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«Das ist demotivierend»

12. April 2017 von

Foto: Fredy Haffner

Wer darf zuerst abbiegen und wer steht wem im Weg? Nicht nur für Lernfahrende eine Herausforderung und Situation, die zu Rückstau auf dem Meierhofplatz führt.

Von

Online seit
12. April 2017

Printausgabe vom
13. April 2017
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Auch das GZ Höngg/Rütihof stiess im Rahmen seines Projektes «I like my Höngg» immer wieder auf das Thema Verkehr. Verkehr bewegt, selbst wenn er steht. GZ-Leiter Patrick Bolle zu den wichtigsten Erkenntnissen und (noch?) fehlenden Konsequenzen.

Der Verkehr in Höngg bewegt seit eh und je. Das wird auch eine historische Aufarbeitung im nächsten «Höngger» aufzeigen. Nicht erstaunlich also, dass auch auf der grossen Karte des Projekts «I like my Höngg», mit der das GZ Höngg/Rütihof zwei Jahre durch Höngg tingelte und wissen wollte, was den hier lebenden Menschen an ihrem Quartier gefällt – oder auch nicht – immer wieder Rückmeldungen zur Verkehrssituation erhielt.

Komplexität am Meierhofplatz

Speziell die allgemeine Verkehrsüberlastung am Meierhofplatz wurde dabei als sehr belastend bewertet. Von den Altersgruppen her betrachtet stört sich die Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren am meisten an der Verkehrsüberlastung, sagt Patrick Bolle: «Hier darf davon ausgegangen werden, dass es sich dabei meistens um Eltern oder Bezugspersonen handelt, welche sich um die Sicherheit von Kindern sorgen. Jedoch zeigt die Analyse auch, dass ältere Menschen den Meierhofplatz genauso nicht mögen».

Eindeutiger Befund

Augenfällig ungelöst ist für alle die Situation vor der Post Höngg, wo sich abbiegende Fahrzeuge und querende Fussgänger gegenseitig im Weg stehen und in der Folge der Meierhofplatz blockiert wird. Im Schlussbericht zum «Verkehr Kreis 10» heisst es dazu etwas kompliziert: «In die Regensdorferstrasse einbiegende Fahrzeuge können bei der Einmündung der Gsteigstrasse oft nicht in die Regensdorferstrasse einfahren, da der Strom von der Gsteigstrasse her vortrittsberechtigt ist. Diese wartenden Fahrzeuge behindern in diesem Falle den Abfluss des aus der Limmattalstrasse einfahrenden Stromes sowohl in Richtung Gsteig- als auch in Richtung Regensdorferstrasse und reduzieren so die Leistungsfähigkeit des Knotens massiv». Diese Ausgangslage wird auch in «I like my Höngg» explizit herausgehoben, was für Bolle grundsätzlich eine ausgezeichnete Ausgangslage wäre, um Veränderungen einzuleiten, denn: «Hier handelt es sich um eine klare, kongruente Analyse von Verkehrsexperten und Quartierbewohnenden».

Kaum auffällig, aber bedingt begründbar

Hingegen fiel die Verkehrsproblematik Am Wasser und an der Breitensteinstrasse in der Auswertung nicht als Brennpunkt auf. «Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass das Engagement der IGAWB erfolgreich war. Dieses Beispiel zeigt, dass eine koordinierte, konzentrierte und hartnäckige Vorgehensweise zu Ergebnissen führt», analysiert Bolle. Vereinzelt haben sich auch Unzufriedenheit bezüglich dem Höngger-Velonetz gezeigt, das als «prekär» oder «nicht vorhanden» bewertet wurde. Dabei einzig auszuschliessen sei der Limmatraum, welcher diesbezüglich keine Kritik erhält.

Akzente im Frankental

Weitere Brennpunkte kristallisierten sich im Raum rund ums Frankental heraus. Speziell genannt wurde der Strassenübergang von der Tramhaltestelle hinüber zur Bäckerei und der GEWOBAG-Siedlung. Doch auch hinsichtlich der baldigen Fertigstellung der neuen BSH-Siedlung mit Coop und Kindergarten werden diese Stimmen nicht verstummen, sagt Bolle voraus. Überdies sei die Grünphase beim Fussgängerübergang an der Limmattalstrasse, hinunter zur Limmat, als äusserst «ehrgeizig» bezeichnet worden, insbesondere von älteren Menschen.

(Noch nicht ganz) verpasste Chancen

Patrick Bolle, der sich intensiv mit der Auswertung von «I like my Höngg» beschäftigt hat, wird nachdenklich. Grundsätzlich sei, so sagt er, für Analysen und die Benennung von Verkehrsproblemen, angefangen beim Mitwirkungsprozess Verkehr Kreis 10 und insbesondere zum Meierhofplatz, viel investiert worden, fügt dann aber bestimmt an: «Der Output dabei ist jedoch aus Sicht der Quartierbevölkerung kaum vorhanden». In allen Papieren sei oft unverbindlich die Rede von «es wird geprüft», was Bolle als «für Bewohnende von Höngg demotivierend und frustrierend» bezeichnet. «Dabei», so der Fachmann, «könnte aus soziokultureller Betrachtung eine derart deutliche Verkehrsproblematik sehr viel Energie in Gang setzen, welche sich längerfristig für das Quartierleben positiv auswirken könnte. Dafür bräuchte es aber eine Sichtbarkeit von Veränderungen, welche im Quartier auch wahrgenommen werden.

Diesen Sommer erscheint die Karte, welche die Ergebnisse von «I like my Höngg» visualisiert. Sie wird im GZ Höngg/Rütihof, im Informationszentrum des Hönggers am Meierhofplatz und an verschiedenen anderen Orten in Höngg erhältlich sein.

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