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Höngger Zunft-Betrachtungen zum Sechseläuten

19. April 2019 von

Die Zunft Höngg lief bereits an früher dritter Stelle; bis zum Anzünden des «Böögg» blieb daher auf dem Sechseläutenplatz viel Zeit für Fotos.
Foto: Markus Spalinger

Die Zunft Höngg lief bereits an früher dritter Stelle; bis zum Anzünden des «Böögg» blieb daher auf dem Sechseläutenplatz viel Zeit für Fotos.

Foto: Markus Spalinger

Die stolzen Reiter der Höngger Zunft.

Foto: Markus Spalinger

Zunftmeister Walter Zweifel mit den Ehrengästen Röbi Koller und Regierungsrat Ernst Stocker.

Von

Online seit
19. April 2019

Printausgabe vom
02. Mai 2019
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Strassburg als erste ausländische Gaststadt, Walter Zweifels erstes Sechseläuten als neuer Zunftmeister und die Zunft Höngg selbst, welche heuer bereits fürs Mittagessen ins Bahnhofbüffet Zürich zügeln musste: Drei Gründe, das Sechseläuten 2019 unvergesslich in Erinnerung zu behalten.

Seine Sechseläuten-Betrachtungen widmete Walter Zweifel den Höngger Beziehungen zu Zürich im Verlauf der Jahrhunderte. Einen speziellen Fokus richtete er dabei auf die Zeit der Reformation, während der sich in Höngg Revolutionäres abspielte: 1523 zerstörte unter Führung des der Täuferbewegung nahestehenden Predigers Simon Stump ein Bildersturm in der Kirche den gesamten Bestand an Plastiken, Fresken, Büchern und Taufregistern. Stump wurde zwar Ende 1523 des Zürcher Hoheitsgebiets verwiesen; die komplett puritanisch orientierte Kirchenausrichtung aber verblieb in Höngg bis in die Neuzeit. Pfarrer wie Paul Trautvetter (1889-1983) oder der langjährige «Kirchenbote»-Redaktor Hans-Heinrich Brunner (1918-1987) legten davon beredtes Zeugnis ab.

Ehrengäste und Kinderdelegationen

Auch der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker kann sich auf historisches Revoluzzertum berufen: Nach dem Ende der Helvetik wollte die Landbevölkerung ihre neu erworbenen Rechte behalten; die Wädenswiler rebellierten daher 1804 im sogenannten Bockenkrieg bewaffnet gegen das aristokratische Zürich und brannten das Schloss Wädenswil nieder. Eidgenössische Truppen schlugen den Aufstand dann schliesslich nieder. Stockers Familie ist als Bauernfamilie seit dem 16. Jahrhundert auf dem Wädenswiler Berg nachgewiesen, und er selbst – zürcherischer Finanzdirektor mit einem Budget von zirka 16 Milliarden Franken – ist immer noch alle zwei Wochen als Stellvertreter seines Sohnes im Stall tätig.
Alle kennen den Fernsehmoderatoren und Journalisten Röbi Koller und wünschen, sich einmal im Leben auf dessen «Happy Sofa» überraschen lassen zu dürfen. Die Zunft hat daher keine Mühen gescheut und ein solches Sofa beschafft, auf dem er jetzt Platz nehmen durfte. Früherer Revoluzzer auch er: In jungen Jahren beim Piratenradio 24 vom Piz Groppero aus tätig, fand er dann den Weg via DRS 3 zum Fernsehen und ist heute als Tour Operator und freischaffender Medienunternehmer unterwegs. Zur Seite steht ihm dabei seine Frau, Regisseurin Esther della Pietra, welche als Überraschungsgast ebenfalls auf dem Sofa Platz nehmen konnte. Während des Mittag- und Abendessens gratulierten fünf Kinderdelegationen der Göttizunft zum Widder, der Stadtzunft, der Zünfte St. Niklaus, Oberstrass und Hard sowie eine Jungzünfter-Delegation der Zunft zur Letzi im Auftrag ihrer Zunftmeister dem neuen Höngger Meister zum Amtsantritt.

Der Zug der Zünfte

Mit Strassburg hat Zürich 2019 erstmals eine ausländische Stadt zum Sechseläuten eingeladen; auf dem Lindenhof wie auch am Umzug zeigte die Gaststadt ihre historischen und kulturellen Traditionen unter grossem Beifall der Zuschauer. Bereits an früher dritter Stelle folgte im Umzug die Zunft Höngg; bis zum Anzünden des «Böögg» blieb daher auf dem Sechseläutenplatz viel Zeit, um sich mit Freunden und Bekannten im Gespräch auszutauschen oder den «Böögg» zu bewundern, der diesmal ein Barett im Stil des Zürcher Reformators Huldrych Zwingli (1484-1531) trug. Zwingli hatte es seinerzeit angesichts der politischen und konfessionellen Realitäten «den Hut gelüpft», und so entledigte sich zur Feier des 500-Jahr-Reformationsjubiläums auch der «Böögg» bereits nach nur viereinhalb Minuten dieses «Zwingli-Hutes» und zeigte darunter wieder sein gewohntes «Kratten»-bedecktes Haupt. Um 18:17:44 Uhr markierte der finale Kracher dann das offizielle Ende des Zürcher Winters.

Zunftbesuche am Abend

Nach dem Nachtessen empfingen der Höngger Zunftmeister und seine Stubenhocker die Auszüge der Zunft zum Kämbel, der Zunft Riesbach und der Zunft zur Zimmerleuten, welche gewohnt-launisch die Grüsse ihrer Meister überbrachten. Der Höngger Auszug besuchte zur selben Zeit, angeführt vom Höngger Zunftspiel, die Zunft zur Meisen, die Vereinigten Zünfte zur Gerwe und zur Schuhmachern und die Zunft Hard.

Eingesandt von Ueli Friedländer

Von

Online seit
19. April 2019

Printausgabe vom
02. Mai 2019
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