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Wie lebt es sich am Wasser?

26. August 2019 von

Gemäss Studie ist die Zufriedenheit der Bevölkerung im Quartier «Am Wasser» gross.
Foto: zvg

Gemäss Studie ist die Zufriedenheit der Bevölkerung im Quartier «Am Wasser» gross.

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Online seit
26. August 2019

Printausgabe vom
29. August 2019
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Mittels einer empirischen Studie nahm das GZ Höngg gemeinsam mit dem Büro für Sozialraum & Stadtleben der Sozialen Dienste das Leben im Quartier «Am Wasser» genauer unter die Lupe.

Das Gebiet «Am Wasser», rund um die gleichnamige Tagesschule direkt am Ufer der Limmat gelegen, zählt zu den beliebten Wohnlagen in Höngg. Doch wer lebt eigentlich dort und wie steht es um die Zufriedenheit der Bewohner*innen sowie den sozialen Zusammenhalt in der Nachbarschaft? Wie wird die Anbindung an den öffentlichen Verkehr wahrgenommen und wohin orientiert sich die Wohnbevölkerung? Welche Treffpunkte nutzen die Jugendlichen im Untersuchungsgebiet?

Befragungen im Quartier

Diesen Fragen widmete sich das Gemeinschaftszentrum Höngg gemeinsam mit dem Büro für Sozialraum & Stadtleben, nachdem festgestellt worden war, dass die soziokulturellen Akteure nur über wenig Wissen zu diesem Quartier verfügten. In der empirischen Studie wurden 38 Personen mit Bezug zum Untersuchungsgebiet mittels Leitfadeninterviews befragt: Bewohner*innen, Lehrpersonen der Tagesschule Am Wasser und Fachpersonen der Stadtverwaltung. Für die Ermittlung der Befindlichkeit von Kindern im Quartier wurden zwei partizipative Methoden angewandt, anhand derer eruiert werden konnte, welche Orte im Quartier für sie von Bedeutung sind. Es haben 60 Kinder an der Befragung mitgemacht. Dabei wurde anhand von Hypothesen untersucht, ob sich die Bevölkerung des Untersuchungsgebietes kennt, in welche Richtung sich die Bewohner*innen orientieren und ob die Lebensqualität durch äussere Einflüsse beeinträchtigt wird.

Schule als Herzstück

Generell, das ergaben die Auswertungen der Studie, ist die Zufriedenheit der Bewohner*innen des Untersuchungsgebiets gross. Die Tagesschule «Am Wasser» (TSAW) stellt dabei das Herzstück des Quartiers dar. Sie bietet für ihre rund 360 Schüler*innen einen Begegnungsort, über den sich auch die Eltern kennenlernen. Daneben sind vor allem die Stadionbrache Hardturm mit ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten sowie die Sportanlage Hardhof als Treffpunkte für die Quartierbewohner*innen von Bedeutung. In punkto Mobilität orientieren sich die Bewohner*innen vorwiegend Richtung Kreis 5 und 9, aber auch ins Zentrum von Höngg, wenngleich der Weg zum Meierhofplatz für Kinder und Senior*innen oft als zu steil empfunden wird. Schwierig sind in diesem Zusammenhang die mangelnden Einkaufsmöglichkeiten im Quartier. Äussere Einflüsse, die die Lebensqualität negativ beeinflussen, sind neben dem Strassenverkehr vor allem der geplante Bau des neuen Stadions und das damit verbundene Verschwinden der Freiräume auf der Brache. Allgemein sind Grün- und Freiräume entlang der Limmat wichtige Treffpunkte und Begegnungsorte und sollen erhalten und bewahrt werden. Vor allem den Jugendlichen fehlt ein überdachter Treffpunkt, an dem sie sich auch im Winter aufhalten können.

Handlungsempfehlungen

Anhand der gewonnenen Erkenntnisse entwickelten die Verfasser*innen der Studie verschiedene Handlungsempfehlungen. Zum Beispiel die Schaffung neuer Begegnungsorte in den Räumen der TSAW, welche auch ausserhalb des Schulbetriebs genutzt werden könnten. Zusätzlich soll versucht werden, weitere Räume nutzbar zu machen und Flächen für «urbanes, gemeinschaftliches Ausprobieren» zur Verfügung zu stellen, vor allem, wenn mit dem Bau des Stadions die Brache wegfällt. In Bezug auf die Verkehrssituation schlagen die Verfasser*innen vor, die Grossmann- und die Bäulistrasse zu beruhigen, um Schleichverkehr einzudämmen und Schulwege sicherer zu machen.

Der vollständige Bericht zur Sozialraumanalyse kann auf folgenden Websites eingesehen werden:
http://www.gz-zh.ch/gz-hoengg
http://www.stadt-zuerich.ch/sozialraum-stadtleben

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29. August 2019
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Kommentare

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500
3. September 2019 um 06:44 Uhr von Martina Zürcher

Eine Studie mit 38 Personen, wovon nur 22 dort wohnen – das ist alles andere als repräsentativ. Wenn weiter aus dieser Studie als Empfehlung hervorgeht, dass die Grossmannstrasse beruhigt und als Zubringerdienst klassiert werden sollte, um Schleichverkehr zu verhindern, dann weiss ich als Bewohnerin am Wasser nicht mehr weiter: Die Grossmannstrasse ist nicht nur eine Sackgasse und kann somit gar keinen Schleichverkehr haben, sondern sie ist auch noch eine Privatstrasse.