Quartierleben
Sonnenfinsternis und Sternschnuppen: Ein besonderer Abendhimmel
Der Mittwoch, 12. August, bietet gleich zwei besondere Himmelsereignisse: Am Abend ist über Zürich eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Wenige Stunden später könnten mit etwas Wetterglück bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar werden.
8. August 2026 — Jasmine Osterwalder
Nach 27 Jahren ist in der Schweiz wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Während die Finsternis in einem Streifen von Grönland bis Spanien total sein wird, werden in Zürich laut Daniel Karbacher, Demonstrator der Urania-Sternwarte Zürich, bis zu 91 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Die partielle Sonnenfinsternis beginnt um 19.24 Uhr. Das Maximum wird um 20.18 Uhr erreicht, bevor die Sonne um 20.43 Uhr untergeht.
Wer das Ereignis verpasst, muss sich lange gedulden: Eine vergleichbare partielle Sonnenfinsternis wird in der Schweiz erst am 13. Juli 2075 wieder zu sehen sein und am 3. September 2081 gibt es eine totale Sonnenfinsternis.
Die Bedingungen seien allerdings nicht ideal, sagt Karbacher. Weil die Sonne bereits tief über dem Horizont stehe, könnten Dunst oder Wolken die Sicht zusätzlich beeinträchtigen. Zudem falle die Verdunklung weniger stark auf als bei einer Sonnenfinsternis zur Mittagszeit, da die Sonne kurz darauf ohnehin untergeht.
Bereits die letzte Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 blieb vielerorts wegen dichter Bewölkung oder Regen verborgen.
Niemals ohne Schutz in die Sonne blicken
Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, benötigt zwingend eine zertifizierte Schutzbrille. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt ausschliesslich Brillen nach der Norm ISO 12312-2:2015 mit CE-Kennzeichnung. Diese sind online oder im Fachhandel erhältlich. In Höngg bietet beispielsweise He-Optik solche Brillen an.
Ein ungeschützter Blick in die Sonne kann die Netzhaut dauerhaft schädigen. «Die Versuchung ist gross, direkt in die Sonne zu schauen, weil sie am Abend nicht mehr so hoch steht. Viele unterschätzen deshalb ihre Helligkeit», so Karbacher. Auch Ferngläser, Teleskope oder Kameras dürfen nicht ohne geeignete Sonnenfilter verwendet werden, da sie das Sonnenlicht zusätzlich bündeln.
Für die Beobachtung empfiehlt Karbacher einen erhöhten Standort wie den Hönggerberg. Dort lasse sich neben der Sonne auch die besondere Stimmung während der Finsternis gut erleben.
Nach Sonnenuntergang folgen die Perseiden
Kaum ist die Sonne untergegangen, folgt bereits das nächste Himmelsschauspiel. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht der Perseiden-Meteorstrom seinen Höhepunkt. Unter günstigen Bedingungen könnten bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein.
«Ein Teleskop oder Feldstecher ist ungeeignet, um die Perseiden zu sehen», sagt Karbacher. «Sie erscheinen so kurz, dass sie nur mit blossem Auge erfasst werden können.» Am besten lassen sich die Sternschnuppen nach Mitternacht beobachten. In diesem Jahr sorgt der Neumond für besonders gute Bedingungen, weil kein Mondlicht den Nachthimmel aufhellt.
Bei den Perseiden handelt es sich nicht um Sterne, sondern um winzige Staubteilchen, die ein Komet auf seiner Bahn durch das Sonnensystem hinterlassen hat. Jedes Jahr durchquert die Erde dieses Staubband. Die Teilchen treffen mit rund 216’000 Kilometern pro Stunde auf die Erdatmosphäre und bringen die Luft in rund 100 Kilometern Höhe zum Leuchten – als Sternschnuppen werden sie von der Erde aus sichtbar.
Dunkle Standorte bieten die besten Chancen
Für die Beobachtung der Perseiden empfiehlt Karbacher einen möglichst dunklen Ort mit freier Sicht nach Osten. Der Hönggerberg eigne sich dafür gut. Der Aussichtspunkt Waid könnte wegen der Beleuchtung der Stadt zu hell dafür sein. «In der Stadt wird der Nachthimmel durch künstliche Lichtquellen und zunehmend auch durch Satelliten beeinflusst», sagt Karbacher. Gleichzeitig verweist er auf eine positive Entwicklung: «Im Vergleich zu vor 120 Jahren, als die Sternwarte in Betrieb genommen wurde, gibt es weniger Russ in der Stadt und die Luft ist klarer geworden.»
Bleibt der Himmel am Mittwochabend wolkenfrei, können Interessierte im Kreis 10 innerhalb weniger Stunden gleich zwei seltene Naturereignisse erleben: zuerst die partielle Sonnenfinsternis und anschliessend den Höhepunkt der Perseiden. Eine seltene Gelegenheit, den Blick einmal nicht auf die Stadt oder die Limmat, sondern auf die Ereignisse am Nachthimmel zu richten.
Die Sonnenfinsternis in Wipkingen
Am Mittwoch, 12. August 2026, ist über Zürich eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Die Pfarrei Guthirt in Wipkingen lädt aus diesem Anlass zu einem Informations- und Beobachtungsabend ein.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr mit Informationen zur Sonnenfinsternis aus astronomischer Sicht sowie einem Blick auf entsprechende Berichte in der Bibel. Anschliessend kann das Naturschauspiel vom Turm der Kirche Guthirt aus beobachtet werden. Der Höhepunkt der partiellen Sonnenfinsternis wird gegen 20.18 Uhr erwartet; in Zürich sollen dabei bis zu 91 Prozent der Sonne verdeckt sein.
Da sich aus Sicherheitsgründen höchstens 50 Personen gleichzeitig auf dem Turm aufhalten dürfen, ist eine Anmeldung erforderlich. Eine geeignete Schutzbrille muss selbst mitgebracht werden.
Weitere Informationen und Anmeldung: Pfarrei Guthirt, info@guthirt.ch




0 Kommentare