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Vereine

Volksschiessen beim Armbrustschützenverein

11. Oktober 2017 von

Foto: Dagmar Schräder

Bruno Winzeler erklärt, wie man eine Armbrust handhabt.

Von

Online seit
11. Oktober 2017

Printausgabe vom
12. Oktober 2017
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Vom 14. bis 16. September luden die Armbrustschützen Höngg zum Schiessen auf den Hönggerberg ein. Wer Lust hatte, durfte sich einmal an der Armbrust versuchen.

Oben auf dem Hönggerberg, bei den Sportplätzen, begegnen sich Sportschützen der verschiedensten Gattungen. Zwischen den Fussballerinnen und Fussballern, die darum wetteifern, den Ball zwischen die Latten zu platzieren und den Gewehrschützen, die im Schiesssportzentrum ihre Salven auf die Zielscheiben ablassen, liegt auch das Vereinshaus der Armbrustschützen Höngg. Hier treffen sich die Vereinsmitglieder regelmässig zum Training auf ihrer 30-Meter- Schiessanlage. Auch nationale sowie internationale Wettkämpfe werden auf der Anlage ausgefochten. Und einmal jährlich, jeweils im Herbst, öffnen sich während drei Tagen die Türen des kleinen Vereinslokals für die Öffentlichkeit zum Volksschiessen. Dann dürfen sich auch Nicht-Mitglieder für einmal wie Wilhelm Tell fühlen und unter Anleitung der Vereinsmitglieder erste Schüsse auf die Zielscheiben ausprobieren und am Wettschiessen teilnehmen. Dazu müssen sich die Interessenten nur im Vereinslokal melden und eine kleine Teilnahmegebühr entrichten. Anschliessend wird ihnen eine Zielscheibe aus Karton ausgehändigt und ein «Coach» zugeteilt, der sie für die ihnen zustehenden sechs Probeschüsse und die fünf Wettkampfschüsse betreut.

Schiessen auf einem Höngger Fabrikat

Einer der «Coaches», der am Schiessstand auf die Schützen wartet, ist Bruno Winzeler, Vizepräsident des Vereins und zugleich auch Hersteller der hier verwendeten Armbrüste. In seinem kleinen Familienbetrieb an der Brunnwiesenstrasse in Höngg produziert Winzeler die Sportgeräte. Die beiden zwölfjährigen Mädchen, deren erste Schiessversuche Winzeler an diesem Freitagabend betreut, können sich also einer kompetenten Unterstützung sicher sein, als sie sich, ein wenig schüchtern und verlegen, mit ihren Zielscheiben bei Winzeler melden. Er erklärt ihnen, wie sie die schwere Armbrust, die vor ihnen auf einer Stütze aufliegt, handhaben müssen, wie sie sich hinsetzen und worauf sie beim Zielen achten müssen. Durch die Zielvorrichtung fixieren sie die Zielscheibe, während sie gleichzeitig die Wasserwaage im Lot zu halten versuchen und sich darum bemühen, beim Abzug den Druckpunkt zu finden. Ganz schön viele Dinge, die da zu beachten sind, finden die beiden Mädchen, sind aber hochkonzentriert bei der Sache.

Schiessen als Konzentrationsübung

«Das Schiessen mit einer Armbrust», so erklärt Winzeler, «erfordert und trainiert mentale Stärke. Für einen wirklich guten Schuss braucht man vor allen Dingen Geduld. Man muss sich Zeit lassen, die eigene Nervosität abbauen, richtig zielen.» Immer wieder ermahnt er die jugendlichen Schützinnen, ihre Beine stillzuhalten – auch während der Zeit, in der er die Waffe nachlädt und den Pfeil einlegt. So ganz gelingt das den beiden Teenagern nicht, schliesslich sind sie aufgeregt und nach jedem Schuss eifrig bemüht, sich über ihr Glück oder Pech auszutauschen – wer denkt da schon daran, die Beine stillzuhalten? Nichtsdestotrotz treffen sie gar nicht so schlecht. Das leise «Klack», das der Pfeil beim Auftreffen auf die Zielscheibe verursacht, verrät dem Kenner bereits, ob der Schuss brauchbar war oder nicht: «Man kann schon am Klang erkennen, ob der Pfeil das Schwarze getroffen hat», erklärt Winzeler und nickt anerkennend, als er die Zielschiebe per Knopfdruck in den Schiessstand zurückbefördert. «9 Punkte, ein wirklich guter Schuss», lobt er und trägt die Zahl in das Teilnehmerblatt des Mädchens ein. Nach sechs Probe- und fünf Wettkampfschüssen erhalten die beiden ihre Zielscheiben zurück und können sie bei der Anmeldung abgeben. Für eine Auszeichnung hat es beiden leider nicht ganz gereicht, doch stolz sind sie trotzdem auf ihr Ergebnis.

Traditionssport auf Nachwuchssuche

Die zwei Mädchen sind nicht die einzigen, denen dieser traditionsreiche Sport Spass macht: Bis zum Ende des Volksschiessens werden an den drei Tagen rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Einzelwettkampf teilgenommen haben, zudem zahlreiche Gruppen. «Ab vier Teilnehmerinnen und Teilnehmern kann eine Gruppe gebildet werden», erklärt Winzeler. Diese Gelegenheit nehmen viele Vereine und Firmen aus Höngg, aber auch aus den umliegenden Quartieren, wahr. In diesem Jahr sei die Beteiligung zwar etwas geringer gewesen als die Jahre zuvor, ergänzt Winzeler, und es fehle dieses Jahr eine grosse Gruppe, dennoch haben auch 2017 insgesamt rund 20 Gruppen am Wettkampf teilgenommen. Generell erhoffen sich die Verantwortlichen des Vereins natürlich, dass das Volksschiessen nicht nur dazu beiträgt, ihren Sport noch ein wenig bekannter zu machen, sondern auch dazu, einige Neumitglieder zu gewinnen. Interessenten können sich jederzeit bei den Vorstandsmitgliedern melden und zu einem Probeschiessen vorbeikommen. Auch Junioren ab zehn Jahren sind bei den Schützen herzlich willkommen und können am Nachwuchskurs teilnehmen. Schliesslich feiern die Armbrustschützen Höngg dieses Jahr das 125-Jahre Jubiläum ihres Vereins und möchten noch mindestens ebenso lange weiterbestehen.

Weitere Informationen zu den Armbrustschützen Höngg sowie die gesamten Ranglisten des Volksschiessens finden sich auf www.ashoengg.ch

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