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Politik / Im Blickfeld

Zersiedelung stoppen

29. Januar 2019 von

Kathy Steiner, Kantonsrätin, Grüne
Foto: zvg

Kathy Steiner, Kantonsrätin, Grüne

Von

Online seit
29. Januar 2019

Printausgabe vom
07. Februar 2019
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Seit 1985 sind in der Schweiz rund 584 km2 überbaut worden, was mehr als der Fläche des Genfersees entspricht. Und jede Sekunde wird ein weiterer Quadratmeter Landschaft zugebaut. Boden wächst aber nicht nach. Mit der Zersiedelung gehen Natur, Landschaft, Artenvielfalt und Kulturland verloren.

Heute stehen in der Schweizer Landschaft zehntausende Wohnungen leer. Sie wurden in den letzten Jahren neu gebaut, aber offensichtlich nicht dort, wo eine Nachfrage nach Wohnraum besteht. Es wird gebaut, es wird überbaut, und wenn die Bauzonen verbaut sind, werden die nächsten Flächen eingezont. So schreitet die Zersiedelung munter voran. Eine überregionale Planung und Koordination zwischen den Gemeinden und Kantonen fehlt in den meisten Fällen.
Ein so verschwenderischer Umgang mit dem Boden ist schädlich und kurzsichtig. Versiegelten Boden wieder in Natur umzuwandeln ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Die Zersiedelungsinitiative begegnet diesem Landfrass mit einer Begrenzung der schweizweiten Fläche an Bauzonen auf dem heutigen Niveau.

Bodenschutz und Ernährung

Mit der fortschreitenden Zersiedelung verliert die Schweizer Landwirtschaft laufend wertvollen Boden, ihre wichtigste Ressource. Mit jeder Bautätigkeit wird Bodenfläche versiegelt und damit der Lebensraum von vielen nützlichen Insekten und Bodenorganismen zerstört. Je mehr landwirtschaftliche Fläche verschwindet, desto weniger Lebensmittel stammen direkt aus der Region. Die Menschen legen heute vermehrt Wert auf lokale und saisonale Produkte, im Wissen, dass jeder zusätzliche Transportweg direkt zum Klimawandel beiträgt. Das Stoppen der Zersiedelung ist eine notwendige und grundlegende Voraussetzung zur Bewahrung des Bodens.

Intelligente Raumplanung

Als Folge der Zersiedelung wächst insbesondere auch das Verkehrsaufkommen Jahr für Jahr weiter. Hier braucht es dringend eine intelligente Raumplanung, damit die Distanzen zwischen Wohnen, Arbeit und Freizeit nicht noch länger werden. Die weitere Siedlungsentwicklung muss in bereits erschlossene Gebiete gelenkt werden. Nur mit einer vorausschauenden Planung können Wege kurzgehalten und intakte Landschaften erhalten werden.
Ja zur Zersiedelungsinitiative

Die Zersiedelungsinitiative bewahrt die schönen Landschaften in der Schweiz und damit auch unsere Lebensqualität. Nur durch einen haushälterischen Umgang mit dem Boden kann auch weiterhin genug Wohnraum entstehen, ohne dass dafür immer noch mehr Grünflächen geopfert werden.

Kathy Steiner, Kantonsrätin Grüne

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