Schulraumplanung Rütihof: Gut, aber der Druck steigt

Lange gab es im Rütihof kein Schulhaus, wie in verschiedenen Porträts der vergangenen Ausgaben des «Hönggers» ersichtlich wurde. Mit dem Bauboom kamen viele Familien ins Quartier, so dass 1992 in einer Volksabstimmung dem Bau eines eigenen Schulhauses zugestimmt wurde.

Das Schulhaus Rütihof verfügt noch über genügend Kapazität für die kommenden Jahre.
Von aussen lässt sich die Idylle im Innenhof nicht erkennen.
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Im Herbst 1995 wurde das Schulhaus Rütihof eingeweiht. Es war so besonders, dass die renommierte Zeitschrift für Architektur und Design «Hochparterre» sogar einen Artikel über das «Schulhaus mit Park und Kunst» publizierte. Fast poetisch schrieb der Autor 1996: «Dieser Hof ist anders als andere Schulhöfe. Er ist gleichsam Natur geblieben, wegloser Wiesenhang wie zuvor. Alte Bäume haben hier überlebt, und ein Park breitet sich vor den Fenstern der Klassenzimmer aus. Die Klassen und alle Räume von Hort, Kindergarten und Quartierzentrum sind auf diesen Park orientiert».

Heute beherbergt die Schule Rütihof zwölf Klassen und einen Kindergarten. Im Gegensatz zu anderen Schulen ist die Kapazität noch nicht ausgeschöpft. Das kommt daher, dass in Erwartung der Ringlingüberbauung vorausschauend ein Züri-Modular-Pavillon mit sechs Zimmern aufgestellt wurde. Was nun allerdings auch im Rütihof spürbar wird, ist der Druck auf das Schulhaus Riedhof-Pünten. Dieses ist bereits jetzt voll belegt und muss im kommenden Schuljahr noch zusätzliche Klassen aufnehmen, dafür müssen ab dem Schuljahr 2021/22 im Quartier zwei Pavillons aufgestellt werden. Die Stadt will das Quartier im Frühling über die Standorte informieren. Ursprünglich war eine Erweiterung des Schulhauses Riedhof vorgesehen gewesen, denn bis 2040 wird mit 12 bis 18 zusätzlichen Klassen gerechnet, die an diesem Standort Platz finden müssen. Oberhalb des denkmalgeschützten Gebäudes wäre Platz für einen Neubau vorhanden. Stadtintern wird jedoch noch über die optimale Nutzung der Fläche beraten. Der Bau eines neuen Schulhauses dauert jeweils rund zehn Jahre. Um das Schulhaus Riedhof-Pünten zu entlasten, wurde dessen Einzugsgebiet verändert und die Konrad-Ilg-Strasse seit dem Schuljahr 19/20 dem Schulhaus Rütihof zugeteilt. An der Endhaltestelle des 13er-Trams, in der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Höngg, existierten bereits zwei Kindergärten. Mit dem Neubau der Gewobag an der Konrad-Ilg-Strasse kamen viele Kinder im selben Alterssegment ins Quartier, was im Sommer die Eröffnung zwei weiterer Kindergärten in der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Höngg nötig machte. Alle diese Kinder werden später auch dem Schulhaus Rütihof zugeteilt werden.

Mit den Neubauten an der Hurdäckerstrasse – das Schul- und Sportdepartement rechnet mit 40 Kindern in allen Altersstufen – und irgendwann in ferner Zukunft mit dem Neubau auf dem Grünwaldareal, wird die Schule Rütihof ihre Kapazitätsgrenze erreichen. Bei den Kindergärten ist man zurzeit gut aufgestellt, zumal zwei neue Standorte an der Hurdäckerstrasse geplant sind. Ein Problem darstellen könnten jedoch die nötigen Betreuungsräume, so ist man bei der Stadt auf der Suche nach möglichen Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung.

Die Schulraumplanung ist in der ganzen Stadt ein Thema. Der Schulkreis Waidberg geriet dabei etwas aus dem Fokus, da er als «fertig gebaut» galt und an anderen Orten wie Glatttal oder Uto grosse Neubauten «auf der grünen Wiese» realisiert wurden, die dringenderen Handlungsbedarf erforderten. Mit der Verdichtung, dem Abbruch von Einfamilien-, und Neubau von Mehrfamilienhäusern und einem entsprechenden Anstieg der Kinderzahlen hatte man nicht in diesem Ausmass gerechnet. Das wird sicherlich auch in Zukunft in Höngg und Wipkingen zu reden geben.

Bereits zu diesem Fokus-Thema erschienen:
Rütihof: Vom Weiler zum Satelliten-Quartier, 21. November
Rütihof – Erinnerungen an einen Bauernweiler, 21. November
Zwei Quartierpläne, die alles umpflügten, 5. Dezember
Eine endlose Geschichte, 5. Dezember
Leben im Rütihof, Teil 1, 5. Dezember

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