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Vereine

Zu Besuch bei den Hirschen auf dem Waidberg

10. Oktober 2018 von

Foto: Dagmar Schräder

Vize-Präsident und Tierpfleger Hans Nikles zeigt den Besucher*innen das Hirschgehege.

Foto: Dagmar Schräder

Alle fünf Hirschkühe im Tierpark Waidberg haben im Sommer gekalbt.

Foto: Dagmar Schräder
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10. Oktober 2018

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Am 28. September lud der Verein «Tierpark Waidberg» zu seinem traditionellen Herbstumgang um das Hirschgehege ein.

Just zum Start des Herbstumgangs besann sich die Sonne an diesem Samstagmorgen Ende September doch noch eines Besseren. Mit zunächst zaghaften, dann immer kräftigeren Strahlen verdrängte sie den ersten Hochnebel der diesjährigen Herbstsaison und sorgte so nicht nur für eine wunderbare Aussicht auf die ganze Stadt Zürich, sondern wärmte auch die leicht fröstelnden Teilnehmer*innen des Umgangs, die sich vor dem Gehege des Tierparks Waidberg versammelt hatten.

Neumitglieder dringend gesucht

Rund 40 Personen, vorwiegend älteren Semesters, aber auch einige Familien mit Kindern, hatten sich eingefunden und wurden vom Präsidenten des Vereins «Tierpark Waidberg», Ernst Tschannen, begrüsst. Er wusste von erfreulichen und weniger erfreulichen Dingen aus dem Vereinsjahr zu berichten. Eine grosse Schwierigkeit etwa, mit der sich der Verein momentan konfrontiert sehe, sei, so Tschannen, der zunehmende, vornehmlich altersbedingte Schwund an Mitgliedern. Hier sei mittlerweile eine Schmerzgrenze erreicht und neue, jüngere Mitglieder dringend erwünscht.

Notwendige Reparaturarbeiten und ein neuer Antrag

Sehr positiv für den 1998 gegründeten Verein sei dagegen die jüngst eingegangene, grosszügige Spende der «Walter und Eileen Leder- Stiftung für den Tierschutz» gewesen, die einige aktuelle finanzielle Engpässe habe mildern können – wie etwa die Kosten für die Reparatur des Geheges, das letzten Winter durch eine umgefallene Birke stark beschädigt worden war. Kein Verständnis fand Tschannen in diesem Zusammenhang für die Verantwortlichen von Grün Stadt Zürich, die, so der Vereinspräsident, «nicht gewillt waren, die Reparaturkosten für das Gehege zu übernehmen, obwohl der Baum ausserhalb des Geheges gestanden hatte und auch der Zaun Eigentum der Stadt ist.» Tschannen, selbst ehemaliger Direktor von Grün Stadt Zürich, bemängelte zudem die fehlende Bereitschaft eben dieser Institution, die Treppe, angrenzend an das Gehege, instand zu setzen. Für Besucher*innen, die nicht gut zu Fuss seien, sei die Treppe langsam, aber sicher unpassierbar. Darüber hinaus hat der Verein ein Konzept für eine Aufwertung des Tierparks eingereicht, das unter anderem auch eine hölzerne Aussichtsplattform enthält, von der aus die Tiere besser beobachtet werden könnten. Eine erste Konzepteingabe wurde vom Tiefbau- und Entsorgungsdepartement abgelehnt. Der Verein werde auch in dieser Sache hartnäckig dranbleiben, versicherte Tschannen seinen Zuhörer*innen.

Fruchtbares Jahr für das Damwild

Anschliessend übernahm Vizepräsident und Tierpfleger Hans Nikles das Wort und widmete sich den eigentlichen Protagonisten des Rundgangs, den Damhirschen. Diese könnten, so Nikles, auf eine äusserst produktive Saison zurückblicken: Alle fünf Hirschkühe der Herde hätten im Sommer gekalbt, so dass die Herde inklusive dem Stier und einem einjährigen Jungtier auf eine momentane Grösse von zwölf Tieren angewachsen sei. Dadurch sei unumgänglich, dass noch in diesem Jahr zwei oder drei Tiere erlegt werden.
Er lud die Besucher*innen ein, sich die Tiere und ihr Zuhause aus der Nähe zu betrachten und das Gehege zu betreten. Angesichts der Menschenmenge zogen es die Tiere jedoch vor, das Geschehen aus der Ferne zu betrachten und liessen sich auch durch Futter nicht zum Näherkommen bewegen, so dass die Gäste die Gelegenheit nutzten, die Futterstelle und den neu eingefassten Brunnen zu bewundern, der die Tiere rund um die Uhr mit frischem Wasser versorgt. Mit diesen Einblicken endete die Führung – und während das Hirschrudel wieder sich selbst überlassen wurde, widmete sich die Menschengruppe dem geselligen Teil des Tages: einem gemeinsamen Mittagessen bei der «Metzgete» auf dem Hof der Familie Willi-Bosshard. (Siehe Artikel «Isch dä letschti Buur gmetzget?»)

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