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Politik / Im Blickfeld

In Seldwyla wird Wurst verboten

22. November 2017 von

Foto: zvg

Johann Widmer, Gemeinderat SVP Kreis 10, Liste 2

Von

Online seit
22. November 2017

Printausgabe vom
23. November 2017
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Jetzt bestimmen die «Weisen» im Rathaus von Seldwyla, was die Leute essen sollen – natürlich ganz im Sinne der Volksgesundheit.

Wenn Gottfried Keller noch leben würde, dann hätte er jetzt wieder genug Stoff für eine neue Novelle über die Leute von Seldwyla. Viel hat sich seit Keller in dieser Stadt nicht geändert. Es sind zwar andere Damen und Herren im Rathaus eingekehrt – viel mehr Weisheit aber nicht. Keller bemängelte ja schon die fehlende Sparsamkeit und Zielstrebigkeit der Leute von Seldwyla – da hat sich in den letzten Jahrhunderten offenbar nichts geändert. Während die Leute von Seldwyla bei Keller noch als temperamentvoll und zu Vergnügungen aufgelegt beschrieben werden, versucht die aktuelle links-grüne Mehrheit in dieser Stadt nun auch diese Lebensfreude noch zu nehmen. Das Ziel der Seldwyler ist es, mit einem Verfassungsartikel zur «Nachhaltigen und fairen Ernährung», einen Grundstein zu legen, um in der Stadt eine umweltfreundliche Ernährung zu fördern. Dadurch werde ein wichtiger Beitrag an die Gesundheit der Bevölkerung und an unsere Umwelt geleistet. Einige schlauere Seldwyler haben aber nun herausgefunden, dass diese erneute Bevormundung der Leute von Seldwyla durch die Weisen im Rat vor allem bedeutet, dass die Metzger der Stadt ausgebürgert und ihre Wurstereien geschlossen werden sollen. Es sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass Wurst das Klima verändere und die Leute krankmache. Die kleine Truppe der schlaueren Seldwyler hat vergeblich versucht, die Weisen im Rat von der Bieridee abzubringen – der Mumpitz konnte aber nicht verhindert werden und nun sollen die Leute von Seldwyla dazu befragt werden. Es steht zu befürchten, dass nach der Befragung auch der Wein, der seit Kellers Zeit vor der Stadt so gut gedeiht, bald nicht mehr genossen werden darf.

Zum Glück ist Zürich nicht Seldwyla – aber die Abstimmung zur «Nachhaltigen und fairen Ernährung» ist kein Traum, deshalb braucht es ein dickes Nein!

Johann Widmer, Gemeinderat SVP Kreis 10

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