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Kirchen

«Häsch du no nie en Fründ verrate?»

23. März 2016 von

Foto: zvg

Die Kinder während des Passionsspiels.

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Die Kinder während des Passionsspiels.

Von

Online seit
23. März 2016

Printausgabe vom
24. März 2016
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In der katholischen Kirche Heilig Geist wurde am Palmsonntag beim Familiengottesdienst ein eindrückliches Passionsspiel gezeigt.

Würde man sich so eine Frage gefallen lassen, sie sogar beantworten: «Stehst Du zu Deiner Überzeugung?» oder «Hast Du noch nie einen Freund verraten?» Im Passionsspiel konfrontierte der von Jesus enttäuschte Judas die Gottesdienstteilnehmenden mit solchen Fragen. Natürlich musste niemand antworten, aber die Frage dahinter war wohl auch: Können heutige Menschen sich vorstellen, was vor fast 2000 Jahren in Jerusalem geschehen ist, als Jesus starb?

Zweifel und Ängste fast miterlebt

Sich wirklich in Menschen von damals hinein zu versetzen, ist wohl kaum möglich. Aber trotzdem ist es ein grosser Unterschied, ob die letzte Woche im Leben Jesu nur erzählt, nur vorgelesen oder gespielt wird. Welche Zweifel und Ängste die Freunde Jesu erlebt haben müssen, als er verhaftet und getötet wurde, und was Jesus empfunden hat, als seine Freunde ihn im Stich gelassen haben – es war, als könnte man es miterleben.
Fast 30 Kinder der 1. bis 6. Klasse hatten ein Mini-Musical eingeübt, das die zahlreichen Gottesdienstbesuchenden in seinen Bann zog. Schon der «Einzug in Jerusalem» zu Gesang und Trommeln mit grossen, zuvor gesegneten Palmwedeln, die geschwenkt wurden, bot ein Spektakel für Augen und Ohren. In den folgenden Spielszenen und den mit Begeisterung gesungenen Liedern wie «Läbe im Liecht» und «I mues stuune» erlebten die Zuschauer Jünger Jesu, die zwischen «von Jesus fasziniert sein» und Angst vor seinen Gegnern hin und her schwanken – bis die Zweifel an Jesus und die Angst die Oberhand gewinnen.

Nach dem Passionsspiel beim Risotto diskutieren

Judas verrät Jesus, die anderen Jünger flüchten bei seiner Verhaftung, und schliesslich leugnet Petrus sogar, Jesus zu kennen. Und Jesus? Er vergibt nicht nur den Jüngern, sondern auch seinen Mördern, und betet für sie. Jesu Liebe werde durch seinen Tod nicht widerlegt, sondern vollendet, deutete Matthias Braun in seiner Kurzpredigt das Spiel. Das feierten die Christen nicht nur am Palmsonntag, sondern im Grunde jeden Sonntag.
Für das eindrückliche Spiel dankten Pfarrer Stini Durrer und Matthias Braun allen, die dazu beigetragen haben: den sehr engagierten Sängerinnen, Sängern und Schauspielenden und des Kinderchors «Cantata seconda» unter Leitung von Renata Jeker, dem Pianisten Ivan Horvatic, den Jugendlichen, die das Musical ins rechte Licht gesetzt haben, und nicht zuletzt Monika Wenzinger, die mithilfe von Simonetta Frattolillo und Nathalie Ruoss für die Kostüme der Kinder verantwortlich war.
Anschliessend waren alle Gottesdienstbesuchenden zum am Palmsonntag bereits traditionellen, sehr feinen Risotto eingeladen, den die Männerkochgruppe «Les amis de sauterelle» gekocht hatte.

Eingesandt von Matthias Braun, katholische Kirche Heilig Geist

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