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Leitartikel

Es werden weniger Parkplätze abgebaut als geplant

22. Oktober 2019 von

Die Einwendungen gegen die geplanten Strassenbauprojekte Segantinistrasse und Kettberg wurden teilweise berücksichtigt.
Foto: Archiv Höngger

Die Einwendungen gegen die geplanten Strassenbauprojekte Segantinistrasse und Kettberg wurden teilweise berücksichtigt.

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22. Oktober 2019

Printausgabe vom
24. Oktober 2019
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Im Mitwirkungsverfahren zu zwei Strassenbauprojekten im Stadtquartier Höngg haben sich viele Anwohnende gegen die geplante Reduktion der Blauen Zone ausgesprochen. Das Tiefbauamt geht teilweise auf diese Einwendungen ein.

Auslöser für die beiden Tiefbauprojekte Kettberg, Abschnitt Kürbergstrasse bis Wehrlisteig, und Segantinistrasse, Abschnitt Gsteig- bis Regensdorferstrasse, ist der schlechte Zustand des Strassenoberbaus. Ausserdem müssen die Wasserleitungen und Kanäle erneuert werden. Bei umfassenden Strassensanierungen passt das Tiefbauamt jeweils auch die Oberfläche den heutigen Bedürfnissen gemäss den aktuellen verkehrstechnischen und stadträumlichen Anforderungen an.

Einer Tempo-30-Zone entsprechend gestalten

Zugunsten verbesserter Sichtverhältnisse bei privaten Zufahrten sowie breiterer Trottoirs und Fahrbahnen war geplant, im Kettberg alle 16 bestehenden und in der Segantinistrasse knapp die Hälfte der 181 Parkplätze der Blauen Zonen aufzuheben. Durch die Segantinistrasse führt eine kommunale Veloroute, die eine Fahrbahnbreite von vier Metern verlangt. Die heutige beidseitige Parkierung verunmöglicht es, diese Fahrbahnbreite durchgehend einzuhalten. An anderen Teilen der Strasse ist die Fahrbahn dagegen zu breit für eine Tempo-30-Zone und das bergseitige Trottoir entlang der ganzen Strasse zu schmal. Deshalb ist weiterhin geplant, das Parkieren nur noch auf einer Strassenseite zu erlauben.

Viele Einwendungen

Zur Planauflage zum Kettberg sind 61 Einwendungen eingegangen, zur Segantinistrasse 144. In den Einwendungen wurden nachvollziehbare Gründe genannt, weshalb im Kettberg und in der Segantinistrasse ein Parkplatzabbau im ursprünglich vorgesehenen Umfang nicht verträglich ist. Aufgrund der Hanglage, der für Zürcher Verhältnisse wenig attraktiven Anbindung an den öffentlichen Verkehr und der vielen Anwohnenden im Einzugsgebiet der Parkplätze besteht nach wie vor ein hohes Bedürfnis nach Parkplätzen im öffentlichen Raum. Das Tiefbauamt hat das Bauprojekt entsprechend angepasst. Im neu ausgearbeiteten Projekt Kettberg wird das Trottoir nicht verbreitert, wodurch 14 von 16 Parkplätze erhalten bleiben. In der Segantinistrasse hält das Tiefbauamt an der einseitigen Parkierung, der normgerechten Trottoirbreite und der neuen Fahrbahnbreite zugunsten des Veloverkehrs fest. Durch die teilweise Berücksichtigung der Einwendungen wird die Norm für die Sichtverhältnisse bei privaten Zufahrten zwar besser, aber nicht konsequent eingehalten. Im Gegenzug werden rund 134 der 181 Parkplätze bestehen bleiben. Begehungen zu verschiedenen Tageszeiten an der Segantinistrasse hätten ergeben, dass die dortigen Parkplätze vor allem nachts ausgelastet seien, tagsüber fänden sich auch nach Aufhebung der reduzierten Anzahl Parkplätze genügend freie Plätze für das Gewerbe und Pflegedienste. Ausserdem hält das Tiefbauamt fest, dass in Höngg etwa zehn Prozent mehr Parkplätze der Blauen Zonen bestehen, als Parkkarten dafür ausgestellt wurden.

Die beiden Interessensgruppen Segantinistrasse und Kettberg haben sich von Beginn an stark gegen die geplanten Strassensanierungsprojekte gewehrt. Dass die Stadt in einem solchen Masse auf Einwendungen eingeht, ist kein häufiges Phänomen. Die IGs könnten mit dem Resultat ihres Engagements zufrieden sein, doch Christoph Zürcher, der in beiden Interessensgemeinschaften mitwirkt, ist nicht ganz so besänftigt. Er vermutet hinter dem Vorgehen der Stadt eine Verhandlungstaktik, die erst 200 Prozent des eigentlichen Zieles fordert, um das Ziel von 100 Prozent zu erreichen, sagt Zürcher auf Anfrage. Zwar würden nur zwei der geplanten 16 Parkplätze aufgehoben, doch es handle sich dennoch um einen Abbau, insbesondere unter Einbezug der kreuzenden Kürbergstrasse, wo nun heuer zusätzlich auch Parkplätze abgebaut werden, respektive teilweise bereits wurden. Auf Unverständnis stösst bei Zürcher das Festhalten der Stadt an der geplanten Trottoirnase am Kettberg. Die IG Segantinistrasse nehme ebenfalls zur Kenntnis, dass an der Segantinistrasse nur 47 statt der ursprünglich geplanten 87 Parkplätze aufgehoben werden. Trotzdem handle es sich um einen substantiellen Abbau von 25 Prozent.

Baustart frühestens Mitte 2021

Die überarbeiteten Bauprojekte werden nochmals den beteiligten Werken vorgelegt und die Rückmeldungen eingearbeitet. Danach werden die überarbeiteten Pläne im Sinne von § 16 des Strassengesetzes öffentlich aufgelegt, wogegen direkt Betroffene Einsprache erheben können. Über die Einsprachen entscheidet der Stadtrat. Gleichzeitig setzt er die Strassenbauprojekte fest. Baubeginn für beide Bauprojekte ist frühestens Mitte 2021. 

Die Berichte zu den Einwendungen liegt während 60 Tagen, von Freitag, 18. Oktober bis Montag, 16. Dezember, beim Tiefbauamt der Stadt Zürich, Werdmühleplatz 3, Amtshaus V, 8001 Zürich, 4. Stock (Empfang), zur öffentlichen Einsichtnahme auf und kann jeweils von Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr eingesehen werden.
Die Auflagedokumente sind unter www.stadt-zuerich.ch/planauflagen aufgeschaltet. Nummer: 2019/0600

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22. Oktober 2019

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