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Dorfleben

Die erste Flasche vom eigenen Rebstock

26. August 2015 von

Foto: Fredy Haffner

Gemütliches Zusammensein ganz nahe beim Paten-Rebstock im Rebberg «Zum Chranz».

Foto: Fredy Haffner

Fritz Meier von der Rebbaugruppe der Ortsgeschichtlichen Kommission berichtet über die Rebstöcke.

Foto: Fredy Haffner

Im Keller des Ortsmuseums werden die ersten Weinflaschen den Gottis und Göttis der Rebstöcke übergeben.

Foto: Fredy Haffner

Eine Aufnahme zur Erinnerung an den besonderen Tag.

Foto: Fredy Haffner

Der erste Wein aus dem jüngsten Rebberg von Höngg wurde auch ausgeschenkt – doch auf diesem Bild war gerade bloss Wasser gewünscht.

Von

Online seit
26. August 2015

Printausgabe vom
27. August 2015
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Der Rebberg «Zum Chranz», angelegt in den Jahren 2008 und 2010, war das Höngger Gemeinschaftswerk der engagierten Rebbaugruppe der Ortsgeschichtlichen Kommission und den Gottis und Göttis, die einen Rebstock sponserten und nun, nach fünf respektive sieben Jahren, die erste von fünf Flaschen in Empfang nehmen durften.

Der jüngste und kleinste der Höngger Rebberge, der Rebberg «Zum Chranz» an der Gsteigstrasse hinter dem Ortsmuseum, hat schon viel erlebt – und mit ihm alle, die sich für sein Ent- und Bestehen eingesetzt hatten und dies noch immer tun. Nur eines hatte bis jetzt noch gefehlt: Das Produkt und damit der eigentliche Sinn eines Rebberges, der Wein. Fünf Flaschen waren den 120 Gottis und Göttis der 160 Rebstöcke in Aussicht gestellt worden. Doch 2009 wurden die erst im Jahr zuvor gepflanzten Stöcke der Sorte «Prior» vom Hagel so arg geschädigt, dass sie stark zurückgeschnitten werden mussten und 2010, als der Rebberg um 96 Rebstöcken der Sorte «Cabernet Cortis» erweitert wurde, noch keinen Ertrag abwarfen.
2011 konnten dann rund 120 Kilo geerntet werden, was genau 106 Flaschen ergab – also zu wenig, um jedem Gotti oder Götti eine abzugeben. Nachdem 2012 alle Trauben dem falschen und dem richtigen Mehltau zum Opfer gefallen waren, reichte die Ernte 2013 dann wieder für 120 Flaschen. Und so kam es eben, dass erst jetzt die ersten Flaschen mit den Jahrgängen 2011 und 2013 verteilt werden konnten.

Von Fest zu Fest

Der Einladung der Rebbaugruppe Ortsgeschichtlichen Kommission waren vergangenen Sonntag bereits viele gefolgt. Das Wetter war optimal – trocken, aber nicht zu heiss – um im Rebberg zusammenzusitzen und es gemütlich zu haben – zumal die meisten entweder direkt vom Hauserfest gekommen oder auf dem Weg dorthin waren. Kein Wunder, liest sich doch die Liste der Reb-Gottis und -Göttis gleich wie jene der Sympathisanten der Hauserstiftung als ein eigentliches «Who is Who» von Höngg. Die bekannten Höngger Geschlechter sind zum Teil mit jedem einzelnen Familienmitglied vertreten. Und so war es an den Tischen ein ebenso gemütliches wie fröhliches Kommen und Gehen. Und alle genossen den ersten Wein, der natürlich auch ausgeschenkt wurde. Der «Prior», eine Sorte die übrigens erst 1987 in Deutschland gezüchtet wurde, kam gut an, auch wenn ihm ein weiteres Jahr in der Flasche noch gut bekommen dürfte.

Gute Aussichten, wenn…

2014 war mit 170 Kilo geernteten Trauben ein sehr gutes Jahr und damit ist die Abgabe für nächstes Jahr bereits gesichert. Auch die Ernteprognose für 2015 sei vielversprechend, sagte Urs Bodmer, der ehemalige Weinkontrolleur: «Ich habe soeben beim Cabernet Cortis 74 Öchsle-Grade gemessen, in etwa drei Wochen wird das gut kommen, vorausgesetzt das Wetter hält sich.» Und natürlich, seit einigen Jahren die Sorge aller Winzer, die Kirschessigfliege macht keinen Strich durch die Rechnung. Doch dieses Jahr sei es für sie wohl zu heiss gewesen, meinte Bodmer, der hofft, dass zumindest die Prior-Trauben von dem Schädling auch weiterhin verschont bleiben, denn «die haben eine etwas dickere Haut, was der Fliege die Eiablage erschweren dürfte.» Der Cabernet Cortis sei viel anfälliger, da er zwei bis drei Wochen früher reif sei als der Prior, was entscheidend sein kann: «Letztes Jahr fiel fast die ganze Cortis-Ernte der Kirschessigfliege zum Opfer, während der Prior keinen Schaden nahm.»

Fünf Flaschen, und dann?

Mit dem Erhalt der fünften Flasche wird die Patenschaft, die übrigens alle längst vergeben sind, ablaufen. Wie und zu welchen Konditionen sie dann verlängert werden kann, wird noch in der Rebbaugruppe zu diskutieren sein. Aber dafür bleiben je nach Ernteerfolg noch ein paar Jahre Zeit – und man wird sich bei der einen oder anderen Flasche aus dem eigenen Rebberg einigen können, denn schliesslich wurde bewusst nicht für jeden Rebstock eine Patenschaft vergeben, so dass also immer ein paar Flaschen übrig sein dürften. Als «Reserve für Ernteausfälle» waren diese Rebstöcke nicht zur Patenschaften freigegeben worden – vielleicht war der Grund ja ein «süffisanterer», doch das wäre völlig in Ordnung, denn die freiwilligen der Rebbaugruppe haben sich mit ihrem grossen Einsatz jeden Schluck redlich verdient.

Wer seine Flasche noch nicht abgeholt hat kann dies am (Wümmetfäscht-) Sonntag, 27. September, von 16 bis 18 Uhr, im Ortsmuseum Höngg nachholen.

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