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Kirchen

Jeder Anfang trägt ein Ende in sich

13. Januar 2016 von

Foto: Jacques Schindler

Ein nautischer Kompass begleitet den passionierten Segler Andreas Beerli auf seinem weiteren Weg.

Foto: Jacques Schindler

Das Publikum war begeistert, die Musik von Pius Dietschy am Klavier verbindet.

Foto: Jacques Schindler

Vom Kloss im Hals bis zum herzhaften Lachen: Das versammelte Team zeigte zum Abschied von Andreas Beerli, was es drauf hat.

Foto: Jacques Schindler

Lucy di Santo und Thomas Kistler steckten mit ihrem Gesang und ihrem Lachen an.

Von

Online seit
13. Januar 2016

Printausgabe vom
14. Januar 2016
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Am ersten Sonntag im neuen Jahr hat die Pfarrei Heilig Geist das Jahr 2016 begrüsst und ihren Gemeindeleiter Andreas Beerli verabschiedet. In einem musikalisch reichen Gottesdienst und beim anschliessenden Apéro bei Dreikönigskuchen und Ansprachen wurde klar: Hier lebt die Gemeinschaft!

Die Sängerinnen und Sänger der Cantata Prima gaben unter der Leitung von Christian Friedli dem Abschlussgottesdienst für Andreas Beerli eine festliche Note: Vier Solistinnen und Solisten interpretierten die «Missa Festiva» von Alexander Gretchaninov. Begleitet wurden sie an der Orgel von Bryan Grob und Pius Dietschy, welche die Feier mit einem Stück für Horn und Klavier abrundeten.

Zum Abschied ein Kompass

Andreas Beerli eröffnete seine letzte Predigt mit dem Prolog aus dem Johannes-Evangelium: «Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott.» Und er vertraute der Gemeinde an, welche zwei Schlüsselwörter er aus seinem gut dreijährigen Schaffen in der Pfarrei mitnehmen werde. Geschenkt bekam er sie von Pfarrer Stini Durrer, der sie in jeder Messe vor der Kommunion kaum hörbar sagt: «Wir brechen das Brot miteinander und teilen das Leben füreinander.» Das «Miteinander», so der scheidende Gemeindeleiter, stehe für die gelebte Gemeinschaft in der Pfarrei, sei es in der Pfadi, bei der Aktivia oder in den Chören, und das «Füreinander» betone, dass Kirche nie Selbstzweck sein könne. Grosse gemeinsame Projekte wie der Basar, der von über 100 Gemeindemitgliedern ein Jahr lang vorbereitet wird, stehen für eine lebendige Pfarrei. Und Andreas Beerli hat eines seiner besonderen Anliegen ergänzt: Menschen sollen auf ihrem Weg nicht nur in den eigenen Reihen füreinander sorgen. Sie sollen den Blick offen halten für Menschen, die Fürsorge besonders notwendig haben. Damit erinnert er an das von Papst Franziskus für 2016 ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit.
Nach etwas mehr als drei Jahren macht sich Andreas Beerli wieder auf den Weg. Dafür hat er als passionierter Segler von der Kirchgemeinde als symbolisches Geschenk und mit grossem Dank für sein Wirken einen nautischen Kompass aus Messing erhalten.

Apéro mit vielen Abschiedsdarbietungen

Zum traditionellen Apéro mit Dreikönigskuchen lud dieses Jahr der Pfarreirat. Präsident Peter Gruber begrüsste und formulierte die Wünsche für 2016 für die ganze Pfarrei. Allem voran natürlich die Hoffnung auf ein bald komplettes Seelsorgeteam, das gemeinsam Wege sucht und an der Zukunft baut. Gespräche sind im Gang, mehr verriet er an dieser Stelle nicht. Heilig Geist soll eine Gemeinschaft sein, die Platz für alle bietet, gerne auch für neu zugezogene und jüngere Menschen. 
Dass die Ökumene lebt, zeigte der Besuch von Pfarrer Markus Fässler, der Andreas Beerli als symbolisches Geschenk zwei Flaschen Sonnegg-Wein überreichte. Das «Sonnegg» steht als Generationenhaus für einen Ort zum Sein und einen Ort zum Handeln. Markus Fässler gab seinem katholischen Kollegen den Wunsch für Balance auf dem Weg der inneren Berufung mit.
Auch die Präsidentin der Cantata Prima, Cornelia Elmer, liess es sich nicht nehmen zu danken und Andreas Beerli mit «Tollite Hostias» aus dem Weihnachtsoratorium nicht nur wunderbare Klänge, sondern die besten Wünsche zu überbringen.
Als letzter und jüngster Redner bedankte sich Jason Santer im Namen der Ministranten für die vielen Spuren, die Andreas Beerli bei ihnen hinterlassen hat. Als lebendige Erinnerung bleibt ihnen ein gemütlicher Raum im Pfarrhaus, den sie nach ihren eigenen Ideen einrichten durften. Aber er ergänzte auch nachdenklich: «Jeder Anfang trägt das Ende in sich und nimmt mit, dass nichts für immer so bleibt, wie es ist.»
Besondere Worte und Klänge zum Abschied fanden auch die versammelten Mitarbeitenden. Angelehnt an das Guggisberg-Lied gaben sie dem Publikum eine Darbietung, die alles zuliess: vom Kloss im Hals bis zu herzhaftem Lachen. Mit Witz und Wortspielen liess das Team die Zusammenarbeit Revue passieren. Der Guggisberg wurde kurzerhand zum Hönggerberg umbenannt und liess Raum für Gefühle, Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse und Eigenschaften, die Andreas Beerli ausmachen. Einstudiert haben Text und Musik Matthias Braun und der langjährige Organist Pius Dietschy, der auch am Klavier begleitete.

Neuer Anfang – mit wem ist noch offen

Jeder Anfang trägt das Ende in sich und man möchte ergänzen: Und nach jedem Ende kommt ein neuer Anfang. Sei es ein neues, hoffentlich gutes und von Gesundheit begleitetes Jahr. Oder eine Nachfolge für Andreas Beerli, die das Team von Heilig Geist ergänzt, prägt und leitet. Die Suche ist im Gang, die breit abgestützte Pfarrwahlkommission hat bereits verschiedene Interviews mit Kandidaten geführt. Sobald klar ist, wer die Nachfolge übernimmt, wird das selbstverständlich auch hier im «Höngger» stehen. Und bis es soweit ist, leitet Matthias Braun die Pfarrei ad interim, tatkräftig unterstützt vom ganzen Team.

Eingesandt von Marie-Christine Schindler, Präsidentin der Kirchenpflege

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