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Kinder & Jugend

Mobbing in der Schule

12. Dezember 2018 von

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12. Dezember 2018

Printausgabe vom
13. Dezember 2018
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Was ist eigentlich Mobbing? Und welche Arten von Mobbing gibt es? Auf Einladung des Elternrats der Schule Rütihof informierten Markus Busin und Daniel Hänggi am 14. November darüber, wie Eltern und Lehrpersonen diese Form von Gewalt unter Kindern frühzeitig erkennen und wie sie rechtzeitig eingreifen können.

Hat das Kind Angst, zur Schule oder in den Kindergarten zu gehen? Oder klagt es plötzlich über unerklärliche Bauchschmerzen, Kopfschmerzen? Ist es vielleicht immer unsäglich müde, obwohl es gut ausgeschlafen ist?
Dann könnte es – neben vielen anderen möglichen Erklärungen – sein, dass es in der Schule Erfahrung mit Mobbing macht. Nicht selten können dies nämlich körperliche Symptome vom Mobbing sein, welche sich auf ganz unterschiedliche Arten zeigen kann. Das macht es sehr schwierig, präventiv einzugreifen.

Eine allgegenwärtige Form der Gewalt

Als Hauptreferent an diesem Abend trat Markus Busin, Primarlehrer, Vater und Erwachsenenbildner bei Viventa Zürich, auf. Er definierte Mobbing als eine Form von Gewalt. Man unterscheidet zwischen physischen, zum Beispiel Schlagen, Beissen oder Schubsen, und verbalen Verletzungen wie Spitznamen geben, Beschimpfungen, Belästigungen oder ironischen Bemerkungen und dem Angriff auf den sozialen Bereich. Dieser zeigt sich zum Beispiel als Herausekeln, Ignorieren, Ausschliessen oder Manipulieren des Kindes.
Oft erleben betroffene Kinder regelmässige Streitigkeiten oder sich wiederholende Konfliktsituationen. Gemäss der Definition von Mobbing müssen solche Konflikte aber immer zwischen den gleichen Beteiligten und über einen längeren Zeitraum anhalten. Mobbing ist zudem ein Gruppenphänomen und dabei sind nebst Täter und Opfer auch sogenannte Mitläufer, Zu- und Wegschauer involviert. Es ist ein komplexes Konstrukt und es ist sehr wahrscheinlich, dass jedes Kind in den elf obligatorischen Schuljahren einmal mit Mobbing in Kontakt kommt – als Täter, Opfer oder als «Mitbeteiligter».

Prävention fängt bei den Eltern an

Am einfachsten lässt es sich beim Entstehen verhindern. Zur Prävention gehören Regeln, Rituale und Beziehungsarbeit. Eltern, Lehrer*innen oder generell alle Bezugspersonen, legt Busin seinen Zuhörer*innen nahe, lieferten dabei den wichtigsten Beitrag zur Prävention: den Kindern ein starkes Selbstwertgefühl vermitteln. Dazu braucht es die Liebe, Geborgenheit und Zuwendung der Bezugspersonen, und zwar ohne jegliche Gegenleistung zu erwarten und das Kind nicht als Leistungserbringer zu betrachten. Oder mit den Worten von Remo Largo: «Den wichtigsten Beitrag, den Eltern und Bezugspersonen wie Lehrer für die Entwicklung und das Selbstwertgefühl eines Kindes leisten können, ist, ihm die notwendige Geborgenheit und Zuwendung zu geben und es als Person, nicht als Leistungsträger, vorbehaltslos zu akzeptieren».

Die Aufgabe der Schulsozialarbeit

Mobbing in der Schule oder im Kindergarten vergiftet das Lernklima. Die Kinder leiden darunter und werden in ihrer Entwicklung behindert. An der Schule Rütihof, einer sozialwirksamen Schule, arbeiten der Schulsozialarbeiter Daniel Hänggi und die Lehrerschaft intensiv in unterschiedlichen Gefässen mit denSchüler*innen. Sie bekämpfen Mobbing schon im Ansatz und ermöglichen so ein gutes Schul- und Lernklima. Dies konnte Herr Hänggi in seinem anschliessenden Referat überzeugend aufzeigen. Er informierte die Zuhörer*innen darüber hinaus, wie er selbst sowie die Lehrpersonen betroffenen Eltern und Kindern zur Seite stehen können.

Wer sich ausführlicher über das Thema informieren möchte, findet auf der Website des Elternrats Rütihof (https://elternratruetihof.jimdo.com) hilfreiche Links.

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