«Wir helfen, solange es nötig ist»

Die «Ukraine Support Group» organisiert Sachspende-Aktionen für Notleidende im Ukraine-Krieg. Die Gruppe rund um die Hönggerin Katarzyna Lanfranconi achtet auf nützliche Produkte.

Katarzyna Lanfranconi (zweite von links) sammelt mit ihrer Gruppe Sachspenden für Notleidende in der Ukraine und in Polen. (Foto: dad)

Sie sind eine fünfköpfige Gruppe von engagierten Personen mit meist polnischen Wurzeln: die «Ukraine Support Group». Mit dabei ist auch die Hönggerin Katarzyna Lanfranconi. Gemeinsam mit ihren Mitstreiter*innen hat sie das Ziel, den Notleidenden in der Ukraine und in Polen unkompliziert Hilfe zukommen zu lassen. Dass die Gruppe helfen will, war früh klar. «Drei von uns haben Bekannte in der Ukraine. Eine ist eine Ukrainerin, die in Polen geboren ist. Und eine kennt ein Ehepaar, welches schon nach der Invasion im Jahr 2014 nach Polen geflüchtet ist», sagt Lanfranconi. Zumal jede*r in der Gruppe schon selbst in der Ukraine war. Mit der Unterstützung der Reformierten Kirche Zürich Kreis 10 und der Pfarrei Heilig Geist ruft die «Ukraine Support Group» zu diversen Sachspende-Aktionen auf, die an einem bestimmten Tag und an einem bestimmten Ort gesammelt werden. Die nächste Sammlung findet am 25. Juni in der Pfarrei Heilig Geist statt.

Was wirklich gebraucht wird

Die engagierte Gruppe weiss, was in den Krisengebieten benötigt wird: Haltbare Lebensmittel wie Dosen- oder Babynahrung sind vonnöten. Aber auch bei Hygieneprodukten für Kinder und Erwachsene besteht Bedarf. «Aus unserer Sicht sind Kinder und ältere Menschen die aktuell vulnerabelsten Menschen. Wenn wir den Kindern helfen, entlasten wir auch die Mütter», sagt Lanfranconi. Diese seien durch den Krieg von einem Tag auf den anderen zu Alleinerziehenden geworden, da die wehrdienstfähigen Männer eingezogen wurden. Die «Ukraine Support Group» möchte zudem vermeiden, dass Dinge gespendet werden, die nicht benötigt werden. «Unsere Gruppe konzentriert sich auf Bedarfsgegenstände, um die unmittelbare Not zu lindern. Wir haben auch bestimmte Restriktionen bei der Transportkapazität», so Lanfranconi. Auf Kleider oder Teddybären verzichte man derzeit. Das kann sich aber ändern: «Wir haben einige Pläne und wollen später auch ukrainischen Kindern in Polen helfen. Zudem möchten wir jugendliche Flüchtlinge unterstützen, sich im polnischen Ausbildungssystem zurechtzufinden.»

Waren, die ankommen

Seit Beginn des Krieges hat die «Ukraine Support Group» schon einiges erreicht. «Wir haben bereits 20 Lieferungen von der Schweiz aus organisiert», erklärt Lanfranconi. Die Sachspenden werden nur wenige Tage in einem Keller gelagert, bevor sie mittels eines Netzwerks aus privaten Kontakten und mit Zivilautos direkt nach Polen und in die Ukraine gebracht werden. «Es kommt vor, dass Autos, welche als Hilfsfahrzeuge gekennzeichnet sind, angegriffen werden. Darum ist es uns lieber, die Waren mit Zivilautos an die Zielorte zu bringen.»  
Die Gruppe hat bei der letzten Sammelaktion im Mai auch Geld gesammelt. So konnte Kuchen verkauft werden, den befreundete Frauen aus Höngg eigens für die Sammelaktion gebacken haben. Eine willkommene Unterstützung: Mit dem gesammelten Geld wurden Medikamente und medizinisches Material (Verbände, Stauschläuche, usw.) gekauft, welche ebenfalls in das Krisengebiet geliefert wurden.
Der Krieg sei immer noch im vollen Gange, aber das Risiko wird immer grösser, dass sich die Menschen daran «gewöhnen», fürchtet Lanfranconi. Deswegen sei die Unterstützung der Notleidenden immer noch ein wichtiges Thema: «Wir werden helfen, solange es nötig ist», sagt sie bestimmt. Ihre Gruppe sei zwar klein und es gäbe viele andere Organisationen, die einen Beitrag leisten, aber jede Hilfe zähle.

Sammelaktion der «Ukraine Support Group»

Samstag, 25. Juni, 13 bis 18 Uhr
Im Pfarreizentrum Heilig Geist, Limmattalstrasse 146.
Gesammelt werden ausschliesslich folgende Produkte:
Langhaltbare Lebensmittel
Pasta, Reis, schwarze Schokolade, Proteinriegel, Dosen (Fleisch, Fisch, Ravioli etc.), Babynahrung (Pulvermilch, Babybrei etc.).
Erste Hilfe
Wundversorgung, Paracetamol/Ibuprofen (Kinder und Erwachsene), keine anderen Medikamente.
Hygieneprodukte
Binden, Tampons, Zahnbürsten/-pasten, Seife, Duschgel, Shampoo, Conditioner, Deodorants, Windeln, Feuchttücher, Pflegeprodukte etc.
Neue Unterwäsche

Unterhosen, Unterleibchen, Socken (Kinder und Erwachsene). Bitte Sachen in einer Kartonschachtel oder in einer robusten Einkaufstasche (keine Papiertasche) bringen.
Für Personen, die an diesem Tag nicht vorbeikommen können, wurde die E-Mail-Adresse usg.donate@gmail.com eingerichtet. So könne ein Termin vereinbart werden.

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