Frühlingsputz im Stadtwald

1379 Kinder aus 66 Schulklassen hatten sich für den Waldputztag angemeldet, darunter einige aus Höngg, die dann auch am Mittwoch, 23. März, alles einsammelten, was nicht in den Wald gehörte.

Stolz auf einen ertragreichen Vormittag: die Höngger Schulkinder nach zwei Stunden Waldputzete.

Ende März führen die Naturschulen von Grün Stadt Zürich mit Schulklassen traditionellerweise einen Waldputztag durch. In der kurzen Zeitspanne zwischen der Schneeschmelze und der Brut- und Setzzeit der Wildtiere, die Anfang April beginnt, schwärmen die Schülerinnen und Schüler aus, um den Stadtwald von Abfall und liegen gebliebenem Unrat zu säubern. Am Erfolg des letzten Jahres konnte mehr als bloss angeknüpft werden: 16 Klassen, die gerne auch geholfen hätten, musste gar abgesagt werden, weil es an geeigneten Waldgebieten wie auch an Betreuungspersonen fehlte.

2,15 Tonnen Abfall in zwei Stunden

Für die anderen Dritt- bis Sechstklässler hiess es dann, ausgerüstet mit Handschuhen und Abfallsäcken, ab in den Wald und «Fötzelen» − wobei dieser Begriff mit Blick auf die gesammelte Menge eher zu kurz greift: Unglaubliche 2,15 Tonnen Abfall wurden zusammengetragen und an den Sammelorten deponiert, wo sie von den Mitarbeitern der Forstreviere abgeholt und in die Kehrichtverbrennung gebracht wurden. Es war beeindruckend, mit welchem Eifer die Kinder ihrer Aufgabe bis zur letzten Minute der geplanten zwei Stunden nachgingen – und was sie dabei alles fanden. Von Flaschen, Dosen, Schuhen über Benzinkanister bis zu einem ganzen Bettgestell und – was die Abfallsuche zur «Schatzsuche» werden liess – zwei aufgebrochenen Tresoren wurde alles herbeigeschleppt. Silvia Fux von Grün Stadt Zürich, die den ganzen Anlass koordinierte, zeigte sich mit dem Ergebnis denn auch sehr zufrieden: «Seit 15 Jahren sammeln wir so mit den Klassen, die unsere Waldschule besuchen, Abfall zusammen. Letztes Jahr öffneten wir den Waldputztag für alle Schulklassen. Der Erfolg zeigt uns, dass die Natur den Kindern von heute viel wert ist.» Die Erfahrung, dass alles, was achtlos weggeworfen wird, auch von jemandem zusammengelesen werden muss, prägt hoffentlich auch positiv nachhaltig. Dazu beitragen dürfte auch, dass parallel zum Waldputztag in vielen Klassen thematisiert wurde, wie lange Abfall die Umwelt belastet. Dass zum Beispiel Blechdosen 100 Jahre, PET-Flaschen 1000 und Glasflaschen gar 4000 Jahre brauchen, bis sie sich zersetzt haben, kann nicht genug in Erinnerung gerufen werden. Allerdings, so merkte ein Schüler auf Glasflaschen bezogen schelmisch an: «Wenn sich Glas schneller zersetzen würde, hätte man aus der Römerzeit ja gar nichts mehr gefunden.» Stimmt – doch nur aus Rücksicht auf künftige Archäologengenerationen sollte dennoch nichts in der Natur liegen bleiben.

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