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Vereine

Die eigenen Vorteile betonen

12. April 2017 von

Foto: Patricia Senn

Das Impuls Referat von Christa Camponovo enthielt interessante Anregungen.

Von

Online seit
12. April 2017

Printausgabe vom
13. April 2017
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Seit letztem Jahr dient die Koordinationssitzung des Quartiervereins Höngg in erster Linie dem Austausch der Höngger Vereine und weniger dem Abgleich der Termine, für den sie früher gedacht war. Ein Impuls-Referat bot viel Diskussionsgrundlage für den anschliessenden Apéro.

Der Quartierverein Höngg hatte Vereinsexpertin Christa Camponovo von der Fachstelle «vitamin B» eingeladen, ein Impuls-Referat zum aktuellen Thema «Vorstandsmitglieder suchen – finden» zu halten. Camponovo begrüsste die zahlreich erschienenen Vereinsleute förmlich mit «sehr geehrte Frauen und Männer», und erklärte ihre Wortwahl sogleich damit, dass den Anwesenden für ihre unzähligen freiwillig erbrachten Arbeitsstunden tatsächlich Ehre gebühre. Dies zu betonen sei deshalb nichts als recht. Dieser positive Tenor zog sich durch den ganzen Vortrag. Sie könne keine Patentrezepte ausstellen, mit welchen die Vereine innerhalb einer Woche neue Mitglieder finden würden, dämmte die Fachfrau gleich zu Beginn allzu hohe Erwartungen, doch es gäbe einige Fragen, die sich die Vorstandsleute stellen könnten, um vielleicht zu neuen Wegen zu finden. So sollte man sich überlegen, was man den Teilnehmenden bieten kann. Das erste und allen gemeinsame ist sicherlich, dass in den Vereinen Menschen zusammenkommen und man mit «verein»-ten Kräften etwas bewirken kann, was alleine nicht möglich wäre. Vereine haben eine integrative Wirkung für Neuzuzüger: Sie finden Anschluss an die hiesige Bevölkerung. Durch das freiwillige Engagement in einer demokratischen Struktur lernt man viel fürs Leben und für die Karriere, so manche erfolgreichen Persönlichkeiten waren in Vereinen tätig, und machten dort ihre ersten «politischen» Erfahrungen.

Welche Fragen stellen sich?

Camponovo, die selber auch in verschiedenen Positionen freiwillig tätig ist, hatte sich die Webites diverser Höngger Vereine angeschaut und sich Gedanken dazu gemacht, die sie an Beispielen veranschaulichte. Ein Verein müsse sich zum Beispiel fragen, ob sein Angebot noch stimme, denn die Interessen einer Gesellschaft änderten sich. So war Curling früher in den Augen der Jungen etwas für «alte Leute», erzählt die in Wettingen ansässige, heute erlebt es gerade bei Jugendlichen ein grosses Revival. «Es kann sein, dass Sie in einem Verein sind, der einfach nicht mehr trendig ist. Dafür können Sie nichts. Man könnte sich höchstens überlegen, wie man ihn trendiger machen könnte». Das heisst nicht, dass man jeder Mode nachgehen, sondern schlicht Bedürfnisse abklären solle. Vielleicht gibt es Modernisierungsmöglichkeiten im Erscheinungsbild. Insbesondere, wenn man jüngere Mitglieder gewinnen wolle, müsse die Internetseite auch etwas jugendlich daherkommen. Es sei möglich, dass alte Vorstellungen über einen Verein bestünden, die längst nicht mehr mit der Realität übereinstimmten. In diesem Fall sei es besonders wichtig, dass man den Leuten mitteilt, dass und wie man sich verändert hat. Dazu könne man Medien, die eigene Website und Facebook nutzen. Aber auch in einem persönlichen Gespräch, wenn man den Verein mit sich herumträgt und immer wieder darüber spricht. Jeder Verein hat seine Vorzüge und sollte diese ruhig auch präsentieren. Hat er zum Beispiel nur wenige Mitglieder, kann er dies auch positiv darstellen, zum Beispiel mit einem Slogan wie «klein aber fein». Dies schien eine der Hauptaussagen des Referats zu sein: Sich auf seine Stärken konzentrieren, die Vorzüge einer Mitgliedschaft herausstreichen und nicht negativ argumentieren. Denn entgegen dem verbreiteten Gefühl, es gäbe immer weniger Menschen, die sich engagierten, ist es so, dass heute immer noch neue Vereine gegründet werden. Mit einer beeindruckenden Slam-Poetry-Einlage beendete die Vereinsexpertin ihren Vortrag, der den interessierten Zuhörern einige wertvolle Tipps mitgeben konnte. Für Gesprächsstoff am anschliessenden Apéro war jedenfalls gesorgt.

Website des QVH auf 3. Platz

Im zweiten, knackig-kurz gehaltenem Teil der Veranstaltung ergriffen Ok-Wümmetfäscht-Präsident Heinz Buttauer, die OK-Mitglieder Ueli Stahel und Daniel Wegmann noch kurz das Wort, um über die laufende Organisation des Wümmetfäschts, das dieses Jahr vom 22. bis 24. September stattfindet, zu berichten. Im Angebot gibt es viele Aktivitäten für die Jugendlichen und beim Rebberg Chilesteig befindet sich wieder der beliebte Streichelzoo. Der Sauser-Wagen-Umzug findet am Samstagnachmittag und der grosse Festumzug, bei welchem die Zunft Höngg federführend ist, am Sonntagnachmittag statt. Der «Höngger Abend» präsentiert sich in unmittelbarer Nähe des Festgeländes – auf der Bühne im Saal des Restaurant Desperado. Daniel Wegmann, Mitglied des Organisationskommittees und Präsident des HGH, betonte noch einmal die Wichtigkeit für die Vereine, im Quartier wahrgenommen zu werden. Das Wümmetfäscht biete eine Möglichkeit, mit der Bevölkerung im Gespräch zu bleiben. Auch das OK des Wümmetfäscht ist auf helfende Hände angewiesen und wird dazu noch einen Aufruf lancieren. Abschliessend gab es noch erfreuliche Nachrichten von QV-Präsident Alexander Jäger: Die Website des Quartiervereins Höngg hat in einem Ranking der Webseiten der Quartiervereine der Stadt Zürich den 3. Platz belegt. Dies sei das Verdienst des Vorstandmitglieds Andy Homs, der für den virtuellen Auftritt des Vereins zuständig sei, schloss Jäger. Damit waren die Vereinsmitglieder zum Apéro riche und ebenso reichhaltigen Gesprächen entlassen.

Weitere Informationen zum Referat: www.vitaminb.ch. Hilfe bei der Vorstandsmitgliedersuche: www.vitaminb.ch/static/media/dateien/arbeitshilfen/Vorstandssuche.pdf

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