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Künftig etwas leiser

23. Oktober 2019 von

Die Bauprofile zeigen an, wo die schallhemmenden Lägerblenden am Schützenhaus angebaut werden.
Foto: Fredy Haffner

Die Bauprofile zeigen an, wo die schallhemmenden Lägerblenden am Schützenhaus angebaut werden.

Foto: Süssmann AG

Solche Lägerblenden, hier in Wettswil angewendet, wirken ähnlich schalldämmend wie Schiesstunnels.

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23. Oktober 2019

Printausgabe vom
24. Oktober 2019
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Am 5. März hatte die Baudirektion des Kantons Zürich per Verfügung die Lärmschutzmassnahmen für die Schiessanlage Hönggerberg festgesetzt. Nun handelt die Schiessplatzgenossenschaft Höngg, Betreiberin der Anlage, und investiert in Schallschutzmassnahmen.

Die Lärmemissionen der Schiessanlage Hönggerberg, insbesondere der 300-Meter-Anlage, sorgen seit Jahren für Gesprächsstoff und nicht wenige Personen wünschten sich nicht bloss Schallschutzmassnahmen, sondern sähen die Anlage am liebsten gleich ganz aus dem Naherholungsgebiet verbannt. Auf den Betriebszahlen der Jahre 2010 bis 2012 basierend wurde 2014 mit dem vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) empfohlenen Programm «SonARMS» ein Gutachten erstellt, das zeigte, dass bei 21 Gebäuden in der Umgebung die Grenzwerte um maximal sieben Dezibel überschritten wurden. Der Betrieb der 300-Meter-Anlage wurde daraufhin etwas reduziert und man evaluierte, welche Lärmschutzmassnahmen Abhilfe schaffen könnten. Eine davon sind sogenannte «Lägerblenden», deren Wirkung mit den bekannteren Schiesstunnels vergleichbar ist. Wie diese reduzieren Lägerblenden den Mündungsknall, der beim Abfeuern der Waffe entsteht, nicht aber den Geschossknall – auch Überschallknall genannt – der auf der Flugbahn des Geschosses entsteht und auch nicht den vergleichbar harmlosen Einschlagsknall. Entsprechend wurde in der Verfügung vom 5. März von der für die Umsetzung der eidgenössischen Lärmschutzverordnung zuständige Baudirektion des Kantons Zürich der Einbau solcher Blenden verfügt. Auch diese werden indes nicht bei allen 21 Gebäuden, bei denen der Grenzwert gemäss Berechnungen überschritten wurde, Abhilfe schaffen, doch «für die wenigen verbleibenden Überschreitungen bei vier Liegenschaften können Erleichterungen gewährt werden», heisst es in der Verfügung der Baudirektion. Betroffen sind die Liegenschaften Heizenholz 4 (Überschreitung um 1 dB), Engadinerweg 44b (Überschreitung um 2 dB) und Segantinistrasse 194 und 200 (Überschreitung um 2 respektive 3 dB). Nun schreitet die Schiessplatzgenossenschaft Höngg (SPGH) zur Tat: Das Baugesuch für den Anbau von Lägerblenden ist eingereicht (siehe Bauausschreibungen auf Seite 2) und das Vorhaben ausgesteckt. Für die Baukosten sind gemäss Gesuch 340000 Franken veranschlagt. Gemäss einem Symbolbild, das der Bauausschreibung beiliegt, werden Lägerblenden ohne Dach erstellt, der Schiesslärm wird folglich hauptsächlich seitlich abgefangen, nicht aber gegen oben. Auf Nachfrage des «Hönggers» betont Roland Spitzbarth, Präsident der SPGH, dass die Lärmschutzmassnahmen in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Lärmschutz der kantonalen Baudirektion geplant und durchgeführt sowie vor und nach dem Bau von physischen Schallmessungen begleitet würden. Falls nötig, so Spitzbarth, könnten zusätzliche Massnahmen ergriffen werden. Mit dem Bau soll Anfang 2020 begonnen werden.

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