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Vereine

Rettungsschwimmen in Zeiten von Covid-19

7. Juli 2020 von

Besammlung am Vorstart – mit Abstand zu den anderen Teams.
Foto: zvg

Besammlung am Vorstart – mit Abstand zu den anderen Teams.

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Die SLRG Höngg Damen beim Training mit Abstand.

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Online seit
7. Juli 2020

Printausgabe vom
09. Juli 2020
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Rettungsschwimmen ohne Wasser und Körperkontakt? Schlicht undenkbar. Das digitale Zeitalter bot während dem Lockdown aber zumindest die eine oder andere Möglichkeit, mit den Trainingskollegen und -kolleginnen in Kontakt zu bleiben und sich gemeinsam auf Distanz körperlich zu betätigen.

Nachdem die SLRG Sektion Höngg Ende Februar das Jugendtrainingsweekend und Anfang März die Vereinsversammlung noch hatte durchführen können, überschlugen sich Mitte März die Ereignisse. Am 13. März wurden die Schulschliessungen kommuniziert. Kurz darauf teilte die Stadt Zürich mit, dass auch die Bäder für die Öffentlichkeit und Vereine schliessen. Es folgte der Landesweite Lockdown und die SLRG Schweiz lies vorsorglich alle Vereinsaktivitäten bis mindestens am 30. April 2020 einstellen. Was nun?

Training via Videokonferenz

Kurse und Anlässe waren aufgrund der Corona-Massnahmen erst einmal kein Thema. Es formierte sich aber ein kleiner «Corona Krisenstab», der überlegte, was man mit der Wettkampfgruppe aus körperlicher wie auch sozialer Sicht in dieser Zeit anstellen könnte. Das Ergebnis war einerseits der Start einer «SLRG Höngg Challenge» in einem separaten Whatsapp-Chat. In drei unterschiedlichen Kategorien erhielten die Mitstreiter*innen eine Aufgabe gestellt. Wer diese erfüllt hatte, postete in der Regel ein Beweisfoto oder Video und stellte dann eine neue Aufgabe. Etwa drei Wochen lang wurden fleissig Challenges erledigt. Ab der zweiten Lockdownwoche fand ausserdem ein Kraft-Cardio-und-Co-Training via Videokonferenz und ein anschliessender Umtrunk vor dem Bildschirm statt. Dank unterschiedlicher Fitnessvideo-Vorschlägen von den Mitgliedern, wurden es abwechslungsreiche Trainings. Und sogar Kolleginnen, die gerade in der USA oder in Deutschland weilten, konnten mitmachen. Das Wasser fehlte den Rettungsschwimmer*innen aber schon sehr und man hoffte auf eine baldige Rückkehr ins Schwimmbad.
Für die Jugendgruppe gab es in der ersten Woche eine freiwillige Hausaufgabe aus den Schulunterlagen der SLRG. Je nach Altersgruppe ging es um das richtige Verhalten beim Baden im Freibad, See und Fluss. Viele waren in dieser ersten Lockdown-Phase aber wohl schon genug mit dem nun zu Hause stattfindenden Unterricht gefordert. Die Jugendverantwortliche schickte deshalb mangels Nachfrage keine weiteren Hausaufgaben. Stattdessen nutzte sie die Mittagspause im Homeoffice, um mit dem Velo die Diplome vom internen Jugendwettkampf, der Anfang März noch stattgefunden hatte, an die Kids auszuliefern. Dabei ergaben sich auch zwei, drei Gespräche mit Jugendmitgliedern oder deren Eltern. Natürlich mit dem notwendigen Abstand.

Die Hallenbäder öffnen wieder

Als es dann hiess, dass am 11. Mai Sporttrainings in Kleingruppen wieder möglich sein würden, machten sich die Höngger Rettungsschwimmer so gleich daran, das notwendige Schutzkonzept zu verfassen und beim Sportamt einzugeben. All jene Erwachsenen, die gerne trainieren wollten, wurden in Fünfergruppen aufgeteilt und jeder Gruppe ein Trainingszeitfenster zugeteilt. So wurde zwar weniger lange trainiert, aber die Kondition musste ja ohnehin erst wieder aufgebaut werden.
Am 8. Juni fiel die Kleingruppenregel weg und das Jugendtraining konnte wieder durchgeführt werden. Die Jugendlichen hatten sich schon alle sehr danach gesehnt. Erst Anfang Juni war jedoch klar, ob und unter welchen Bedingungen sie wieder trainieren dürfen. Weiterhin war wo möglich auf Abstand zu achten und eine Anwesenheitsliste zu führen. Nun durfte aber mit einer Person pro 10 Quadratmeter trainiert werden. Dank einem postenartig organisierten Training konnte der Bereich ums Becken mitgerechnet werden und es musste somit niemand zu Hause bleiben. Ausserdem konnte die Jugend Ende Juli am Wettkampf in Grenchen teilnehmen. Die Jugendregionalmeisterschaft hatte aber leider auf nächstes Jahr verschoben werden müssen.
Über den Sommer wird sich nun zeigen, wie es mit dem Training nach den Ferien weitergeht und mit welchen Auflagen und Programmänderungen das geplante Modul See im August sowie die Herbstkurse durchgeführt werden dürfen. Dies hängt auch von allen Leser*innen ab. Je vernünftiger alle über den Sommer sind, desto besser sind die Chancen, dass die Massnahmen gegen das Virus nicht wieder verschärft werden müssen.

Eingesandt von Barbara Meier

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7. Juli 2020

Printausgabe vom
09. Juli 2020
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