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25. März 2020 von

Es fällt schwer, im Frühling zu Hause zu bleiben. Tun Sie es dennoch.
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Es fällt schwer, im Frühling zu Hause zu bleiben. Tun Sie es dennoch.

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25. März 2020

Printausgabe vom
26. März 2020
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Eine Welle der Solidarität hat die ganze Schweiz erfasst, auch Höngg. Doch manchmal ist es schwierig, die Leute zu erreichen, die wirklich Hilfe benötigen. Der «Höngger» bietet Hand.

Als der Bundesrat am 16. März die «ausserordentliche Lage» ausrief und die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verschärfte, in dem er Läden, Restaurants, Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe bis zum 19. April schliessen liess, ging eine Welle der Solidarität durchs Land: In diversen Chats, Facebook-Gruppen und Nachbarschaftshilfen wurden Netzwerke initiiert von Menschen, die ihre Hilfe anbieten möchten. Sie erledigen Einkäufe, holen Medikamente, führen den Hund Gassi. Das Gemeinschaftszentrum in Höngg hat eine Liste der Anlaufstellen während der Corona-Zeit auf seiner Homepage aufgeschaltet, die laufend aktualisiert wird. Viele der Initiativen organisieren sich jedoch über Kanäle, die von den Risikogruppen nicht unbedingt genutzt werden – gerade ältere Menschen sind selten auf den Sozialen Medien unterwegs. Um diese Lücke zu schliessen, bietet der «Höngger» eine Vermittlung an:

Unter der Telefonnummer
043 311 58 81
können Hilfesuchende von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr anrufen und mitteilen, was sie benötigen. Besorgungen für das Wochenende können am Freitag aufgegeben werden.

Das «Höngger»-Team wird in Zusammenarbeit mit der Telegram-Gruppe «Einander helfen», welche von der Hönggerin Eleni Tremp ins Leben gerufen wurde, eine Helferin oder einen Helfer aufbieten. Die Reaktionen auf die Ankündigung der Hotline waren überwältigend und ermutigend: mit dem GZ entstand umgehend eine Zusammenarbeit, aber auch Firmen wie Polyrapid und die Limmat Apotheke boten ihre Hilfe an. Die grossen Vereine Handel und Gewerbe und der Quartierverein haben die Hotline ebenfalls schon geteilt. Noch sind die Anfragen von Hilfesuchenden verhalten, aber das könnte sich ändern, je länger der «Lockdown» anhält. Schön wären Angebote, um einfach nur zu reden. Die Tage sind lang und können einsam sein, wenn man zu Hause bleiben muss.

Warum es leider wirklich wichtig ist, zu Hause zu bleiben

Der dringende Aufruf an die ältere oder gesundheitlich vorbelastete Bevölkerung zu Hause zu bleiben, trifft viele hart. Gerade älteren Menschen gibt der tägliche Einkauf eine Struktur in den Tag und ermöglicht soziale Kontakte. Und jetzt mal ehrlich: Man stelle sich den Aufruhr vor, wenn man 30- bis 50-jährigen verbieten würde, sich frei zu bewegen. Noch dazu bei diesem Frühlingswetter. Niemand lässt sich gerne bevormunden. Auch der Gedanke, dass man für seine Gesundheit selber verantwortlich sei und selber entscheiden könne, welche Risiken man eingehen will, lässt sich gut nachvollziehen. Doch man kann es leider nicht oft genug wiederholen: Es geht jetzt nicht mehr nur um das eigene Leben. Es geht darum, dass möglicherweise Leute sterben, weil Spitalbetten fehlen, Personal fehlt, Beatmungsgeräte fehlen. Menschen sterben, die nicht am Coronavirus erkrankt sind, sondern einen schweren Unfall hatten und nicht behandelt werden können. Um Krebspatient*innen, die ihre Immuntherapie aussetzen müssen und deren Gesundheitszustand sich wieder verschlechtert. Vor wenigen Tagen haben Intensivmediziner*innen und Wissenschaftler*innen gemeinsame Richtlinien für die Triage auf Intensivstationen veröffentlicht. Das sind Richtlinien, die zu Kriegszeiten angewendet werden: Wenn es zu einer Notsituation kommt, weil zu viele schwerstkranke Patient*innen behandelt werden müssten, muss das medizinische Personal darüber entscheiden, wer am meisten von einer Intensivbehandlung profitiert. Ärzt*innen wurden dazu ausgebildet und haben einen Eid geleistet, Leben zu erhalten. Ihr Aufgabe wäre es nicht über Tod oder Leben zu richten. Dieses Urteil zu fällen, stellt für die Verantwortlichen eine grosse psychologische Belastung dar. Es muss aber nicht so weit kommen, wenn sich jetzt alle, die können, an die vom BAG erlassenen Massnahmen halten. Deshalb ist es wichtig, eben nicht selber einkaufen zu gehen und – auch wenn die Sonne lockt – nicht mit seinen zehn Kumpels an die Limmat zu sitzen. Ein Spaziergang im Wald, alleine oder zu zweit, muss aber drin liegen und ist wichtig für die Gesundheit.

Das lokale Gewerbe unterstützen

Die Restaurants und viele Läden haben geschlossen, Fitness im Center ist auch nicht mehr möglich. Doch Not macht erfinderisch und so haben einige Höngger Gewerbetreibende Wege gefunden, dennoch für die Bevölkerung da zu sein: Zum Beispiel bieten manche Restaurants Pizza und Pasta im Take-Away an oder liefern aus. In kleineren Läden kann in entspannter Atmosphäre das Wichtigste eingekauft werden. Eva Rempfler hat einen schönen Kommentar dazu geschrieben.

Vorsicht vor betrügerischen Angeboten

Bereits kursieren die ersten Warnungen vor betrügerischen Angeboten im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Manche Internetshops bieten jetzt Atemschutzmasken, Influenza-Schnelltests oder Fieberthermometer an. Natürlich wird die Ware trotz Bezahlung nie geliefert. Auch Telefonbetrüger, die sich als Verwandte, Ärzte oder Ähnliches ausgeben, sind wieder aktiv. Während des Telefongesprächs wird versucht, das Opfer zu überzeugen, entweder Bargeld für einen Vertreter bereitzulegen oder zu deponieren, oder die Bank-, beziehungsweise Zahlungsdaten weiterzugeben. Bei solchen Anrufen gilt immer: misstrauisch bleiben, sich nicht unter Druck setzen lassen und nie, aber wirklich nie auf Geldforderungen eingehen. Noch dreister sind Personen, die von Haus zu Haus gehen und älteren Personen ihre Hilfe beim Einkauf anbieten. Mit dem Einkaufszettel und dem entsprechenden Bargeld ausgestattet, machen sie sich aus dem Staub. «Eine andere Masche war, dass sich Leute mit Mundschutz an der Haustüre meldeten und angaben, dass sie von einem Amt beauftragt worden seien, die Wohnung zu desinfizieren. Glücklicherweise wurden sie nicht hineingelassen, da die betroffenen Personen Verdacht geschöpft hatten», meldet die Stadtpolizei Zürich. Fremde Personen sollten nie in die Wohnung gelassen werden. Seriöse Sozial-Institutionen und hilfsbereite Menschen melden sich vorher an und sprechen das Vorgehen ab.

Tomaten- und Gemüsesetzlingsmarkt abgesagt

Der Frühling geht gerade so richtig los und wer einen Garten hat, den juckt es bereits in den Fingern. Wenn es sonst nichts zu tun gibt, wäre Gartenarbeit eine willkommene Abwechslung. Immer zu Frühlingsbeginn organisiert Grün Stadt Zürich die sehr beliebte Marktwoche. In der Stadtgärtnerei wird eine bunte Auswahl an Tomatenpflanzen, Gemüsesetzlingen und mediterranen Pflanzen für den Garten oder Balkon angeboten. Doch leider, und wie zu erwarten war, fällt auch dieser Event heuer ins Wasser. «Schweren Herzens mussten wir die Marktwoche absagen», sagt Martina Bosshard vom Kommunikationsteam Grün Stadt Zürich. Auch Alternativlösungen oder Lieferungen von Setzlingen seien durch die schwierigen Umstände nicht möglich.
Die Gartenarbeit wird zusätzlich durch die beschränkte Möglichkeit der Beschaffung von Blumenerde erschwert. Grosse Bau- und Gartengeschäfte wie Coop Bau + Hobby oder Jumbo haben ihre Filialen bis auf Weiteres geschlossen und haben nur einen Online-Lieferservice. Eine weitere beliebte Anlaufstelle für passionierte Hobbygärtner ist die Biogas Zürich AG in Schlieren, wo man sich Biodünger besorgen kann. Doch auch diese Anlaufstelle ist bis auf Weiteres geschlossen und eine Auslieferung von Dünger ist nicht möglich. Schade, der Garten muss warten. Abhilfe schaffen können allenfalls Gartenbaufirmen oder grössere Gartencenter mit Lieferservice.

Aufruf zur Teilnahme

Eine Quartierzeitung berichtet bekanntlich über Veranstaltungen und Ereignisse im Quartier. Nun fällt in den kommenden Wochen der grösste Teil dieses gesellschaftlichen Lebens weg. Im Gegensatz zu Kriegsreportern gewinnen die Journalist*innen hier keinen Preis, wenn sie trotzdem den direkten Kontakt zu der Bevölkerung suchen, weil sie damit nicht nur sich selber gefährden. Natürlich haben wir dennoch genügend Ideen und auch die technischen Mittel, um auch weiterhin Geschichten aus dem Quartier erzählen zu können und diese werden sich hoffentlich nicht nur um das Coronavirus drehen. Wir möchten diese aussergewöhnliche Lage aber für einen aussergewöhnlichen Aufruf nutzen: Berichten Sie uns aus Ihren Stuben, Esszimmern, Küchen oder improvisierten Fitnessstudios im Keller. Was unternehmen Sie, damit die Kinder abends müde sind? Wie verhindern Sie, dass Ihnen vor lauter Homeoffice die Decke auf den Kopf fällt? Was hilft gegen Ehekrise aufgrund von Dauerkontakt? Welche Rezepte heben die Stimmung? Schreiben Sie, zeichnen Sie, fotografieren oder filmen Sie. Wir werden auch unsere Online-Kanäle nutzen, um möglichst vielfältige, bunte, lustige, nachdenkliche, aufmunternde und spannende Beiträge mit unseren Leser*innen teilen zu können. Schwierige Zeiten sind leichter, wenn man sie nicht alleine durchstehen muss. Rücken wir zusammen, bringen wir einander zum Lachen, denn es heisst doch: Die Zeit vergeht schneller, wenn man Spass hat.

Achtung, Betrüger
Unter https://www.cybercrimepolice.ch sind die aktuellsten Betrugsmaschen aufgelistet

Sie machen Zeitung
Senden Sie Ihre Beiträge an redaktion@hoengger.ch. Wir nehmen Kontakt auf. #trotzcorona

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25. März 2020

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