Theater in Höngg: So war «Rekordverdächtig» der Zürcher Freizeit-Bühne

Mit «Rekordverdächtig» präsentierte die Zürcher Freizeit-Bühne Mitte März dem Höngger Publikum ihr neuestes Stück. Es gab viel zu lachen.

Tumult auf der Bühne wegen eines vermeintlichen Rekords. (Foto: das)

Ein bisschen Berühmtheit, wer wünscht sich das nicht? Für Jerermias Schwamm (Gery Scherbl) ist «fame» zu einer Besessenheit geworden. Unbedingt und um jeden Preis möchte er ins Guinness-Buch der Rekorde kommen. Und dafür nimmt er einiges auf sich: Gleich zu Beginn des Stücks erleben wir ihn beim Rekordversuch im Dauerduschen. Geht natürlich schief. Auch das Nudelessen führt nur zu Magenschmerzen.

Szene aus «Rekordverdächtig». (Foto: das)

Enttäuscht ist der Lokalredaktor der Quartierzeitung (Bruno Niklaus), der extra für die Berichterstattung vorbeigekommen ist, erbost ist die Haushälterin (Vreni Jenni), die den ganzen Dreck wegputzen muss, endlos gestresst ist die Ehefrau (Liliane Salzmann). Doch dann erfindet der Sohn und Chemiker (Claudio Werlen) eine Tinktur, mit der man plötzlich alles weiss. Die gerät in die Hände seines Vaters, womit sich alles ändert. Man könnte ja in einer Quizshow mitmachen? Der Rekord ist zum Greifen nahe …

Und dann kam die TV-Quizshow

Doch natürlich wäre das Stück viel zu schnell erzählt, wenn die Pläne von Jeremias Schwamm einfach so aufgehen würden. So steigert sich das Chaos von Akt zu Akt, denn da sind ja auch noch der Puddingvertreter und Sponsor (Martin Rubli), die Hausärztin (Silvia Senn), die um das Wohl des Hausherrn besorgt ist, Heiri Hoppla («nein, er ist nicht gestolpert, das ist sein Name»), der Redaktor des Guiness-Buchs, gespielt von Heinz Henni, der zugleich Regie führt, und nicht zuletzt die beiden Köpfe einer TV-Quizshow (Daniel Diriwächter und Marco Fraù), die alle bei Schwamms zu Hause für Aufruhr sorgen.

Und als wäre das alles nicht genug, erfreut die Tochter des Hauses (Tahnee Zumofen) jeden, der es nicht hören will, mit ihren frivolen Liebesgedichten, während der Sohn mit seiner Freundin (Julia Christ) nur auf einen Misserfolg des Vaters spekuliert, um dessen Schlafzimmer übernehmen zu können.

Szene aus «Rekordverdächtig». (Foto: das)

Erfolgreiche Wiedergeburt

Mit «Rekordverdächtig» von Horst Helfrich zeigte die Zürcher Freizeit-Bühne (ZFB) aus Höngg im reformierten Kirchgemeindehaus eine temporeiche Komödie. Das Publikum war bestens unterhalten und verdankte die Leistung mit begeistertem Applaus.

Eine Leistung übrigens, die nicht nur rein schauspielerischer Natur ist: Schliesslich hatte die ZFB noch im letzten Jahr wegen fehlender Vereinsmitglieder auf ihre Inszenierung verzichten müssen. Nun meldete sie sich dank erfolgreicher Mitgliederwerbung mit Neuzugängen gestärkt wieder zurück.

Szene aus «Rekordverdächtig». (Foto: pen)

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