Wieso der Räbeliechtliumzug abgesagt werden musste

Der Herbst ist angekommen, die Blätter der Bäume färben sich bunt und es wird abends wieder früh dunkel. Normalerweise würden jetzt die letzten Vorbereitungen zur Durchführung des Räbeliechtliumzuges stattfinden. Aber dieses Jahr ist alles anders.

Räbeliechtli können dieses Jahr nur in den Fenstern und Gärten leuchten - der Umzug fällt aus.

Höngg ist eines der grösseren Stadtzürcher Quartiere mit einer herausfordernden Topographie. Daher wird der Räbeliechtliumzug als Sternmarsch von fünf Orten – Rütihof, Segantinistrasse, Kürbergstrasse, Am Wasser und Frankental – ins Zentrum von Höngg auf den Kirchplatz geführt. Vom jeweiligen Start bis zum Ziel wachsen die einzelnen Züge auf mehrere hundert Menschen an. In den vergangenen Jahren nahmen jeweils rund 1300 Personen am Anlass teil.     

Bewilligungen waren bereits erteilt

Zur Absicherung der Märsche, den Strassensperrungen, der Kommunikation mit den VBZ werden die Polizei, Feuerwehr, Verkehrskadetten und Begleitpersonen aufgeboten. Auf dem Kirchplatz löscht das EWZ das Licht und Freiwillige versorgen die eintreffenden Kinder mit Weggen und heissem Punsch, während die Musik aufspielt. Für allfällige Bedürfnisse waren die Sanitäranlagen vom Haus Sonnegg gemietet. All dies war bewilligt und soweit vorbereitet, doch es sollte anders kommen.

Wie seit dem Sommer auf der Webseite des Quartierverein Höngg (QVH) zu lesen war, hat der QVH sich dazu entschlossen, den Räbeliechtliumzug vom 7. November abzusagen, obgleich der Anlass im Februar bereits bewilligt wurde. «Dieser Entscheid ist uns nicht leichtgefallen und da wir mit einer langjährigen Tradition brechen, möchten wir die wesentlichen Beweggründe darlegen», so der Präsident Alexander Jäger.   

Sicherheit nicht gewährleistet 

Als Veranstalter hat der QV die Verantwortung für die Sicherheit der Teilnehmenden. Diese zu bewahren gelang bislang dank der Mithilfe der erwähnten Berufsleute und freiwilligen Helfer*innen. Doch mit Corona ist neu auch die Gesundheit der Teilnehmenden potenziell gefährdet. Dazu hat das BAG die geltenden Auflagen, Contakt Tracing, Abstands- und Hygieneregeln, und bis zum Oktober auch ein Verbot von Versammlungen über 1000 Personen erlassen. Nach eingehender Beratung ist der Quartierverein zum Schluss gelangt, dass weder die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln auf den Märschen oder auf dem Kirchplatz gewährleistet, noch die Kontaktdaten der Teilnehmenden für ein Contakt Tracing erhoben werden können. Es ist auch nicht möglich, die Gruppen in ausreichendem Masse aufzuteilen. Verboten wären auch die Abgabe der Weggen im herkömmlichen Sinn, und der Punschausschank, was für die jüngsten Teilnehmer doch eine der Attraktionen an einem kalten Novemberabend darstellt. Da viele Teilnehmenden ihre Enkel und Urenkel auf dem Umzug begleiten, musste auch das Risiko für die Gruppe von Personen berücksichtigt werden, die altersbedingt als besonders Corona-gefährdet gelten. So kam der QV zum Schluss, den Anlass für dieses Jahr schweren Herzens abzusagen.

Räben können dennoch bezogen werden

Dennoch möchte der Verein den Schulen und Kindergärten auch dieses Jahr die Möglichkeit bieten, Räben über ihn zu beziehen. «Damit wollen wir deutlich machen, dass wir diese schöne Tradition bestmöglich unterstützen», so Jäger. So könnten allenfalls im privaten Rahmen kleinere Umzüge in Eigenregie durchgeführt werden.

Der QV hofft, im kommenden Jahr den Räbeliechtliumzug wieder in gewohnten Rahmen durchführen zu können.

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