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Dorfleben

Wo Strassennamen noch an den Weinbau erinnern

6. Juli 2020 von

Der grösste Weinberg in Höngg liegt unterhalb der reformierten Kirche und umfasst rund 13 Hektar.
Foto: Stefan Hohler

Der grösste Weinberg in Höngg liegt unterhalb der reformierten Kirche und umfasst rund 13 Hektar.

Foto: Stefan Hohler

Typisch Höngg, gleich zweimal wird an den Rebbau erinnert.

Foto: Stefan Hohler

Der Weinberg Klingen oberhalb der Winzerstrasse.

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Online seit
6. Juli 2020

Printausgabe vom
09. Juli 2020
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Seit mehreren Jahrhunderten wird in Höngg Weinbau betrieben. Etliche Strassen- und Ortsnamen erinnern auch noch heute daran – Rebstockweg oder Winzerstrasse sind nur zwei von vielen.

Bereits 1834 hatte Höngg die drittgrösste Rebbaufläche im ganzen Kanton Zürich, nach 1890 ging diese jedoch stark zurück. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es auf dem gesamten städtischen Gebiet noch mehr als 400 Hektar mit Reben bepflanzte Flächen – heute beträgt die Rebfläche nur noch einen Bruchteil. So etwa der «Chillesteig» unterhalb der reformierten Kirche mit 13 Hektar, der «Klingen» oberhalb der Winzerstrasse sowie Rebberge im Eggbühl, Frankental und Riedhof.

Die Haltestelle des 13er-Trams «Alte Trotte» war früher ein Ort, an dem Wein gepresst wurde. Eine Trotte, auch Kelter genannt, ist eine hölzerne Weinpresse. Auch die Winzerstrasse und die Winzerhalde nehmen Bezug auf frühere Zeiten. Der Zapfensteig ist eine Treppe zwischen Winzerhalde und Winzerstrasse. Diese hiess von 1874 bis 1932 Weinbergstrasse und führte damals durch Rebgärten und Rebberge. Jahrzehntelang war auch das Restaurant «Rebstock» am Meierhofplatz eine bekannte Gastwirtschaft in Höngg. Unweit davon befinden sich der Rebstockweg und der Weingartenweg, die wie ihre Namen verraten, zu den Reben unterhalb der reformierten Kirche führen. Auch die am Berghang liegende Rebbergstrasse und Rebbergsteig verliefen früher durch zahlreiche Weingärten. Heute stehen dort teure Wohnhäuser mit exklusiver Sicht über die Stadt.

Im bekannten Höngger Wappen widerspiegelt sich die uralte Weintradition. «In Rot auf gewachsenem Boden eine Rebe, heraldisch rechts oben ein silbernes Tatzenkreuz, links oben ein silbernes Rebmesser mit goldenem Griff», so beschrieb ein Protokoll des Gemeinderats Höngg im Jahre 1928, wie das Wappen des damaligen Dorfes, das erst seit 1934 offiziell zur Stadt Zürich gehört, auszusehen hatte. Mit diesem Beschrieb folgte der Rat einer langjährigen Tradition: Die Abbildungen eines Rebstocks und eines Rebmessers beziehen sich auf den lokalen Weinbau und das Rebhandwerk. Das Tatzenkreuz soll an den früheren Grundbesitz des Grossmünsterstifts von Zürich erinnern.

Unter www.weinweghoengg.ch gibt es interessante Informationen über die Höngger Weinberge

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