So war die Sonnenfinsternis in Höngg

In Scharen strömten die Menschen auf den Hönggerberg, um die Sonnenfinsternis zu erleben. Auch wenn es nie richtig dunkel wurde, blieb der Abend für viele ein besonderer kollektiver Moment.

Die Leute strömten in Scharen auf den Hönggerberg, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. (Foto: Jasmine Osterwalder)

Normalerweise ist die Werdinsel an schönen Sommerabenden ein Hotspot. Doch gestern, am Mittwoch, 12. August, setzte kurz vor 19 Uhr ein kleiner Exodus ein: Fast wie in einer Bewegung zog es viele Menschen bergauf.

Dieser junge Herr baute sich eine Camera obscura, um die Sonnenfindernis auf dem Hönggerberg zu beobachten. (Foto: Jasmine Osterwalder)

Grund war die Sonnenfinsternis (wir berichteten): Nach 27 Jahren war in der Schweiz wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Während sie in einem Streifen von Grönland bis Spanien total war, wurden in Zürich laut Daniel Karbacher, Demonstrator der Urania-Sternwarte Zürich, bis zu 91 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt.

Nicht der glühende Mond, sondern die Sonne: (Foto: Jasmine Osterwalder)

Die partielle Sonnenfinsternis begann um 19.24 Uhr. Ihr Maximum erreichte sie um 20.18 Uhr, bevor die Sonne um 20.43 Uhr schliesslich unterging.

So war die Sonnenfinsternis in Höngg zu erleben. (Foto: Marcel Knörr)

Der Logenplatz

Verschiedene Medien – auch der «Höngger» – hatten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass der Hönggerberg ein besonders guter Ort sei, um das Himmelsereignis zu beobachten. Und tatsächlich strömten die Menschen in Scharen auf den «Hönggi», um ihre Augen nach Nordwesten zu richten.

Sonnenfinsternis 2026 auf dem Hönggerberg: Der Abend war für viele ein besonderer kollektiver Moment. (Foto: Jasmine Osterwalder)

Wobei es eher die Brillen waren: Schutzbrillen, die rasch ausverkauft waren. Auch in Höngg wurde etwa der Optiker He-Optik mit Anfragen überrannt. Doch das trübte die Stimmung auf dem Hönggerberg keineswegs. Im Gegenteil: Die Menschen teilten die noch verfügbaren Brillen miteinander und genossen gemeinsam ein Ereignis, das wohl viele nicht noch einmal erleben werden.

Eine vergleichbare partielle Sonnenfinsternis wird in der Schweiz erst am 13. Juli 2075 wieder sichtbar sein; am 3. September 2081 folgt eine totale Sonnenfinsternis.

Der geheime Logenplatz für die Sonnenfinsternis war die Endhaltestelle Heizenholz. (Foto: Daniel Diriwächter)

Während der Hönggerberg zeitweise an ein Open-Air-Konzert erinnerte, gab es auch einen kleinen, versteckten Logenplatz: an der Endhaltestelle Heizenholz. Dort versammelte sich ein kleines Grüppchen in aller Ruhe und genoss das Spektakel ganz ohne Tamtam.

Die Sonnenfinsternis von der Werdinsel zum Heizenholz (Ridian Music)

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