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Kinder & Jugend

Wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist

8. Oktober 2014 von

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Online seit
8. Oktober 2014

Printausgabe vom
09. Oktober 2014
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An ihrer Plenarsitzung lernten die Kreisschulpflegemitglieder drei neue Schulleitungen kennen und wurden mit dem künftigen Sprachkonzept für die Kinder, die zuhause eine Fremdsprache sprechen, vertraut gemacht.

Am Dienstag, 30. September, traf sich die Kreisschulpflege Waidberg zu einer Sitzung im Schulhaus Am Wasser. Ebenfalls anwesend waren zwei der drei neuen Schulleitungen aus Höngg, die nach den Sommerferien in dieser Funktion gestartet waren. Thomas Flückiger ist neuer Co- Schulleiter der Schule Lachenzelg. Bereits seit 2010 gehört er als Oberstufenlehrer zum Team. Nun hält der noch junge Schulleiter gemeinsam mit dem bewährten Valentin Vella die Geschicke der Schule in den Händen. So treffen Erfahrung und neue Ideen zusammen, eine Mischung, die sich offensichtlich gut bewährt.

Schulleitungspensum wurde aufgestockt

Die Schule Riedhof-Pünten durfte im August Ursula Saâdi als Co- Schulleiterin wieder begrüssen. Vor zwei Jahren trat sie aus familiären Gründen aus der Leitung zurück und widmete sich nur noch dem Unterrichten. Auf das neue Schuljahr hin wurde das Schulleitungspensum aufgestockt und Ursula Saâdi übernahm zur Freude des Teams und des Schulleiters Claudio Bernasconi ein kleines Pensum der Führungsarbeit. Der Rollenwechsel von der Chefin zur Mitarbeiterin und wieder zurück gelang ihr erwartungsgemäss sehr gut.

Büro im Container

Der dritte neue Schulleiter ist David Zimmermann. Der 48-jährige Primarlehrer, der vor Jahren schon einmal im «Waidberg» unterrichtete, schloss im Frühling die Schulleiterausbildung ab und trat im August die Nachfolge des langjährigen Leiters Hanspeter Müller im Schulhaus Bläsi an. Etwas speziell ist der Arbeitsort: Sein Büro befindet sich nämlich, genau wie die meisten Räumlichkeiten der Schule, in Containern neben dem eigentlichen Schulhaus. Das über hundertjährige Gebäude wird zurzeit renoviert und kann erst in zwei Jahren wieder bezogen werden. Aber auch unter diesen etwas schwierigeren Bedingungen hat David Zimmermann Freude an seinen vielseitigen Aufgaben.

Zusätzlicher Deutschunterricht mit neuem Instrumentarium

Der Hauptteil der Sitzung war aber einem ganz anderen Thema gewidmet. Michaela Frigg Sekeröz, Mitglied des Projektteams, stellte den Behördenmitgliedern das neu entwickelte Instrumentarium «sprachgewandt» vor. Dieses ermöglicht den Lehrpersonen die Sprachentwicklung der Kinder, die Deutsch als Zweitsprache, kurz «DaZ» haben, einzuschätzen. Die Testresultate geben Auskunft, ob und in welchem Umfang ein Kind Anspruch auf zusätzlichen Deutschunterricht, den «DaZ-Unterricht», hat.
Eine jährliche Wiederholung des Tests garantiert aktuelle Ergebnisse. «sprachgewandt» ist Bestandteil des neuen DaZ- Konzepts, welches die Behördenmitglieder ebenfalls an diesem Abend kennenlernten. Dieses beschreibt die verbindlichen Abläufe sowie die Verantwortlichkeiten und gibt Empfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung des DaZ- Unterrichts ab. In der Stadt Zürich gehen zurzeit etwa 9000 Kinder und Jugendliche zur Schule, die Anspruch auf zusätzlichen Deutschunterricht haben. Das DaZ-Konzept, welches die notwendigen Zahlen für die Schuljahresplanung liefert und die Verteilung der Ressourcen regelt, ist deshalb unerlässlich.
Auch wenn im «Waidberg» weniger fremdsprachige Kinder zur Schule gehen als zum Teil in anderen Schulkreisen, ist es auch hier sehr wichtig, die zugeteilten Mittel optimal einzusetzen.

Beherrschen der deutschen Sprache Voraussetzung für gelungene Integration

Die Referentin liess es aber nicht bei trockenen Fakten bewenden. Auf anschauliche Weise zeigte sie den Anwesenden auf, wie komplex es ist, eine zweite oder gar eine dritte Sprache zu lernen, so dass man möglichst nahe an die Muttersprache kommt. Sie machte bewusst, dass dazu viel mehr gehört als Wörter zu «büffeln». Eine Sprache zu lernen heisst unter anderem auch, sich eine ungewohnte Aussprache anzueignen und vielleicht sogar eine neue Schrift zu lernen. Es bedeutet aber auf jeden Fall, sich mit einer anderen Kultur vertraut zu machen. Für die «DaZ»-Kinder ist das Beherrschen der deutschen Sprache Voraussetzung für eine erfolgreiche Schulzeit und Berufsausbildung und somit für eine gelungene Integration.

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