Höngger.ch

15°C12°C am 31. Mai 2020
Ratgeber

Sonnenschutz bei Kindern

27. April 2020 von

Susanne Wolf, Apotheke Zürigsund im Brühl AG, medinform zertifizierte Kinderapotheke, Apothekerin und Geschäftsführerin
Foto: zvg

Susanne Wolf, Apotheke Zürigsund im Brühl AG, medinform zertifizierte Kinderapotheke, Apothekerin und Geschäftsführerin

Von

Online seit
27. April 2020

Printausgabe vom
30. April 2020
Beitrag bewerten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Kinderhaut ist viel empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Da auch die natürlichen Eigenschutzmechanismen in den ersten Lebensjahren noch nicht vollständig entwickelt sind, benötigt die Haut von Kindern einen ganz besonders guten Sonnenschutz.

Die Sonne ist lebenswichtig, sie schenkt Wohlbefinden, Wärme und Licht. Ihre UV-Strahlen bergen aber auch Gefahren, denn sie können die Haut schädigen. UVA- und UVB-Strahlen dringen in tiefere Hautschichten und die Oberhaut ein und sind für Hautbräunung, Hautalterung und Sonnenbrand verantwortlich und können das Erbgut von Zellen der Haut schädigen. Bis zu einem gewissen Mass kann der Körper DNA-Schäden reparieren, aber wiederholte Sonnenbrände erhöhen das Hautkrebsrisiko.

Die Haut von Kindern ist dünner und heller, dadurch viel empfindlicher als Erwachsenenhaut und benötigt beim Thema Sonnenschutz ganz besondere Aufmerksamkeit. Kleinkinder im ersten Lebensjahr sollten keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. UV-Sonnenschirme oder UV-Sonnentücher geben den nötigen Schutz im Kinderwagen. Kinder von ein bis sechs Jahren sollten wann immer möglich im Schatten spielen und insbesondere die Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr an der direkten Sonne meiden. Sonnenhüte mit Nackenschutz, Sonnenbrillen, sowie leichte, schulterbedeckende Kleidung oder besser UV-Schutztextilien, schützen die empfindliche Kinderhaut.
Alle unbedeckten Körperstellen benötigen einen grosszügigen Schutz durch Sonnenschutzmittel, welche sowohl vor UVA-Strahlen (UVA Signet), als auch vor UVB-Strahlen schützen. Der Lichtschutzfaktor (LSF) sollte bei Kindern mindestens 30, besser 50 betragen. In Sonnenschutzmitteln sind chemische und/oder physikalische UV-Filter enthalten. Chemische Filter absorbieren die UV-Strahlen und wandeln sie in Wärme um. Physikalische Filter bilden eine weissliche Barriere auf der Haut und reflektieren die UV-Strahlung. Für Kinder unter einem Jahr sind Produkte mit einem rein physikalischen Filter Mittel der Wahl. Um unerwünschte Reaktionen zu vermeiden, sollten Sonnenschutzmittel für Säuglinge und Kinder mit atopischer Haut möglichst keine Duftstoffe, Konservierungsmittel oder Farbstoffe enthalten. Für Kinder ab einem Jahr sind Sonnenschutzmittel, welche sowohl physikalische, als auch chemische Filter enthalten empfehlenswert, diese lassen sich leichter auf der Haut verteilen. Die Sonnencreme trägt man am besten 30 Minuten vor der Sonnenexposition auf. Da es, je nach Alter eine Menge von zwei bis sechs Teelöffel benötigt, um einen guten Schutz zu erzielen, empfiehlt sich ein zweimaliges Auftragen im Abstand von 15 Minuten. Ein weiteres wiederholtes Auftragen des Sonnenschutzmittels ist alle zwei bis drei Stunden nötig. Achtung: Auch wasserfeste Produkte müssen, speziell nach dem Baden und Abtrocknen, erneut aufgetragen werden. «Wasserfest» bedeutet, dass nach einem Sprudelbad von zweimal 20 Minuten noch 50 Prozent des UV-Schutzes vorhanden ist.

Wichtig ist, dass die Erwachsenen ein Vorbild sind und sich ebenfalls gegen UV-Strahlung schützen.

Susanne Wolf, Apotheke Zürigsund im Brühl AG, medinform zertifizierte Kinderapotheke, Apothekerin und Geschäftsführerin

Von

Online seit
27. April 2020

Printausgabe vom
30. April 2020
Beitrag bewerten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar.


500