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Leitartikel

Die Zentrifuge ist da

23. April 2021 von

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23. April 2021

Printausgabe vom
22. April 2021
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Auf dem Campus der ETH wurde am Mittwoch, 14. April, die lang erwartete Zentrifuge angeliefert und an ihrem Bestimmungsort platziert. Sie soll in Zukunft dazu dienen, bei Bauprojekten Auskunft über die Bodenstabilität zu geben.

Diese Zentrifuge ist eine der grössten weltweit und soll dazu dienen, realistische Spannungen in kleinmassstäblichen Bodenmodellen zu erzeugen. Mit ihr lässt sich nämlich die Gravitationskraft auf ein Vielfaches erhöhen. Damit können mit relativ kleinen Modellen präzise Auskünfte darüber gegeben werden, wie sich der Untergrund bei Belastung in der Realität verhalten wird – für Bauprojekte eine sehr wichtige Information. So lassen sich etwa Aussagen darüber treffen, wie stabil Baufundamente erstellt werden müssen, um Erdrutschen, Tsunamis, Flusserosionen oder Erschütterungen standzuhalten. Auch Erdbeben können mit dem «Erdbebentisch», der in der Zentrifuge zusätzlich installiert werden wird, simuliert und deren Auswirkungen auf Untergrund und Bauwerk erforscht werden.

Erst der Zylinder, dann die Zentrifuge

Im vergangenen Herbst war bereits der 240 Tonnen schwere Betonzylinder, der die Zentrifuge umgeben und die während des Betriebs entstehenden Schwingungen dämpfen soll, damit die empfindlichen Messgeräte der Forschungsinstitute in der Umgebung nicht gestört werden, angeliefert und im Boden versenkt worden (der Höngger berichtete). Nun konnte – mit etwas Verzögerung – auch die Zentrifuge an ihrem Bestimmungsort installiert werden. Sie wurde von der Ruhr Universität Bochum übernommen, wo sie aufgrund von Verlagerungen der Forschungsschwerpunkte keinen Gebrauch mehr findet, wie Professor Anastasopoulos erläuterte. Hier in Zürich hat sie nun ein neues Zuhause gefunden und wird Teil eines Forschungszentrums für Zentrifugenmodellierung am Institut für Geotechnik der ETH Zürich werden, das im neu entstehenden HIF-Gebäude beheimatet sein wird.

Ab Ende Jahr im Einsatz

Die spektakuläre Absenkung der «Riesenzentrifuge» verlief ohne Probleme. In den kommenden Wochen und Monaten wird die Installation nun fertiggestellt und mit der Durchführung erster Testläufe begonnen. Spätestens Ende des Jahres, so Anastasopoulos, sei seine neueste Errungenschaft dann einsatzbereit.

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