Quartierleben
Kunst braucht Zeit und Raum: von Weltraumnebeln und Wasserstrukturen
Die Höngger Kunstschaffenden RitaMaya Kaufmann und Adrian Bütikofer stellen aktuelle Werke im Frankental aus. Ein Ziel davon ist, die Kunstszene im Quartier zu beleben.
25. März 2026 — Aline Fuhrer
Unter dem Motto «Kunst braucht Zeit und Raum» lädt die Höngger Künstlerin RitaMaya Kaufmann zusammen mit Adrian Bütikofer zum fünften Mal in ihr Atelier an der Limmatstrasse ein. «Für die Dauer von vier Tagen möchten wir hier im Rahmen einer Ausstellung gerne die Leute zusammenbringen», sagt Kaufmann.
Sie und Bütikofer sind alte Künstlerfreunde und widmen sich beide der bildenden Kunst. «Manchmal ergänzen sich in den Ausstellungen verschiedene Stile. In unserem Fall gibt es aber eher einen Kontrast», sagen sie. Auf der einen Seite bezaubern helle und bläuliche Komponenten von Kaufmann. Sie stellt gestaltete Objekte aus Japanpapier aus.
«Zuerst wollte ich das teils bemalte Papier wegwerfen, doch dann entstanden aus einem spontanen Entscheid heraus diese Werke», sagt sie. Papier sei ein Material, das sie schon ihr ganzes Leben begleitet.
«Kunst macht glücklich»
Daneben hängen Holzbilder an der Wand, die mit Aquarellfarbe und Spatel gestaltet sind. Auf den ersten Blick erinnern sie an Wasserstrukturen: An ein Bild von einem lebhaften Meer, das sich bis zum Horizont erstreckt. «In erster Linie geht es bei meinen Werken um Leichtigkeit, aber auch um Geheimnisvolles und nicht Sichtbares.»
Die Künstlerin lässt sich von der Natur, dem Wasser oder auch von Fassaden inspirieren. «Kunst hat für mich etwas mit Forschen zu tun – und macht mich glücklich.»
Mit den Holztafeln hat sich Kaufmann bewusst an Adrian Bütikofer angelehnt. Denn auch er arbeitet mit Holz. Bei ihm dominieren allerdings ganz andere Farben – schwarz und die natürliche Farbe des Holzes selbst. Dabei arbeitet er ausschliesslich mit Eschenholz, alle Werke sind aus einem Stück gearbeitet.
Die meist runden Arbeiten drehen sich um den Mond, um ferne Galaxien und den Weltraumnebel. «Ich würde meiner Kunst den Titel ‹Schwingungen› geben – etwas aufnehmen, das unsichtbar im Raum liegt. Das kann raus ins Universum gehen oder in mich selbst hinein.» Bei Bütikofer gilt laut ihm zudem immer mehr das Motto: Weniger ist mehr.
Raum für Austausch und Begegnung
Dieses Jahr wird es am Sonntag ein «Zwiegespräch» geben: Kaufmann und Bütikofer werden sich gemeinsam über ihre Kunst austauschen. «Ich sage, es gibt leider keine Kunstszene mehr in Höngg», sagt Kaufmann. Es existierten zwar noch Höngger Künstler, aber keine gemeinsame Gruppe. «Wir möchten das Ganze aufbrechen. Das ist das, was ich dazu beitragen kann», sagt Kaufmann.
«Es wäre schön, wenn es einen Begegnungsraum gebe und daraus etwas Neues entstehen kann.» Vielleicht beginnt die Kunstszene also nicht im Grossen, sondern genau hier im Atelier an der Limmattalstrasse.
Kunst braucht Zeit und Raum
Donnerstag, 26. März bis Sonntag, 29. März, 16–19 Uhr
Vernissage: Donnerstag, März, 15 Uhr, Limmatalstrasse 386,18–20 Uhr
Zwiegespräch: Sonntag,März, 15 Uhr, Limmatalstrasse 386
Weitere Informationen: ritamayakaufmann.ch





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