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Wie ein Umweg zur Entdeckung wurde

25. Januar 2017 von

Foto: Archiv «Höngger»

Walter Zweifel schenkt seinem Team die Weine persönlich zur Degustation ein: Nur was im Team Gefallen findet, ergänzt künftig das Sortiment.

Von

Online seit
25. Januar 2017

Printausgabe vom
26. Januar 2017
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Zuerst war es vor 21 Jahren eine Partner-Weinhändlertagung, dann entwickelte sich daraus die öffentliche Neuheiten-Degustation. Warum ist diese Walter Zweifel so wichtig?

Wer eine Weinhandlung betritt, überlegt sich wohl kaum, wie der Händler eigentlich selbst Neuheiten entdeckt. Walter Zweifel, bis Mitte 2016 selbst Geschäftsführer bei Zweifel Weine und seither Delegierter des Verwaltungsrates, kann die Frage einfach beantworten: «Wir suchen aktiv oder neue Produzenten kommen auf uns zu, und oft erhalten wir auch durch befreundete Produzenten Tipps». Doch nur jene Neuentdeckungen kommen ins Sortiment, die dort geschmacklich eine Lücke füllen oder eine neue Provenienz abdecken – und auch dann erst, wenn sie in der internen Degustationsrunde des Zweifel-Teams bestehen konnten. Zweifel kennt fast alle «seine» Produzenten persönlich und der Kontakt ist ihm sehr wichtig. Nur so wisse man, welche Ideen und Visionen die Winzer in den Rebbergen umtreibt und sei stets am Puls der Entwicklungen. Und er fügt an, dass der Kontakt vertrauensbildend sei, denn, was erstaunen mag, im Weingeschäft gäbe es meistens keine Verträge: «Man arbeitet auf Vertrauensbasis». Doch Geschäftskontakte können abbrechen, ohne dass Freundschaften deshalb aufgegeben werden und so später wieder zu neuen Entdeckungen führen. So hatte Zweifel Weine während rund 20 Jahren die Vertretung des portugiesischen Dão-Weinproduzenten «Santar». Dann aber war die Besitzer-Familie gezwungen, an ein anderes Weinunternehmen zu verkaufen, das bereits einen anderen Vertriebspartner in der Schweiz hatte – Zweifel musste die Weine aus dem Sortiment nehmen. «Mit dem Santar-Oenologen Pedro Vasconcelos e Souza habe ich trotzdem all die Jahre danach den Kontakt gepflegt», erzählt Zweifel, «und letzten Sommer rief er mich an und schwärmte: Er habe nun ein eigenes ˂kleines˃ Weingut im Alentejo und wolle wissen, ob ich Interesse hätte». Walter Zweifel hatte, und der «Freixo» entpuppte sich als wirkliche Trouvaille. «Der ˂Freixo Reserva˃ ist jetzt sogar einer unserer Jahresweine 2017», freut sich Zweifel über die Früchte dieser langjährigen Freundschaft. Der Wein wird auch an der Neuheiten-Degustation im Zweifel Vinarium Höngg bereitstehen. «Ich freue mich jedes Jahr auf den Anlass», so Walter Zweifel, «denn wir können nicht nur die ganze Bandbreite unseres Sortiments zeigen, sondern auch die Produzenten. Dieses Mal sind mehr als 45 aus Europa und Übersee persönlich anwesend und können Fragen beantworten». Genau das ist es, was Walter Zweifel besonders wichtig findet. (fh)

Neuheiten-Degustation
Montag, 30. Januar, 14 bis 21 Uhr,
Zweifel Vinarium
Regensdorferstrasse 20
8049 Zürich
www.zweifelvinarium.ch

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