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Politik / Im Blickfeld

Was wäre der Coupe Dänemark ohne Schoggisauce?

24. November 2021 von

Nicole Barandun-Gross, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich, GVZ
Foto: zvg

Nicole Barandun-Gross, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich, GVZ

Von

Online seit
24. November 2021

Printausgabe vom
25. November 2021
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Kürzlich präsentierte die Stadt die Ergebnisse der Firmenbefragung 2021. Seit 2005 pickt sie alle fünf Jahre nach dem Zufallsprinzip Unternehmen unterschiedlicher Grössen und Branchen auf dem Platz Zürich heraus, stellt die praktisch immer gleichen Fragen – und erhält auch immer wieder die praktisch gleichen Antworten.

Sich selber auf die Schulter klopfen

Auch andernorts werden Qualitätsprüfungen gemacht. Ungenügende Resultate verlangen nach Lösungsvorschlägen für Verbesserungen. Die grossen Firmen sind mehrheitlich zufrieden, sie haben andere Bedürfnisse als die KMU, die Handwerker, das produzierende Gewerbe, der Detailhandel, die Gastronomie. Letztere kämpfen im Alltag und offensichtlich interessiert es keinen. Wie anders sind die immer gleichen Ergebnisse sonst zu lesen? Will sich die Stadt wieder mal selber auf die Schulter klopfen? Oder will sie wissen, wo das Gewerbe der Schuh drückt und mit Bürokratieabbau, pragmatischer Bewilligungspraxis oder Erweiterung der Gewerbeparkkarte Abhilfe schaffen? Derweil werden munter weiter Parkplätze abgebaut und der Wirtschaftsverkehr eingeschränkt.

Die Frage nach den Hochschulen

Natürlich sind sie für den Wirtschaftsstandort Zürich wichtig. Warum aber fragt man nicht nach der Bedeutung der dualen Berufsbildung? Wissenschaftler gibt es an vielen Orten. Ausgezeichnete Berufsfachleute, die als ernstzunehmende Partner*innen mit Inputs aus der Praxis dazu beitragen, dass aus Ideen Realität wird, sie sind der Vorteil unseres Wirtschaftsstandorts. Auch überrascht es nicht, dass die zum ersten Mal abgefragte Veloinfrastruktur nur für knapp die Hälfte der Firmen relevant ist. Man hätte auch nach den Güterumschlagplätzen fragen können. Hier wieder mit dem Klimawandel zu kommen und Gewerbetreibende danach zu beurteilen, ob sie mit dem Lastenvelo kommen, greift nicht. Das ökologische Gewissen des Gewerbes wird ausgeblendet beziehungsweise unterschätzt. Leute sehen den Liefer- oder Lastwagen, die ganze Produktionskette sehen sie nicht. Das Velo ist das Chriesi auf dem Coupe Dänemark, die Versorgung der Bevölkerung durch das Gewerbe die Schoggisauce.

 

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