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Dorfleben

Postulat verlangt Umnutzung der «Wartau»

22. November 2017 von

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Online seit
22. November 2017

Printausgabe vom
23. November 2017
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Am Mittwoch, 8. November, wurde im Gemeinderat das Postulat von Mathias Egloff (SP) und Ronny Siev (GLP) behandelt, das den Stadtrat auffordert zu prüfen, «wie die nicht mehr als solche benutzte Tramremise in der Wartau zusammen mit dem Rangierfeld und eventuell dem angrenzenden Strassenraum und der Tramschlaufe gegenüber zu einem Begegnungsort gestaltet werden kann, der in Höngg einen ˂Dorfplatz˃ schafft».

Damit wurde parlamentarisch eine Idee aufgenommen, welche Gastautor Alex Steiner im «Höngger» vom 17. August unter dem Titel «Komatöses Höngg» kolportiert hatte. Auch die beiden Gemeinderäte und ihre Mitunterzeichnenden sehen an dieser Stelle «am ehesten den Ort, an dem die Infrastruktur und der Platz» das Vorhaben eines «Dorfplatzes» erlauben würden. «Der Platz vor der Remise ist zwar nicht gerade gross», schreiben sie, «er könnte aber mit klugen Eingriffen und vielleicht auch mit Veranstaltungen, einem Markt oder Konzerten, welche neue Begegnungen ermöglichen, zu einem wichtigen Ort werden, der Gemeinschaft bildet». Der Antrag wurde mit Zustimmung der FDP, GLP und der Grünen angenommen. Der Stadtrat hat nun zwei Jahre Zeit, um ihn zu beantworten.

Der Verein Tram-Museum Zürich wehrt sich

Von dem Postulat gar nicht erfreut zeigt sich natürlich der Verein Tram-Museum Zürich, der in der Remise bei der Wartau einst das Museum und heute noch seine Werkstatt betreibt. Das Gebäude sei weder disponibel noch untergenutzt und man sei auf eine Werkstätte wie die Wartau angewiesen. Präsident Markus Knecht sagte auf Anfrage des «Hönggers»: «Seit 2007 dürfen wir das ehemalige, kleine Tram-Museum in der Wartau als Werkstätte nutzen und haben es entsprechend eingerichtet. Es wird wöchentlich an einem Abend und bei Notwendigkeit auch an Samstagen am historischen Rollmaterial in der Wartau gearbeitet, hauptsächlich an hölzernen Wagenkasten – 2016 in rund 5’500 Stunden freiwilliger Fronarbeit. Nebst unseren Vereinsmitgliedern arbeiten auch Menschen aus Sozialintegrationsprogrammen mit, was sich seit Jahren bestens bewährte und geschätzt wird. Und wir laden jährlich die Öffentlichkeit zur Besichtigung der Werkstätte Wartau ein, denn das Gebäude ist ja nicht nur ein historischer Zeuge der Zürcher-, sondern insbesondere auch der Höngger-Tramgeschichte: Es war das Depot der seinerzeitigen privaten Trambahngesellschaft Zürich-Höngg. Wir sind stolz, mit unseren Arbeiten in der Wartau auch Teil des Höngger-Quartier- und Vereinslebens zu sein. Ein Ausweichen der Werkstatt-Arbeiten ins Tram-Museum Burgwies, diesem früheren VBZ-Depot, ist nicht möglich, denn in der ehemaligen Werkstätte ist heute der Migros-Markt eingemietet.»

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