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15. August 2018 von

Mit seinen Teams reist Barmettler an internationale Shows und Wettkämpfe.
Foto: zvg

Mit seinen Teams reist Barmettler an internationale Shows und Wettkämpfe.

Foto: zvg

Eine witzige Choreographie zeigte Barmettler mit seiner Gruppe «Men Gym» im Hallenstadion.

Von

Online seit
15. August 2018

Printausgabe vom
16. August 2018
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Ernst Barmettler gehört fast schon so sehr zum Turnverein Höngg wie die Limmat zu Zürich. Seit über vier Jahrzehnten ist er Mitglied im Turnverein und fast ebenso lange schon als Trainer für die Männer- und Seniorenriege tätig. Ein Portrait des Unermüdlichen.

Anno 1972 war es, als Ernst Barmettler erstmals die Turnhalle des Schulhauses Vogtsrain betrat und sich als Neumitglied beim Turnverein Höngg (TVH) meldete. Gerade einmal 19 Jahre jung war er damals und frisch aus der Innerschweiz nach Zürich umgezogen, um hier eine Stelle in einem Einrichtungsgeschäft am Werdmühleplatz anzutreten. Er hatte sich ein kleines Zimmer in Höngg gemietet und war in seinem Wohnquartier auf der Suche nach einem Verein, in dem er sich erstens als Ausgleich zur Arbeit körperlich betätigen konnte und zweitens die Gelegenheit erhielt, Kontakte zu knüpfen und Leute kennenzulernen.

Vom einfachen Mitglied zum Gruppenleiter

Beides ist ihm im Turnverein offensichtlich prima gelungen. Der heute 65-jährige Innenarchitekt ist topfit und durchtrainiert, und auch über ein mangelndes Sozialleben in Höngg kann er sich nicht beklagen. Nicht nur er, sondern auch seine Frau und der Sohn, der gemeinsam mit ihm das eigene Inneneinrichtungsgeschäft führt, sind mittlerweile aktive Vereinsmitglieder und trainieren mehrmals die Woche. Barmettler selbst ist schon lange nicht mehr nur einfaches Mitglied, sondern hat schon kurze Zeit nach seinem Eintritt in den TVH Verantwortung als Gruppenleiter übernommen. «In Lehrgängen, die vom kantonalen sowie eidgenössischen Turnverband durchgeführt wurden, konnte ich die Ausbildung zum Kursleiter absolvieren», berichtet er bei einem Gespräch in seinen Geschäftsräumlichkeiten an der Dufourstrasse im Zürcher Seefeld. «Dort habe ich mir das Rüstzeug geholt, um Turnlektionen durchführen zu können. Das ist gar nicht so einfach, es benötigt schliesslich einiges an technischem Know-how, um eine ganze Stunde Training gestalten zu können.» Seither hat Barmettler sein Wissen regelmässig immer wieder in Kursen erweitert und Zusatzausbildungen absolviert, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben und auch neue Sparten ausprobieren zu können.

Vom Geräteturnen zur Gymnastik

Angefangen hat er in den 70er und 80er- Jahren mit Leichtathletik und Geräteturnen, in den 90ern hat er zur Gymnastik gewechselt, «obwohl die Männer meiner Trainingsgruppen das zunächst etwas kritisch sahen», schmunzelt er. Doch mittlerweile machen sie gerne mit und schätzen die sorgfältig zusammengestellten Übungen, zu der Barmettler stets die passende Begleitmusik mitbringt. Jeden Donnerstagabend unterrichtet er zunächst die Senioren-, und anschliessend die Männerriege, die jeweils zwischen zehn und 20 Mitglieder haben. Im Sommer trifft man sich auf dem Sportplatz auf dem Hönggerberg, im Winter wird im Schulhaus Vogtsrain geturnt. Wichtiger Programmpunkt nach dem einstündigen Training ist das anschliessende gemütliche Beisammensein: «Im Sommer bereitet jede Woche jemand anderes ein kleines Abendessen vor, das wir dann im Clubhaus zu uns nehmen, im Winter gehen wir nach dem Training ins Restaurant Osteria da Biagio, das gehört einfach dazu,» schwärmt Barmettler. «Für viele Senioren ist das Training auch die Gelegenheit, mal wieder aus dem Haus zu kommen und sich mit Gleichgesinnten zu treffen. Viele kommen nach der Pensionierung zu uns in den Verein und sind froh um etwas Abwechslung in ihrem Alltag.»

Wettbewerbe auf internationalen Bühnen

An diesen geselligen Abenden nach dem Training entstehen dann wohl auch die Ideen für die fantasievollen Choreographien, die Barmettler und sein Team bei Turnfesten und Wettbewerben präsentieren. Während er mit der Männerriege meistens an Turnfesten innerhalb der Schweiz teilnimmt, hat er mit seiner zweiten Gymnastikgruppe, den «Men Gym», sogar internationale Auftritte. Selbst im Hallenstadion sind die «Men Gym» bereits aufgetreten. Bei den Wettbewerben stehen aber für Barmettler und seine Teams stets der Spass an der Sache und der soziale Aspekt im Vordergrund. «Die Platzierung ist eigentlich nebensächlich, wir haben als Gruppe Spass daran, am Wettbewerb teilzunehmen. Nur schon die Vorbereitungszeit und die Ausarbeitung der Choreographie bringt viel frischen Wind und Motivation ins Training», erläutert der Trainer die Beweggründe für die Teilnahme an den Wettbewerben. Die gemeinsamen Reisen zu den Wettkampforten stellen dann natürlich jeweils einen absoluten Höhepunkt des Turnjahres dar.

Eine erfüllende Aufgabe

Bei so viel Engagement des Trainers, der zusätzlich auch noch als technischer Leiter im Vorstand der Männerriege aktiv ist, ist es nicht verwunderlich, dass seine Teammitglieder mit Begeisterung ins Training kommen: «Einer der Senioren hat diesen Sommer sogar seine Ferien verschoben, um das Training nicht zu verpassen, weil ihm das einfach besser tue als Ferien», erzählt Barmettler nicht ohne Stolz. «Ich empfinde es als eine sehr dankbare Aufgabe, die Männer zu trainieren und sie für den Sport zu begeistern. Es gibt mir sehr viel, wenn ich sehe, wie motiviert sie sind.» Auch nach über 40 Jahren ist er offensichtlich weiterhin mit der gleichen Leidenschaft dabei wie zu Beginn seiner Tätigkeit im TVH. Der Turnverein darf also hoffen, dass ihm Barmettler noch einige weitere Jahrzehnte als Trainer erhalten bleibt.

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