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Nach dem Biber kam die Säge

30. Mai 2018 von

Was der Biber auf der Werdinsel aus Hunger begann, beendete die Motorsäge aus Sicherheitsgründen.
Foto: Fredy Haffner

Was der Biber auf der Werdinsel aus Hunger begann, beendete die Motorsäge aus Sicherheitsgründen.

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Online seit
30. Mai 2018

Printausgabe vom
31. Mai 2018
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Der Biber hatte bereits letzten Herbst die erste und später noch die zweite grosse Weide beim Kanal der Werdinsel-Badeanstalt augenfällig angefressen. Nun entschieden die Zuständigen des ewz, die Bäume aus Sicherheitsgründen zu fällen.

Am 9. November 2017 berichtet der «Höngger» über das Werk des Bibers: Zum ersten Mal hatte sich das geschützte Tier an einer mächtigen Weide zu schaffen gemacht. Im Frühling, bereits nach dem Austreiben der Blätter, hatte er sich noch an die zweite gemacht. Beide Stämme wurden über die Monate vom Biber derart geschwächt, dass das ewz, zuständig für die Bäume in diesem Uferbereich, nach Absprache mit Grün Stadt Zürich und dem Bademeister der Badeanlage Höngg beschloss, die Bäume zu fällen: Zu gross schien das Risiko für die Badenden.

Wie Marie Oswald, Mediensprecherin des ewz, meldete, werde man die Situation und das Verhalten des Bibers zusammen mit dem Biberschutzbeauftragten weiter beobachten, im Moment aber keine weiteren Massnahmen ergreifen, wie zum Beispiel die Bäume vor Biberfrass zu schützen. Am Vormittag des 24. Mai wurde also mit Kran und Motorsägen das unvollendete Werk des Bibers vollendet. Auch ein ohne Bibereinwirkung im Kanalbereich nach dem Kraftwerk gefallener Baum wurde entfernt: Zuerst wollte man den toten Baum als Habitat für verschiedene Tiere belassen, doch dann entschied man ebenfalls aus Sicherheitsgründen gegen diesen Plan, denn obwohl nicht als Badestrecke vorgesehen, gehen doch viele Personen auch in diesem Bereich schwimmen.

Jungvögel gefährdet

Wenig Verständnis für die Fällaktion zu dieser Jahreszeit zeigte Benjamin Kämpfen, Co-Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Höngg (NVV), dem auf dem Weg zur Arbeit der Kran aufgefallen war, worauf er sich vor Ort umsah: «Die Bäume werden zum schlechtesten Zeitpunkt gefällt, weil jetzt überall Jungvögel in den Nestern sind. Bereits seit letztem Jahr war der Handlungsbedarf absehbar: Man hätte die Bäume also über die Wintermonate fällen oder mit einem Gitter vor dem Biber schützen können».

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