Warum eigentlich nicht?

Wipkingen hat einen. Höngg könnte einen haben. Einen Dorfplatz, wenn nicht…. – doch genau um dieses «wenn nicht» soll es in dieser Ausgabe nicht gehen, sondern um ein «warum eigentlich nicht?». Bei dieser Vision geht es weder um eine übernatürliche Erscheinung noch um eine optische Halluzination, was gemäss Duden ja denkbar wäre. Gut, man kann beides nicht ausschliessen, doch hauptsächlich geht es hier um die dritte Bedeutung: um «eine Vorstellung in Bezug auf Zukünftiges». Eben, einen zukünftigen Höngger Dorfplatz, wo auch immer dieser sein könnte. Erstmals aufgekommen ist die Idee 2014 im Rahmen einer Sitzung des nichtoffiziellen «Netzwerk Höngg». Man erinnert sich: diese lose Gruppe engagierter Hönggerinnen und Höngger versuchte, aus den Ergebnissen der 2013 vom Verein Handel und Gewerbe Höngg (HGH) durchgeführten Umfrage etwas umzusetzen – und scheiterte nach verschiedenen Sitzungen und einer weiteren Umfrage aus mannigfaltigen Gründen mit wehenden Fahnen. Doch in eben einer dieser Sitzungen war es, dass man gemeinsam Höngg in Gedanken aus der Vogelperspektive betrachtete und sich fragte, wo denn wenigstens theoretisch Raum für einen Dorfplatz sein könnte, der in allen Umfragen immer als fehlend erkannt wurde. Der Blick fiel auf die Schärrerwiese – und die Idee liess da und dort «Hinterbliebene» des Netzwerkes nie mehr ganz los. Seither wagte niemand, weder der Quartierverein noch die Politik, aus der Idee eine öffentliche Vision zu formen. Nun wagt der «Höngger» zu fragen: «Dorfplatz Höngg, warum eigentlich nicht im Raum Schärrerwiese?» Das wollen wir mit dieser Ausgabe zur Diskussion stellen. Im Wissen darum, dass diese Vision ebenso begeisterte Freundinnen und Freunde wie erbitterte Gegnerinnen und Gegner auf den Plan rufen wird. Die einen werden diesem «Luftballon» einer Vision kleine Zettelchen mit guten Wünschen anhängen und die anderen werden versuchen, ihn mit allen Mitteln abzuschiessen. Ganz egal, ob es mit einer zerplatzten Vision oder einem Dorfplatz – vielleicht ja auch an einem ganz anderen Ort – endet, es zählt, dass gefragt wurde. Und dass nach Antworten gesucht wurde. Wie auch immer die lauten mögen. Doch ich kann mir gut vorstellen, dass sich eine Mehrheit mit einer Dorfplatz-Vision anfreunden könnte. In Wipkingen zeigte sich, dass nur Minderheiten den Röschibachplatz ins Pfefferland wünscht. Doch gewiss ist einzig, dass kein Dorfplatz, und schon gar nicht in Höngg, von heute auf morgen entsteht. Und das Letzte, was dieser «Höngger» mit seinem brisanten Fokus-Thema beabsichtigt, ist es, die Erwartungen in falsche Höhen zu schrauben. Denn, so zeigt bereits diese Ausgabe: Selbst wenn man an dieser Stelle einen Dorfplatz realisieren wollte, die Hürden sind vielseitig und nicht niedrig. Also lieber die Erwartungen flach halten. Flach wie einen Platz – persönlich kann ich auch weiterhin ohne Dorfplatz leben, sollte man aber tatsächlich darüber nachdenken, plädiere ich hinsichtlich der Realisation vorsorglich für eine rollatortaugliche Ausführung…

Fredy Haffner (51), Verlagsleiter «Höngger»

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