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Zeitreise mit dem Musikverein Höngg

10. Dezember 2019 von

Geleitet wurde das Orchester von Dirigent Bernhard Meier.
Foto: Lina Gisler

Geleitet wurde das Orchester von Dirigent Bernhard Meier.

Foto: Lina Gisler

Das Konzert des Musikvereins war gut besucht.

Foto: Lina Gisler

Das Ensemble war mit voller Konzentration bei der Sache.

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Online seit
10. Dezember 2019

Printausgabe vom
12. Dezember 2019
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«Wir heissen Sie herzlich willkommen in unserer Zeitmaschine», begrüssten die Moderatorinnen Rahel Christen und Marie-Louise Schneider das Publikum zum Konzert des Musikvereins Höngg – eine Zeitreise quer durch die Musikgeschichte war angesagt.

Der erste Halt der Zeitmaschine war London in der Barockzeit: Das Orchester unter der Leitung von Bernhard Meier begann mit sechs Sätzen aus Händel’s «Water Music Suite». Ein Stück, das von Anfang an sehr pompös ist – und das soll es auch sein, denn die Wassermusik wurde von König George in Auftrag gegeben, um sich selber Aufmerksamkeit zu verschaffen. Auch der Musikverein sicherte sich mit diesem Einstieg die volle Aufmerksamkeit des Publikums, und so steuerte die Zeitmaschine schon auf die nächste Station zu.
Zwischen den einzelnen Stücken erfuhr das Publikum dank den Ansagen von Rahel Christen und Marie-Louise Schneider interessante Hintergrundinformationen zu den Stücken. Die Beiträge waren sehr humorvoll und sorgten beim Publikum für einige Lacher.
Nach einem Zeitsprung in die Romantik stand eine der berühmtesten Opern auf dem Programm: Das Orchester spielte die Ouvertüre aus der «Zauberflöte» von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Stück schrieb Mozart nur zwei Tage vor der Uraufführung. Mal leise und fein, und dann plötzlich wieder laut und pompös – die Umsetzung des Stückes konnte das Publikum definitiv überzeugen.

Von der Liebe und vom Schafott

Erneuter Wechsel der Szenerie: 40 Jahre später – 1830 in Paris – schreibt Hector Berlioz den «Marche au Supplice»: den Gang zum Schafott. Wie der Name schon sagt, ist dies keine freudige Musik. Der Protagonist ist verliebt in eine irische Schauspielerin, die die Liebe jedoch nicht erwidert. Aus Frust nimmt er Opium und verfällt in einen tiefen Schlaf, in dem er vom Gang zum Schafott träumt. Kurz bevor die Axt fällt, kommt in ihm die letzte Erinnerung an die Liebe auf. Dieses auf und ab der Gefühle brachte das Orchester wunderbar herüber: Nach einem sehr dumpfen, schwermütigen Anfang gab es wiederholte Crescendos, dazwischen wurde es wieder ruhiger: Laut, leise, laut; als könne sich der Protagonist nicht zwischen dem schönen Gedanken an die Liebe und dem traurigen Gedanken an die Guillotine entscheiden. Ein lautes und abruptes Ende markierte klar den Fall der Axt. Doch das war zum Glück alles nur ein Traum – und auch die Zeitreise war noch nicht beendet. Nabucco, das Stück, das Giuseppe Verdi endlich zum Durchbruch verhalf, führte ins Italien der 1850er-Jahre. Hier überzeugte vor allem das Klarinetten-Solo. Von Italien nach Südspanien, in die Post-Romantik. «Sevilla» von Isaac Albeniz brachte deutlich bessere Laune; es überkam einem gar die Lust, das Tanzbein zu schwingen.

Das letzte Stück auf dem Programm war «Pomp and Circumstance Nr.1» von Edward Elgar von 1901: Der Marsch, der inoffiziell auch als Hymne Grossbritanniens gilt, hat wirklich etwas sehr Patriotisches an sich. Doch das Beste kam zum Schluss, und so war es auch mit der Zugabe, die einen an eine traurige Abschiedsszene in einem Film erinnerte. Auch das Publikum musste damit Abschied nehmen von der fulminanten Zeitreise durch verschiedene Epochen.

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10. Dezember 2019

Printausgabe vom
12. Dezember 2019
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