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Fastenaktion «Sieben Wochen ohne Blockaden»

11. Februar 2021 von

Spielraum hat etwas mit Leichtigkeit und Experimentierfreude zu tun. Mit Fantasie.
Foto: © edition chrismon

Spielraum hat etwas mit Leichtigkeit und Experimentierfreude zu tun. Mit Fantasie.

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11. Februar 2021

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Unter dem Motto «Spielraum – 7 Wochen ohne Blockaden» lädt 2021 eine kreative Fastenaktion ein, im eigenen Alltag das Positive und Hoffnungsvolle zu suchen und zu finden. Verzicht einmal anders.

Covid-19 hat die Gesellschaft fest im Griff, die Massnahmen blockieren vieles. Auch die Menschen selber sind und fühlen sich blockiert. Viele Spielräume sind weggefallen, Begegnungen, Feste, Feiern, Ferien – alles steht unter einem neuen bedenklichen Vorzeichen. Da kommt das Motto «Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden» gerade richtig. Es ist eine Fastenaktion, die wenig mit verbissenem Verzichten und vielleicht griesgrämigen «ich darf nicht» zu tun hat, sondern einlädt, eigene und fremde Blockaden zu hinterfragen und kreativ, mutig, die möglichen Spielräume auszuloten. Diese spezielle Fastenaktion «7 Wochen ohne» wird jedes Jahr von der deutschen evangelischen Kirche initiiert, mit wechselnden Themen. Auch hierzulande wird sie als Anregung gerne genutzt, um die Fastenzeit, von Aschermittwoch, dieses Jahr vom 17. Februar bis Ostern, aktiv zu gestalten.

Sieben Wochen ohne Hemmungen

Also «Sieben Wochen ohne Blockaden!» Was heisst das? Vielleicht passt dazu Mani Matters «Wil si hemmige hei» dazu. «Hemmige», etwas frech-mutig zu sein, Hemmungen, den anderen Menschen anzusprechen. Blockiert, weil der Mut fehlt, den Chef auf den Lohn anzusprechen, das Missverständnis zu klären, oder einfach jemanden mit einem Lächeln zu danken, «wil si hemmige hei». Es sind aber auch die Blockaden im eigenen Kopf gemeint, Vorurteile, die sagen «die sind halt so», «die können nicht anders». Manchmal steht man sich selbst im Weg, verbeisst sich in Ziele, die schon längst nicht mehr passen, sieht Mauern da, wo der Weg eigentlich frei ist. Sieben – lange – Wochen ohne solche Hemmungen und Blockaden, das mag nicht leichtfallen. Aber es lohnt sich, wenigstens wahrzunehmen, wo und wann die Hemmungen da sind und man blockiert ist. Damit der Verzicht leichter fällt, steht ja als erstes Wort «Spielräume!» und erst dann «7 Wochen ohne Blockaden». Spielraum hat etwas mit Leichtigkeit und Experimentierfreude zu tun. Mit Fantasie. Wie wäre es, etwas mehr spielerische Leichtigkeit ins Leben zu lassen? Sich mal wieder mit den Fragen zu beschäftigen: Wie viel kindliche Unbefangenheit steckt in einem? Was für Träume hat man – und was hält einen davon ab, sie zu verwirklichen? Wie kann man innerhalb von akzeptierten oder zu akzeptierenden Grenzen grosszügig und vertrauensvoll leben?

Spielräume ausloten

Spielräume klug nutzen, heisst nicht, alles herauszuholen, was geht. Es geht gar nicht alles. Aber vieles. Vor allem ist die Aktion keine schöngeistige Übung. Gerade wer mit existenziellen Sorgen kämpft, ist darauf angewiesen, etwas Spielraum zu finden, eine ungewöhnliche Lösung zu finden, mutig jemanden um Hilfe zu bitten. In der Einleitung zur Fastenaktion heisst es: «Gemeinschaften brauchen Regeln. Doch zu den Regeln gehört Spielraum. Und dessen Auslotung ist eine Kunst.» Es ist eine Kunst, die nicht von heute auf morgen gelingt, aber vielleicht in sieben Wochen.

Eingesandt von Matthias Reuter, reformierter Pfarrer in Höngg

Zu dieser Fastenaktion gibt es einen Kalender, ein Begleitbuch, einen Newsletter. Erhältlich über den Buchhandel oder online auf www.7wochenohne.evangelisch.de/

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