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Tschüss, Höngger!

5. Juli 2019 von

Von

Online seit
5. Juli 2019

Printausgabe vom
11. Juli 2019
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Viereinhalb Monate sind wie im Turbo an mir vorbeigezogen, und schon ist es wieder vorbei mit meiner Zeit beim «Höngger». Zuerst einmal vorweg: Den Sinn des Lebens habe ich leider noch nicht gefunden. Trotzdem kann gesagt werden, dass ich einiges mitnehmen kann aus diesem Praktikum. Ich lernte nicht nur, Texte zu schreiben und zu redigieren, nein, auch befasste ich mich intensiv mit Photoshop: Wie können Autos aus einem Bild entfernt werden, sodass Parkplätze entstehen? Aber Spass beiseite!
Ich durfte verschiedenste Leute kennenlernen und interviewen, von einer Schneckenbuchautorin über einen Stadtrat bis hin zu einem Spieleerfinder waren die unterschiedlichsten Menschen darunter. Auch bei den Besucher*innen der Redaktion konnte man nie wissen, was einen erwartete: Manche wollten die Ausstellung in den Redaktionsräumen bewundern, andere wollten ein Globi-Buch kaufen oder eigene Themenvorschläge einbringen. Sogar eine Touristengruppe kam einmal vorbei, um nach Reisetipps in Zürich zu fragen; sie hatten anscheinend nicht bemerkt, dass wir nur für Höngg und nicht für ganz Zürich ein Infozentrum sind.
Nicht nur die Höngger*innen, auch Höngg selber lernte ich erst richtig kennen. Da ich unten Am Wasser wohne, habe ich in meinem bisherigen Leben nicht so viel davon mitbekommen, was «da oben» alles passiert. Auch Wipkingen durfte ich entdecken, auf Streifzügen durch das Quartier mit umgehängter Kamera kam ich an Orte, die ich zuvor noch nie gesehen hatte.
Und für ebendiese Spalte, die Sie gerade lesen (falls Sie überhaupt so weit gelesen haben), bin ich wirklich dankbar. Ich durfte mich, ohne mir gross Gedanken dabei zu machen, über Gott und die Welt lustig machen, aufregen, erfreuen. Ich konnte Themen ansprechen, die mir persönlich wichtig waren, und hatte dabei alle Freiheit der Welt.
Als ich früher am Meierhofplatz 2 vorbeiging, musste ich an die Bäckerei denken, die sich dort einst befunden hatte. Ich und meine Kolleginnen gingen jeden Donnerstag nach der Klavierstunde hinein, und bettelten um ein vertrocknetes Gipfeli. Seit diesem Praktikum werde ich wohl nicht mehr an irgendwelche Backwaren denken, wenn ich am alten Haus beim Meierhofplatz 2 vorbeilaufe, sondern an meine spannende Zeit beim «Höngger».

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