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In der grossen Arbeitswelt

10. Oktober 2018 von

Von

Online seit
10. Oktober 2018

Printausgabe vom
11. Oktober 2018
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Ein eigener, verstellbarer Schreibtisch, kein Kampf um die Plätze in der hintersten Reihe. Statt Prüfungen sind da die Abgabetermine. Längere Arbeitszeiten, dafür ein monatlicher Lohn. Seit etwas mehr als einem Monat darf ich nun meine Nase in die Arbeitswelt stecken und Arbeitsluft schnuppern. Riecht ziemlich gut. Nicht so schweissig wie in Klassenzimmern, in denen zuvor eine pubertierende Klasse, direkt nach dem Sportunterricht, gebrütet hat. Nicht so bitter wie die Verzweiflung, die sich über die Klasse legte, wenn in der die ersten Morgenlektion Französisch anstand. Arbeiten riecht momentan noch neu, unschuldig und aufregend. Trotzdem war es eine ziemliche Umstellung, denn eines muss man dem Schulalltag lassen: Er ist gezwungenermassen abwechslungsreich. Man hat viele verschiedene Lektionen an einem Tag, während dem man im Arbeitsalltag die anfallende Aufgabe innerhalb von Stunden erledigt. Was auch seine Vorteile hat. Keine ständigen Unterbrechungen, Konzentration über einen längeren Zeitraum. Fluch und Segen zugleich sind gleitende Arbeitszeiten, die man sich selber einteilen kann. Man hat das Gefühl alles in der Hand zu haben, während man eigentlich nur von der bösen Zeitabrechnungs-Excel-Tabelle kontrolliert wird, die einem hämisch anzeigt, wie viele Stunden einem noch fehlen. Aber die nimmt man nicht zu ernst, besonders als Praktikantin. Das ist sowieso der beste Titel, um neu in der Arbeitswelt zu bestehen. Jeder weiss, dass man noch nicht so viel Erfahrung mitbringt, die Geduld und das Verständnis sind daher noch eher vorhanden. Aber auf der anderen Seite kann man Leute schneller und einfacher überraschen, weil die Ansprüche an die Praktikantin noch nicht die höchsten sind. Und das ist auch gut so. Mein Fazit aus der bisherigen Zeit: Arbeit ist schlussendlich nicht mehr so sehr Arbeit, wenn man sie gerne macht. Und am Ende des Tages warten keine lästigen Hausaufgaben darauf, erledigt zu werden. Und das ist doch schon mal was.

Lara Hafner, Praktikantin beim «Höngger»

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