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Gastbeitrag: Für eine nachhaltige Erschliessung der ETH Hönggerberg

8. April 2019 von

Die ergänzende Bahnlinie von 4,25 km Länge: Beim Letziviadukt abzweigend, unter der ETH Hönggerberg durch zum Aspholz und weiter auf dem bestehenden ZVV-Netz.
Foto: Montage von Adolf Flüeli

Die ergänzende Bahnlinie von 4,25 km Länge: Beim Letziviadukt abzweigend, unter der ETH Hönggerberg durch zum Aspholz und weiter auf dem bestehenden ZVV-Netz.

Von

Online seit
8. April 2019

Printausgabe vom
11. April 2019
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Bekanntlich sind die Buslinien zur ETH Hönggerberg chronisch überlastet. Wie aus einem offiziellen Dokument der ETH Zürich hervorgeht, lässt sich der Standort ETH Hönggerberg auch vom Zürcher HB aus vielfach nur über mehrfaches Umsteigen erreichen. Es gäbe eine Alternative.

Es sind bereits unzählige Ideen zur Verbesserung der Erschliessung der ETH Hönggerberg aufgebracht worden, von der Verbesserung und der in einigen Jahren geplanten Elektrifizierung der Busverbindungen über neue Tramlinien bis zum Bau einer Seilbahn. Jede dieser Lösungen weist spezifische Vor- und insbesondere Nachteile auf. Die den Studierenden vorbehaltenen direkten Busverbindungen von der ETH Zentrum über den Bucheggplatz hinauf zur ETH Hönggerberg beanspruchen ohnehin knappen Zürcher Strassenraum und sind zudem stauanfällig. Analoges gilt für die Busverbindungen der Linie 69 vom Bahnhof Oerlikon, der Linie 80 von Oerlikon beziehungsweise Altstetten sowie der Linie 37 von Affoltern hinauf zur ETH Hönggerberg. Aus ökologischer Sicht ist der Einsatz von Dieselbussen, teilweise auch älterer Generation, zudem höchst fragwürdig – allerdings ist die Elektrifizierung geplant. Diese Verbindungen über Busse aller Dimensionen in den teilweise steilen und kurvenreichen Strassen sind nicht wintersicher und werden bei Glätte und Schneefall unberechenbar und gefährlich.
Bei Tram-Projekten sind die hohe Steigung, grosse Lärmemissionen und die unpraktische Linienführung die Probleme und eine Seilbahn stört das Landschaftsbild und ist über Wohngebieten rechtlich unzulässig.

Neue S-Bahn-Linie mit Tunnelbahnhof ETH Hönggerberg

Eine Alternative böte eine ergänzende Bahnlinie von 4,25 km Länge, die beim Letziviadukt verzweigend beginnen und von dort als 3,5 km langer Tunnel unter dem Käferberg in die Gegend Aspholz führen und wo sie in die oberirdische Zug-Linie nach Regensdorf münden würde.
Mit einem Tunnelbahnhof, welcher 100 Meter unter der ETH Hönggerberg angelegt werden kann und diese direkt über Liftanlagen erreichbar macht, liessen sich die lokalen Probleme elegant lösen. Gleichzeitig wird das gesamte Gebiet von Höngg und dessen umliegenden Quartieren mit deren teilweise engen und beschränkten Strassenräumen sowohl vom anfallenden Durchgangsverkehr als auch vom enormen Verkehrslärm von Tram, Bus und motorisiertem Individualverkehr grossflächig und dauerhaft entlastet.
Es ist offensichtlich, dass die systembruchfreie lokale Erschliessung der ETH Hönggerberg über eine direkte S-Bahnanbindung allein den Aufwand von zirka 450 Millionen Franken nicht rechtfertigt. Betrachtet man jedoch die zusätzlich erzielbaren Netzwerkeffekte, welche über den Bahnhof Hardbrücke die direkte Anbindung des boomenden Kreis 5 sowie mit der Anbindung des Industriestandortes Regensdorf und des gesamten Furttales ermöglicht, ergibt sich über das Wachstum der kommenden Jahrzehnte eine zunehmend positivere Bilanz. Gleichzeitig ermöglicht diese neue Linienführung eine im Störungsfall wichtige Redundanz zum Engpass Bahnhof Oerlikon sowie eine sehr leistungsfähige, zukunftsgerichtete und insbesondere eine systembruchfreie und somit hocheffiziente Anbindung der ETH Hönggerberg an das gesamte S-Bahnnetz des ZVV.

Adolf Flüeli, dipl. Masch.- Ing. HTL/Wirtschaftsingenieur FH

Quellen:
20-Minuten-Bericht 4. Oktober 2018
Wie die ETH heute die Anfahrt mit Tram und Bus zum Campus Hönggerberg beschreibt
Den Studierenden vorbehaltenen direkten Busverbindungen

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