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Baugeschichte Höngg

Tiefer als gedacht

1. März 2017 von

Von

Online seit
1. März 2017

Printausgabe vom
02. März 2017
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Höngg ist im Wandel begriffen. Die erhöhte Bautätigkeit ist offensichtlich. Woher kommt sie und wo führt sie hin? Diesem Fokus-Thema wollte sich der «Höngger» widmen – und stiess tiefer vor als gedacht. Zum Beispiel zur bislang weniger wahrgenommen Tatsache, dass sich Höngg verjüngt. Höngg ist überaltert? Das war mal! Doch was beide Faktoren für das Quartierleben bedeuten, ist noch nicht absehbar, und wahrscheinlich macht sich kaum jemand Gedanken darüber. Sollte man aber. Doch wer nach dem «Wohin» fragt, sollte sich zuerst immer ein paar Gedanken zum «Woher» machen. Wie wurde ein Dorf wie Höngg, das sich zum Stadtquartier entwickelte, gebaut? Wurde und wird etwas übergeordnet geplant? Wer entscheidet, was gebaut wird? Welchen Einfluss haben Bauten auf die Bevölkerungsstruktur – oder umgekehrt? Und welchen Einfluss hat die Strassenplanung, deren Hoheit zum Teil in den Händen des Kantons liegt? Können Grundbesitzende einfach bauen, was sie wollen? Natürlich nicht, das kann jeder bezeugen, der es jemals versuchte. Doch wer sich durch das Baurecht arbeitet, stösst auf so viele Abkürzungen, dass sich damit leicht ein Song dichten liesse, wie ihn die deutsche Gruppe «Die Fantastischen Vier» mit «mfg» einst rappten und der eben praktisch nur aus Abkürzungen besteht. PBG, BZO, W2, Z5, da stapeln sich Pläne über Pläne und münden in Gesetzen und Bauordnungen, dass es dem Fachmann schwindlig werden könnte – und dennoch: Am Schluss entstehen Dörfer, Quartiere und Städte, die man positiv als «gewachsen» bezeichnen kann, die dabei aber dermassen heterogen sind, dass die Geschmacksfrage zuweilen stark strapaziert wird. Aber überall leben Menschen, die sich mehr oder weniger mit ihrem Lebensraum identifizieren, ihn nutzen und im besten Fall mitgestalten. Diese und folgende «Höngger» wollen etwas zu diesem mentalen Prozess beitragen.

Fredy Haffner, Verlagsleiter

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1. März 2017

Printausgabe vom
02. März 2017
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