre Pfoten oder andere Körperstellen nach dem Bad ablecken.

Hunde seien, so informiert etwa das kantonale Labor auf seiner Webseite, daher von Gewässern fernzuhalten, in denen Ansammlungen von Algen zu erkennen seien. Auch trübes und verfärbtes Wasser sowie «Stellen, an denen sich Flocken, Schlieren oder ein schmieriger Film auf dem Wasser bilden», seien zu meiden.

Zudem solle der Hund kein trübes Wasser trinken, auch nicht aus Pfützen. Aktuell sind jedoch zumindest für den Kanton Zürich keine Meldungen zu Blaualgen in den Gewässern vorhanden.

Das Auto als tödliche Falle

Schliesslich noch zum Thema motorisierte Mobilität: Es sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass Autos im Sommer zur tödlichen Falle werden können – auch wenn sie im Schatten parkiert sind und das Fenster einen Spalt offensteht.

Die Erwärmung des Innenraums geht dabei rasend schnell: Bei einer Aussentemperatur von 28 Grad kann sich der Innenraum eines Fahrzeugs bei Sonneneinstrahlung schon nach 10 Minuten auf 35 Grad erwärmen, nach 20 Minuten beträgt die Temperatur bereits 54 Grad.

Steigen die Aussentemperaturen wie aktuell gerade auf 36 Grad, erhitzt sich das Auto nach 10 Minuten auf 43 Grad, nach 20 Minuten bereits auf 62 Grad. Dies beweise, wie der Blick berichtet, eine kürzlich durchgeführt Studie des TCS.

Katzen hecheln nicht

Doch genug der Hunde. Wie sieht es bei den anderen beliebten Haustieren von Herr und Frau Schweizer aus? Wie gehen etwa die Katzen mit dem Hochsommer um? Generell sind Katzen wärmeresistenter als Hunde. Das kommt daher, dass sie ursprünglich von der nordafrikanischen Wildkatze abstammen.

Um sich bei heissen Temperaturen abzukühlen, fangen sie nicht wie die Hunde an zu hecheln, sondern verringern ihre Aktivitäten und suchen sich kühle Plätzchen, an denen sie den Grossteil des Tages verschlafen.

Auch die Körperpflege bringt ihnen Abkühlung: durch den aufgetragenen Speichel wird das Fell angenässt, die Verdunstungskälte sorgt für Erfrischung. Katzenbesitzer*innen können sie unterstützen, indem sie ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung stellen – und die Samtpfoten vielleicht etwas zum vermehrten Trinken animieren, etwa durch einen Katzenbrunnen oder grosse, flache Gefässe mit Wasser, in denen die Stubentiger vielleicht auch gleich noch ihre Pfoten benetzen könnten – falls sie Bedarf haben.

Für Wohnungskatzen wichtig: Immer dafür sorgen, dass kühle Rückzugsorte zur Verfügung stehen und die Wohnung nicht zu stark aufheizt.

Ein Satz heisse Ohren?

Gar keine Fans des Hochsommers sind die Kaninchen. Sie kommen zwar sehr gut mit niedrigen Temperaturen zurecht, aber gegenüber Hitze sind sie sehr empfindlich. Wie der Webseite «Kaninchenwiese» zu entnehmen ist, können sie weder schwitzen noch hecheln und drohen deshalb bei hohen Temperaturen zu kollabieren. Die Wärme geben sie insbesondere über ihre grossen Ohren ab, weswegen diese auch im Sommer wärmer sind als im Winter.

Um die Langohren zu unterstützen, haben Besitzer*innen einige Möglichkeiten: Kühle Steinplatten oder Kühlakkus im Gehege sorgen etwa für angenehme Liegeplätze. Weden sie auf dem Balkon oder im Garten gehalten, sollten sie nie direkter Sonne ausgesetzt sein, wie der Schweizer Tierschutz schreibt.

In Freilaufgehegen können Behälter mit feuchter Erde zum Buddeln anregen. Als Futter eignen sich an heissen Tagen Grünfutter mit vile Flüssigkeit: wie Salat oder auch Gurken. Für den Kreislauf sollte natürlich auch stets ausreichend Trinkwasser zur Verfügung stehen.

Ich wollt, ich wär ein Huhn?

Und wie sieht es aus mit den Hühnern? Auch das liebe Federvieh hat keine Fähigkeit zu schwitzen. Ihre Körpertemperatur ist normalerweise schon sehr hoch und liegt bei 41 bis 42 Grad. Bei Aussentemperaturen über 25 Grad wird es ihnen daher schon schnell zu heiss, denn, schon eine Steigerung der Körpertemperatur um ein bis zwei Grad kann für das Geflügel tödlich enden, wie die Webseite «Agrar heute» schreibt.  

Mit abgespreizten Flügeln und hechelnder Atmung versuchen sie, für Kühlung zu sorgen. Hühnerhaltende sollte ihnen helfen, indem sie für ausreichend schattige Plätze, stets verfügbares frisches Wasser und ein gutes Stallklima mit ausreichender Belüftung sorgen. Kühle Leckerbissen wie Wassermelone oder Gurke werden ebenfalls gerne genommen.

Quartierhof kann Hitze gut begegnen

Einer der Orte in Höngg, wo sich viele Tiere tummeln, ist der Quartierhof. Wie geht der Verein mit der Hitze um? Sind besondere Massnahmen erforderlich? Der Quartierhof, so erklärt Flurina Grundlehner vom Verein, habe das Glück, dass er viele schattige Plätze aufweisen könne.

Pferde und Ponys hätten mehrere Weiden zur Verfügung, auf denen sich die Tiere in den Schatten der Bäume zurückziehen könnten. Auch die Ziegen und Schafe haben viele natürlich Rückzugsmöglichkeiten. Die Kaninchen, so Grundlehner, seien ohnehin am kühlsten Ort des ganzen Hofes untergebracht – in der grossen Scheune.

Und bei den Hühnern sorgten die Verantwortlichen für ein gutes Stallklima und ausreichend Schattenplätze. Selbstverständlich stünde allen Tieren jederzeit frisches und kühles Wasser zur Verfügung.

Besserung in Sicht

Mit diesen Tipps können also auch die Vierbeiner und das Lieblingsgeflügel die vorgezogenen Hundstage einigermassen gut überstehen. Und wie es aussieht, müssen sie vorerst gar nicht mehr so lange durchhalten: Für nächste Woche sind wieder «angenehmere» Temperaturen von weniger als dreissig Grad angesagt.

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