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Zweifel geht neue Wege

27. Juni 2018 von

Freuen sich über die gelungenen Umbauten (v.l.): Walter Zweifel, Filialleiter Thomas Herter und Jonas Gantenbein vor dem Barrique-Keller.
Foto: Fredy Haffner

Freuen sich über die gelungenen Umbauten (v.l.): Walter Zweifel, Filialleiter Thomas Herter und Jonas Gantenbein vor dem Barrique-Keller.

Foto: Fredy Haffner

Die Laube, auch oder gerade mit provisorischem Rasenteppich lädt sie zum Verweilen ein.

Foto: Fredy Haffner

Die Bar mit der Abdeckung aus alten Fassdauben.

Foto: Fredy Haffner

Hell und übersichtlich: Der neue Weinladen bei Zweifel 1898.

Foto: Fredy Haffner

Der Fasskeller, das Licht und die Stimmung können je nach Anlass angepasst werden.

Foto: Fredy Haffner

Im hinteren Teil des Fasskellers ist der neue Barique-Keller, ein Naturkeller, gut einsehbar.

Foto: Fredy Haffner

Freuen sich über die gelungenen Umbauten (v.l.): Walter Zweifel, Filialleiter Thomas Herter und Jonas Gantenbein vor dem Barrique-Keller.

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Online seit
27. Juni 2018

Printausgabe vom
28. Juni 2018
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Mit dem neuen Namen, Zweifel 1898, ist bei der Höngger Traditionsfirma an der Regensdorferstrasse 20 auch ein neuer Wind eingekehrt – und der weht durch alle Räume und Bereiche des Familienbetriebes.

Walter Zweifel, Delegierter des Verwaltungsrates, und Jonas Gantenbein, Leiter Gastronomie, stehen im Zweifel Weinfachgeschäft, das nach dem Umbau vor einiger Zeit unter dem Namen Weinladen Zweifel 1898 Wiedereröffnung gefeiert hatte. Schwer zu sagen, wer mehr strahlt: die beiden oder der frische Look im altehrwürdigen Haus. Freundlich, hell und geräumig ist es geworden, und in einem angenehmen Lichtkonzept werden die Weine aus den eigenen Rebbergen und der eigenen Kelterei – der letzten auf Stadtgebiet – sowie jene aus der ganzen Welt präsentiert. Man hat den Eindruck, die Auswahl sei kleiner als früher, doch das täuscht, wie Zweifel versichert: Es sind gleich viele Weine, nur hat man die Anzahl ausgestellter Flaschen pro Sorte etwas reduziert. Dafür wurde Raum geschaffen für eine Bartheke, an der es feinen Kaffee, Kuchen und eine kleine Auswahl an Käse und Charcuterie-Produkten aus der Region angeboten wird. «Wir arbeiten laufend am Angebot und schauen, was bei den Leuten ankommt und was weniger», sagt Gantenbein, «so kann man auch immer wieder etwas Neues entdecken».

Huldigt die Terrasse der Fussball-WM?

So bewirtet, sei es für zwischendurch, zu einem leichten Lunch oder einem Apéro, zusammen mit einem Glas Wein, kann man es sich nun in einer der Sitzecken bequem machen oder auf der Terrasse draussen Platz nehmen. Dort macht sich im Moment noch ein grüner Kunstrasen breit. Extra für die Fussball-WM? Nein, sondern weil der Originalboden noch nicht verlegt werden konnte. Doch irgendwie passt der Kunstrasen gerade optimal und Zufall oder nicht, auch die Farben der Sofas, Stühle und Tische, welche die Terrasse bevölkern, harmonieren bestens mit dem satten Grün am Boden und jenem des Blätterdachs, das die Reben zurzeit bilden. Darüber, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, kommt wieder ein Glasdach, damit es auch bei schlechterem Wetter gemütlich bleibt.
«Seit 1991 ist das der vierte Umbau», sagt Zweifel auf dem Weg zurück durch den Weinladen, «aber das ist heute im Detailhandel und im Gastrobereich normal, alle fünf bis acht Jahre muss man etwas Neues machen». Er streicht über die markanten Stellflächen der Bar, die aussehen wie ein «Klötzchenparkett», einfach mit grösseren Klötzen: «Die wurden aus Fassdauben von unseren alten Mostfässern gesägt, in Kunstharz gegossen und geschliffen». Und er weist noch auf andere Details hin, wie die Fresken von Tieren an den Wänden: «Das sind alles Tiere, die in unseren Rebbergen leben und denen wir auch Sorge tragen. Sie kommen neu auch auf die Etiketten unserer Eigenkelterungen». Tiere wie Pfauenauge, Wiedehopf, Mäusebussard oder Fuchs. «Fehlt noch der Bär», scherzt Zweifel in Anspielung an seinen Bruder und Oenologen Urs Zweifel und den nach ihm benannten Wein «Ursus», «unlängst war er ja nicht mehr weit, der echte Bär, im Hoch-Ybrig, und der hat sehr gerne Trauben».

Der Fasskeller wurde zum Prunkstück

Auch der Fasskeller zeigt sich in ganz neuem Licht. Man setzte wie überall neu auf schlichte Eleganz: Möbel und ein Teil der alten Fassfronten wurden entfernt, nun strahlt alles weiss – oder je nach Lichtgebung der beiden kreisförmigen Leuchtkörper, die unter der neuen Bogendecke hängen, in stimmungsvollen Farbtönen. Die endlich eingebaute Lüftung sorgt für angenehmes Klima und die im ganzen Raum verteilten Lautsprecher für guten Ton. Auch ein Beamer und eine Leinwand sind vorhanden.
Abgegrenzt wurde der Bereich hinter dem massiv gemauerten Torbogen: Dort ist nun, hinter einer Glasfront, der eigentliche Fasskeller, wo in einhundert 225-Liter-Bariques der eigene Wein heranreift. Im Moment der Rotwein der Jahrgänge 2016 und 2017. «Dieser Raum ist ein echter Naturkeller, eingebettet im Höngger Erdreich», betont Zweifel, «hier brauchen wir gar nichts zu klimatisieren, das Klima ist naturbelassen perfekt für die Reifung dieser Weine». Davor, auf einem alten Tisch, wird man aus ihnen bald auch eigene Assemblagen abfüllen können.
Am vorletzten Samstag bestand der Fasskeller mit der Weinprobe der Zunft Höngg seine Taufe. Der ansprechende Raum, der Platz für um die 100 Personen bietet, kann für Veranstaltungen aller Art gemietet werden. Höngger Vereine und Institutionen erhalten Sonderkonzessionen.
Und wie sieht es mit dem kulinarischen Angebot aus? Jonas Gantenbein dazu: «Kleinere Darreichungen können wir selber anbieten, für komplette Menüs braucht es aber ein Catering, ein eigenes oder eines, das wir vermitteln können, und für kleinere Anlässe kann das Essen auch direkt aus der hochstehenden Küche des Restaurants Am Brühlbach angeliefert werden. Einzig die Getränke und Weine müssen bei uns bezogen werden, aber wir bieten ja alles an, was man sich wünschen kann».

Aus dem «Argentina» wird ein «Heurigen»

Was wirklich noch nicht fertig ist, ist die Umgestaltung des ehemaligen Restaurants Argentina in die neue Weinbeiz. «Hier werden wir das Konzept des ‹Heurigen› umsetzen, wie man es in Wien kennt, oder so eine Art ‹Besenbeiz› mit bedingter Selbstbedienung», erklärt Gantenbein. «Wir wollen keine Gourmetküche mehr, sondern etwas Einfaches, Bodenständiges, das zu uns und unseren Weingütern passt», ergänzt Zweifel. Man soll sich hier wieder fühlen wie in der Bauernstube, die es hier im Stammhaus der Familie Zweifel noch immer gibt, bei einfachen Gerichten, die auch aus einem alten Höngger Kochbuch stammen können, «zurück zu den Wurzeln», sagt Zweifel. Eine grosse Theke mit freiem Blick in die Küche kommt in den Eingangsbereich und im Raum mit den hohen Bohlenständerwänden wird man an langen Tischen zusammensitzen können. Die grossen Glasfenster gegen den Holbrig und den Hof hin werden nicht mehr mit Vorhängen verdeckt sein, Transparenz ist auch hier angesagt.
Die Eröffnung findet am Donnerstag, 9. August, statt und wird mit einem Fest für die Öffentlichkeit am Samstag, 25. August, gefeiert. Am 1. September feiert dann die Firma Zweifel mit dem gesamten Personal und deren Partner*innen, 800 Personen, das 120-Jahr-Jubiläum. Dafür sind die Lokalitäten im Stammhaus dann aber definitiv zu klein: Dieses kann besucht werden, aber gefestet wird dann auf dem Hönggerberg. 

Zweifel 1898
Regensdorferstrasse 20, 8049 Zürich
www.zweifel1898.ch
Vermietung Fasskeller
Jonas Gantenbein, Telefon 044 344 23 42
oder Mail an: jonas.gantenbein@zweifel1898.ch

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