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Dossier Kunst

Panoptikum der Kreativität im Ortsmuseum

14. Oktober 2014 von

Foto: Fredy Haffner

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Online seit
14. Oktober 2014

Printausgabe vom
16. Oktober 2014
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Wenn sich 13 Künstlerinnen und Künstler im Ortsmuseum breitmachen, kommt es zu spannenden Begegnungen – zwischen Geschichte, Kunst und Menschen. Ein Besuch lohnt sich.

Wer derzeit das Ortsmuseum Höngg besucht, ist wahrscheinlich nicht auf der Suche nach historischen Geschichten und Artefakten, sondern will sehen, was die aktuelle Kunstausstellung an Wunderwelten zu bieten hat. Trotzdem ist die Geschichte Hönggs im altehrwürdigen Haus zum Kranz allgegenwärtig – und darin die Wunderwelt der 13 Künstlerinnen und Künstler. Deren Kreativität und Vielfältigkeit in allen Dimensionen und verschiedensten Materialien und Stilen ist es, was Gruppenausstellungen dieser Art ausmachen. Dazu gehört auch, dass sich bei Kunstinteressierten unweigerlich die Frage nach der Grenze zwischen Hobby, Kunsthandwerk und Kunst stellt. Doch wer will sich schon anmassen, diese zu beantworten? Und ist nicht gerade dies mit der Reiz jeder Kunstausstellung, dass diese Frage nicht abschliessend, sondern nur durch die Augen des Betrachters jedes Mal neu beantwortet werden soll und muss?

Die Ausstellung bietet mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas. Und das beginnt im Keller des Ortsmuseums, wo Zoltán Horváth fünf Bilder ausstellt. Eines davon zeigt einen dunklen Raum mit Weinfässern in blauem Licht – aufgehängt gleich über den realen, alten Weinfässern. Der Raum fliesst so über ins Bild, in das man am liebsten eintauchen würde, als kleines Kind zum sich Verstecken, als Weinliebhaber zum Testen oder, wenn man es sich als Schiffrumpf denkt, zu einer Reise nach Irgendwo.
Im Geissenstall zeigt Helga Matzner ihre meist grossformatigen, schwungvoll gemalten Bilder. Einige davon gehen gar über vorgehängte Folien in die dritte Dimension und ergeben je nach Blickwinkel neue Eindrücke.
Im Tenn begegnet man der bunten, aus Recyclingmaterial geschaffenen Tierwelt von Claude Bazzell und es scheint, als würde man das Echo des Gegackers und Miauens der Tiere, die früher tatsächlich hier gewohnt hatten, hören. Dann schweift der Blick an die Wand gegenüber zu den Bildern von Werner Muntwiler. Auch auf einigen von diesen sind Tiere zu sehen – doch nein, es sind Fabelwesen, die durch Traumwelten schweben.
Weiter geht es zum Treppenaufgang. Den bei andern Künstlern unbeliebten Ort hat sich Heidi Dürst als Ausstellungsraum gewählt. Mit Bedacht, denn ihre Bilder von Blumen und Landschaften − die Farbe mit dem Spachtel und doch flüchtig geblieben auf rohe Jute aufgetragen – wirken so treffend, als wären sie eigens für diesen Ort geschaffen worden.
Die schiefe Grossmannstube hat Mauro Catania ausgehängt. Seine neueren Werke, grosse Portraitbilder, wirken auf den ersten Blick düster, – fast etwas beklemmend –, doch der Blick versinkt darin, wirft Fragen auf, bewegt und lässt einen nicht unberührt.
Im Urgeschichtszimmer und Bocktreppenvorraum sind es Brigit Kurer mit Bildern und das Team von und um Ueli Bachmann mit Steinskulpturen, die einen verweilen lassen, bevor es weitergeht in das Vereinszimmer, wo Elsbeth-Ermel-Dürsts Tuschmalereien erneut eine andere Facette der Kunst zeigen. Ebenso im Raum nebenan, dem Landsitzzimmer, in dem die feinen Stickereien von Erica Aebersold ihre Pracht entfalten. Sie verbringt bis zu einem Jahr an jedem einzelnen, kleinformatigen Motiv.
Die letzte Station, der Estrich, gehört auf den ersten Blick den witzigen Werken von Urs Maltry. Er kombiniert meist spezielle Wurzel-, Rinden- oder Treibguthölzer mit Knetmasse zu Figuren. Wo die Natur aufhört und die Knetmasse beginnt, ist teils kaum zu erkennen – und schon beginnen die Wesen ihr wahrlich pralles Leben.
Albert Zollingers Pigmentbilder und Ilse Stockers Landschafts- und Clownbilder bilden den Abschluss des Rundgangs durch die Welt der Höngger Künstlerinnen und Künstler. Dazwischen schweift der Blick kurz durch die Fenster hinaus in das Herbstlicht über der Gsteigstrasse und deren Verkehr − und leicht beschliesst man, auf dem Weg nach draussen, gleich das eine oder andere Werk nochmals zu besuchen. Oder möchte man gar eines erwerben? Die Preise liegen zwischen 80 und 4500 Franken. Die Ausstellung bietet also nicht nur für jeden Geschmack, sondern auch für jede Geldbörse etwas. Aber nur noch bis zum 2. November.

Öffnungszeiten:
Freitag, 18 bis 20 Uhr
Samstag, 15 bis 18 Uhr
Sonntag, 10 bis 16 Uhr
Finissage: Sonntag, 2. November, 14 Uhr
Ortsmuseum Höngg, Haus zum Kranz, Vogtsrain 2.

Von

Online seit
14. Oktober 2014

Printausgabe vom
16. Oktober 2014
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