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Stadt

Mehr Tiefe statt Reichweite

29. Oktober 2020 von

Nicole Barandun-Gross, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich, GVZ
Foto: zvg

Nicole Barandun-Gross, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich, GVZ

Von

Online seit
29. Oktober 2020

Printausgabe vom
05. November 2020
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Die wirklich gute Nachricht: Sowohl im Kanton wie auch in der Stadt Zürich konnten diesen Sommer mehr Lehrstellen besetzt werden als vor einem Jahr. Diese wider Erwarten erfreuliche Tatsache verdanken wir den lokalen Gewerbebetrieben, Dienstleistern und Detaillisten, die sich trotz schwierigen Bedingungen ihrer Verantwortung bewusst sind und der Jugend Zukunftsperspektiven bieten. Sparen wir uns das Klatschen und zeigen unsere Solidarität, indem wir den Franken hier ausgeben und nicht bei unserem nördlichen Nachbarn mit seiner scheinheiligen 24-Stunden-Risiko-Einkaufstouristen-Ausnahme-Regelung.

Qualität vor Quantität

Es gibt keinen Persilschein für Eigenverantwortung. Die Lage ist ernst. Wer das noch nicht begriffen hat, dem und der sei gesagt: Wir müssen uns zusammenreissen, die Distanz- und Hygieneregeln beachten und – ja – auch die Schutzmaske tragen. Hey, da bricht uns doch kein Zacken aus der Krone. Sicher, wir hätten uns das anders gewünscht. Gleichzeitig dürfen wir die Zuversicht nicht verlieren. Nichts spricht gegen ein Feierabendbier in der Quartierbeiz. Oder ein feines Nachtessen mit Freunden im Lieblingsrestaurant. Einfach halt im kleinen Kreis und vorzugsweise in ähnlicher Zusammensetzung. Qualität vor Quantität – wenn weniger häufig, dann aber mit Genuss. Vielleicht kommen wir dadurch Menschen wieder näher, die wir in der Hektik der Zeit und in der Menge fast verloren hätten. Hören einander (besser) zu. Machen endlich das, wofür sonst immer die Zeit fehlte.

Schönreden bringt nichts

Ja, klar, das ist weit weg von dem, was sich die Jungen für ihre Freizeit wünschen (dürfen). Sich treffen, reisen, flirten, zusammen Spass haben. Von ihnen wird einiges abverlangt, weil das alles über längere Zeit zum Schutz anderer nur eingeschränkt möglich ist. Anstatt zu protestieren, tragen sie die Massnahmen mit, spüren überall die Verunsicherung, im Lehrbetrieb, zu Hause. Umso wichtiger ist es, den Bildungsbereich am Laufen zu halten, und zwar auf allen Stufen. Das schulden wir ihrer und unserer Zukunft.

 

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29. Oktober 2020

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05. November 2020
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