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Was aus Kundensicht wünschenswert wäre

13. Juni 2013 von

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13. Juni 2013

Printausgabe vom
13. Juni 2013
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Ging es im Artikel letzte Woche zur Auswertung der Umfrage des Vereins Handel und Gewerbe Höngg (HGH) zur Lage des Höngger Detailhandels um die Einschätzung des Angebots, so zeigt diese Folge auf, wo aus Kundensicht Verbesserungsmöglichkeiten als sinnvoll erachtet würden.

«Hönggerinnen und Höngger wären nicht, wie sie eben sind, wenn sie nicht auch Ideen hätten oder Initiativen für attraktivere Einkaufsmöglichkeiten und -angebote in Höngg unterstützen würden», schloss der letzte Artikel dieser Serie zur HGH-Umfrage. Doch wer die Bevölkerung Hönggs kennt, weiss um deren Heterogenität, mit der sich auch der Detailhandel täglich auseinanderzusetzen hat und darf. Wenn es nun um Verbesserungsvorschläge geht, könnte man versucht sein, das alte Sprichwort von wegen «allen Menschen Recht getan, ist ein Ding, das niemand kann» zu zitieren. Doch damit würde man es sich zu leicht machen, denn die Umfrage brachte doch auch die eine oder andere homogene Aussage zutage.

Wochenmarkt: Gewünscht, doch schlecht genutzt

Die 15. Frage wollte konkret wissen, was als sinnvoll erachtet würde, um das Einkaufen in Höngg attraktiver zu machen: «Welche der folgenden Service- und/oder Dienstleistungen sollte der Höngger Handel Ihrer Ansicht nach gemeinsam anbieten beziehungsweise ausbauen, um das Einkaufen im Quartier attraktiver zu machen?» 16 Möglichkeiten waren vorgegeben, weitere konnten frei hinzugefügt werden. Das Ergebnis der Umfrage dürfte jene, welche sich im «Dorf» schon früher über die Thematik unterhielten, nur teilweise überraschen. So zum Beispiel, dass ein Wochenmarkt von 44 % der Antwortenden gewünscht wird. Das deckt sich mit der eigens zum Wochenmarkt, der jeden Donnerstag beim Einkaufszentrum Hönggermarkt stattfindet, gestellten Frage: 82 % gaben an, er sei ihnen bekannt, 15 % kauften dort in den letzten drei Monaten ein und für 3% war er sogar der Haupteinkaufsort. Eine Diskrepanz zeigt sich allerdings zwischen jenen, welche einen Markt wünschen und jenen, die ihn dann auch besuchen, denn eine Rückfrage bei den Marktbetreibern bestätigt, dass man dort mit Umsatzproblemen kämpft. Doch nur wenn jene, die sich einen Markt wünschen, auch beim bestehenden einkaufen, kann das initiative Projekt von Dauer sein. Die Diskrepanz erklären könnten vielleicht die zwölf zum Markt gemachten Einzelaussagen: Da wurde angeregt, der Markt könnte grösser sein, sollte am Samstag stattfinden und auch nicht bereits um 12 Uhr schliessen – dann könnten auch Berufstätige das Angebot besser nutzen, so die Meinung.

Einheitliche Ladenöffnungszeiten?

Mit 37 % am zweithäufigsten gefordert wurden einheitliche Ladenöffnungszeiten. Der «Höngger» hat diese für 51 Geschäfte erfasst und ausgewertet. Tatsächlich bietet sich hier ein uneinheitliches Bild. So haben zum Beispiel am Montag etwas über 21 % aller Geschäfte geschlossen, knappe 8 % öffnen erst am Nachmittag. Noch schwieriger, sich zu orientieren, ist es bei den Öffnungszeiten, dort insbesondere bei jenen über Mittag: Von Dienstag bis Freitag haben 55 % der Geschäfte durchgehend offen, alle anderen schliessen – zu unterschiedlichen Zeiten und für unterschiedliche Dauer. Auch die Öffnungszeiten am Morgen sind uneinheitlich: So öffnen von Dienstag bis Freitag knapp 14 % um 7.30 Uhr oder früher, 27 % um 8 Uhr, 18 % um 8.30 Uhr, 29 % um 9 Uhr und fast 10 % erst um 10 Uhr oder später. Für die Ladenschlusszeiten am Abend zeigt sich ein ähnliches Bild: 23 % schliessen um 18 Uhr oder sogar früher, zum Teil bereits um 16.30 Uhr. 53 % schliessen um 18.30 Uhr, 22 % um 19 Uhr und 2 % um 20 Uhr. Etwas überspitzt formuliert: Kunden, die sicher sein wollen, dass alle Geschäfte, welche sie für einen einzigen Einkaufsrundgang besuchen wollen, auch offen haben, gehen am besten von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 12 oder 14 und 16.30 Uhr einkaufen. Wer nun denkt, am Samstag sei dies einfacher, irrt: nur 71 % der Geschäfte sind den ganzen Tag geöffnet und nur 76 % davon durchgehend. 16 % öffnen samstags gar nicht. Dies zeigt, wie berechtigt der Wunsch der Kundschaft nach einer einheitlicheren Lösung ist. Ob und wie sich eine solche realisieren lässt, wird Teil der Diskussionen innerhalb des HGH und unter den Geschäftsbesitzern sein müssen. Zusammengefasst ebenfalls als sinnvoll erachtet werden Kunden- «Bindungsaktionen» wie Kunden- oder Rabattkarten (18 %), Geschenkkarten (17 %) oder Treuebons (16 %). Und obwohl verschiedene Geschäfte bereits einen eigenen Hauslieferdienst anbieten, wird von 24 % der Antwortenden ein gemeinsamer Hauslieferdienst gewünscht: «Offenbar ist bei einem beachtlichen Teil der Höngger Bevölkerung ein Bedürfnis nach noch mehr Kundenorientierung und -service seitens der lokal ansässigen Detaillisten vorhanden», kommentiert Jost Kayser vom Marktforschungsinstitut Fuhrer & Hotz diesen Wert. Bei beiden Themen sollte die Frage nach einem gemeinsamen Auftritt aller Geschäfte also zumindest diskutiert werden.

Viele individuelle Verbesserungsvorschläge

Die Vorschläge, welche über die Umfragebögen handschriftlich und individuell gemacht wurden, sind anzahlmässig nicht berauschend: Mit 114 Hinweisen auf Verbesserungsvorschläge haben knapp 11 % aller sich die Mühe gemacht, sich persönlich zu äussern – was verglichen mit ähnlichen Umfragen jedoch ein sehr guter Wert ist. Unter diesen 114 Bemerkungen beziehen sich 12 auf das Gastronomieangebot, das bereichert – je nach Ausrichtung trendiger, gemütlicher oder kinderfreundlicher – werden sollte. 15 Hinweise beziehen sich auf das Thema Verkehr. Da werden einerseits natürlich weniger Verkehr und bessere, sicherere Bedingungen für die Fussgänger gefordert, andererseits aber auch mehr oder Gratis- Parkplätze. Wie die anderen Aussagen zu werten sind und wie es nun allgemein weitergeht, damit wird sich die Arbeitsgruppe des HGH zusammen mit den Fachleuten des Marktforschungsinstitutes Fuhrer & Hotz am 21. Juni auseinandersetzen. Die Ergebnisse fliessen dann zusammen mit den derzeit noch laufenden Befragungen von Liegenschaftsbesitzern in dem empfehlenden Abschlussbericht des Marktforschungsinstitutes Fuhrer & Hotz zuhanden des HGH ein.

Kommentare

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500
17. September 2016 um 15:27 Uhr von Herren

Ja ein Wochenmarkt unter der Woche macht wenig Sinn. Es gibt viele berufstätige Frauen, da bleibt nur der Samstag. Unter der Woche ist Höngg leer am Morgen. Viele sind am Arbeiten. So pilgere ich nun regelmässig nach Oerlikon, was Samstags stark überlegen ist, um direkt von den Produzenten einzukaufen. Ein Markt wäre auch ein sozialer Treffpunkt am Samstagmorgen, statt nur Migros oder Coop.