Pläne der VBZ mobilisieren Am Wasser

Was die Strasse Am Wasser an motorisiertem Verkehr zu viel hat, hat sie an öffentlichem zu wenig. Geht es nach den Plänen der Stadt, werden die Verbindungen, so moniert eine breit abgestützte Koalition an Interessens- und Quartiervereinen, bald noch schlechter.

Wer unterhalb der Ackersteinstrasse wohnt und öffentliche Verkehrsmittel benutzen will oder muss, hat die Wahl: Entweder die Treppen hoch zur Limmattalstrasse oder runter zur Tramlinie 17, ehemals Nummer 4. Nun sieht man sich aber mit der auf 2018 geplanten Tramlinie Hardbrücke, welche die Linie 17 ersetzen soll, stark benachteiligt: Die neue Linie soll die Endstation der Linie 8 mit dem Werdhölzli verbinden – sie führe dannzumal von dort über die Hardbrücke via Stauffacher, Paradeplatz und Bellevue bis hoch zum Klusplatz. Die direkte Verbindung zum Hauptbahnhof würde für die Bewohner Am Wasser, der Grünau und viele mehr gekappt. In einem offenen Brief an den zuständigen Stadtrat Andres Türler wehren sich die verschiedenen Interessengemeinschaften und Quartiervereine gegen diese Pläne. Für den Quartierverein Höngg hat, im Namen des Vorstands, SVP-Kantonsrat Rolf Stucker und für die IG Am Wasser/Breitensteinstrasse Martin Zahnd unterzeichnet. Speziellam Wasser sieht man sich einmal mehr besonders benachteiligt, denn seit Ende 2008 die Quartierbuslinie 71 eingestellt wurde, verschlechterte sich die Anbindung an den öV stetig: «Nach Betriebsaufnahme der Tramlinie Zürich-West wurde die Linie 17 unzureichend bedient», heisst es im Schreiben sinngemäss. Auf die Beanstandung dieser Situation hin erfolgte dann diesen März doch noch eine Kapazitätsaufbesserung durch zusätzliche Tramzüge und längere Kombinationen. Die von den Plänen betroffenen öV-Benutzenden aus den Quartieren fordern weiterhin eine direkte Tramverbindung von der Grünau zum Hauptbahnhof, denn das Umsteigen an der Hardstrasse/Escher-WyssPlatz sei «umständlich und zeitaufwendig und für viele ältere Quartierbewohnende ein unüberwindliches Hindernis – dem Quartier droht so durch die geplante Tramverbindung 8 eine reale Zweiteilung», schreiben sie an Stadtrat Türler. Dieser wird zusammen mit Fachpersonen der VBZ die Pläne öffentlich vorstellen. Für Gesprächsstoff beim anschliessenden Apéro dürfte gesorgt sein. 

0 Kommentare


Themen entdecken