Höngger Bänkli: Mehr als zwei Drittel wurden beschädigt

Mehr als zwei Drittel der 130 roten Bänkli in Höngg wurden durch Sprayereien und Schnitzereien beschädigt. Für Werner Bader und sein Bänkli-Team des Verschönerungsvereins Höngg bedeutet das viel Ärger und zusätzliche Arbeit.

Sie laden zum Verweilen ein und sind zu einem Erkennungszeichen im Quartier geworden: die rund 130 leuchtend roten Bänkli des Verschönerungsvereins Höngg (VVH). Damit sie in gutem Zustand bleiben, kümmert sich das Bänkli-Team das ganze Jahr über um ihren Unterhalt. Doch derzeit ist die Stimmung getrübt. Die Mehrheit der Bänke wurden durch Sprayereien und Schnitzereien beschädigt.

Werner Bader leitet das Bänkli-Team und ärgert sich über die mutwilligen Beschädigungen. Besonders die Schnitzereien auf den Holzbänken stossen bei ihm auf Unverständnis: «Schnitzereien an unseren Bänken sind für mich ein absolutes No-Go.» Der Verein finanziere seine Arbeit durch Spenden, betont er. Zudem sei der Aufwand für die Reparaturen beträchtlich.

Mutwillige Schnitzereien bei den Käferberg-Bänkli. (Foto: Werner Bader)

Viel Arbeit für eine beschädigte Latte

Die Reparatur eines Bänklis belaufe sich auf etwa 80 Franken für Schreiner- und Malerarbeiten. Hinzu kommt die aufwendige Arbeit, die viele Freiwillige unentgeltlich leisten. Für Bader ist nicht nachvollziehbar, weshalb fremdes Eigentum mutwillig beschädigt wird.

«Wie soll ich es verstehen, dass man fremdes Eigentum verunstalten darf und es dafür keine Folgen hat?», fragt er. Der Verein hat die Vorfälle bei der Polizei angezeigt. Die Verantwortlichen konnten bisher jedoch nicht ermittelt werden. Laut Polizei müssten die Täterinnen oder Täter auf frischer Tat ertappt werden.

Ein weiteres Beispiel der Zerstörungswut. (Foto: zvg)

Freiwilliger Einsatz fürs Quartier

Zum Glück darf Bader auf die Unterstützung seines vierköpfigen Teams zählen. Etwa 500 Stunden kümmert es sich rund um das Jahr um die roten Bänkli und sorgt dafür, dass die Sitzgelegenheiten der Bevölkerung weiterhin zur Verfügung stehen.

Zweimal jährlich organisiert es zudem einen Arbeitstag, an dem freiwillige Helferinnen und Helfer mit anpacken. Der nächste Arbeitstag ist am Samstag, 7. November, ab 9 Uhr (Anmeldung: Website Verschönerungsverein). Der Anlass findet bei jeder Witterung statt.

Dabei beschränkt sich der Einsatz aber nicht nur auf die Bänke: Auch entlang der Limmat, beim Schopf und in der Umgebung fallen Unterhaltsarbeiten an. Zudem pflegt das Team den Findlingsgarten. Nach getaner Arbeit bleibt auch Zeit für das gesellige Zusammensein.

Für Bader lohnt seinen Einsatz trotz des aktuellen Frusts: «Ich bin sehr stolz auf unsere Bänkli und wir erhaltene viele nette Rückmeldungen. Es ist der schönste Arbeitsplatz, um für das Quartier etwas Gutes zu tun.» Dass die roten Bänkli trotz gelegentlicher Schäden ihren Platz im Quartier behalten, ist dem Einsatz vieler Freiwilliger zu verdanken.

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