Höngger.ch

8°C3°C am 7. Dezember 2019
Stadt

Neue Wohnformen testen

13. August 2019 von

Auf der Terrasse des HIL Gebäudes auf dem Campus der ETH Hönggerberg ist eine Wohnung frei - zu Forschungszwecken.
Foto: Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten

Auf der Terrasse des HIL Gebäudes auf dem Campus der ETH Hönggerberg ist eine Wohnung frei - zu Forschungszwecken.

Foto: zvg

Durch die bewegliche Wand kann der Raum unterschiedlich eingeteilt und genutzt werden.

Foto: zvg

Durch die bewegliche Wand kann der Raum unterschiedlich eingeteilt und genutzt werden.

Foto: zvg

Stauraum ist bei einer Kleinwohnung besonders wichtig. Hier gegeben durch "Schubladen" unter dem Podest.

Von

Online seit
13. August 2019

Printausgabe vom
14. August 2019
Beitrag bewerten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Die ETH testet zurzeit ein Mock-up einer Kleinwohnung auf der Dachterrasse des HIL-Gebäudes auf dem Hönggerberg. Ein Jahr lang wird gemessen, wie sich verschiedene Bewohner*innen den Raum aneignen.

Das Wort «vacancy» strahlt in Leuchtschrift von der Dachterrasse des HIL-Gebäudes. Angebracht ist es an einem vorfabrizierten Holztafelbau aus Massivholzplatten (CLT-Platten), der eine rund 50 Quadratmeter grosse Wohnung beherbergt. Ein Jahr lang wird dieses sogenannte «Mock-up» als performativer Raum bewohnt und bewertet. «Performativ» deshalb, weil sich der Raum seinen Bewohner*innen anpasst: Bewegliche Elemente wie eine Drehwand und ein Drehschrank sowie drehbare Hängelampen erlauben immer wechselnde Einteilungen des Raumes: Einmal wird der Schlafbereich und das Badezimmer vom Wohnbereich getrennt, ein anderes Mal durch die Drehung der Wand der ganze Raum geöffnet und nur die Küche verdeckt. Hohe Einbauschränke in der Küche und Kästen unter den zwei Podesten sorgen für den nötigen Stauraum. Die genannten erhöhten Böden folgen ebenfalls der Idee des Wohnens mit wenig Mobiliar: Sie können, ergänzt durch einen Tisch, zum Beispiel als Sitzfläche dienen, oder wahlweise als Liegefläche. Zwei grosse Fenster bringen viel Licht in die Räume und lassen sie durch die Aussicht grösser wirken.

Werden die Möglichkeiten auch genutzt?

Die Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten erforschen schon lange neuartige und unkonventionelle Wohnformen in Praxis und Lehre. Grundlage des Mock-ups bildet ein Projekt der moyreal immobilien AG an der Stampfenbachstrasse 131 in Zürich, das die Architekten entworfen haben. Mit dem Mock-up wird das räumliche und konstruktiv-technische Zusammenspiel der Bauteile im bewohnten Alltag prototypisch getestet. Dabei verfolgt das Forschungsprojekt zwei Ziele: Zum einen dient das Objekt dazu, die erwähnten beweglichen Elemente zu entwickeln und konstruktiv zu verfeinern. Eine Schwierigkeit wandelbarer Räume liegt im trägen Verhalten der Bewohner: Einmal eingerichtet, sind Veränderungen eher selten. Über die Verhaltensstudien mit Bewohner*innen soll deren Veränderungsbereitschaft erforscht werden. Dafür werden unterschiedliche soziale Gruppen für je eine Woche im Mock-up wohnen. Drehwinkelsensoren in den beweglichen Bauteilen werden die Bewegungshäufigkeit sowie die gewählten Winkel messen. Die Testpersonen werden ausserdem nach dem Aufenthalt mittels eines Questionnaires zur Wohnqualität befragt.

Temporäre Bewohner*innen gesucht!
Interessierte Testbewohner*innen können sich auf https://mosayebi.arch.ethz.ch/forschung um eine Teilnahme an der Forschung bewerben.

Von

Online seit
13. August 2019

Printausgabe vom
14. August 2019
Beitrag bewerten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar.


500